Zum Hauptinhalt springen
EinsteigerLaufende Buchhaltung8 Min Lesezeit

SKR03: Aufbau, Kontenklassen und die wichtigsten Konten

Der DATEV-Standardkontenrahmen SKR03 im Überblick: Prozessgliederungsprinzip, alle zehn Kontenklassen, die wichtigsten Konten mit Nummer und Bezeichnung sowie die Abgrenzung zum SKR04.

Kontenrahmen SKR03 in der Buchhaltung: Belege, Kontoauszüge und Notizen auf einem Schreibtisch
Der SKR03 ordnet die Konten nach dem betrieblichen Prozess, nicht nach dem Jahresabschluss·Foto: Unsplash

Überblick

Der SKR03 ist einer der beiden verbreiteten DATEV-Standardkontenrahmen für Unternehmen aller Branchen. Sein vollständiger Titel im DATEV-Formular lautet “Standardkontenrahmen - Prozessgliederungsprinzip (SKR 03)” (DATEV, Art.-Nr. 11174, Ausgabestand 2026-01-01).

Der Name sagt bereits, wie er aufgebaut ist: Die Reihenfolge der Konten folgt dem betrieblichen Ablauf, also Beschaffung, Leistungserstellung und Verkauf. DATEV beschreibt das so: “Die Reihenfolge der Konten richtet sich an den Abläufen bzw. Prozessen (Leistungserstellung und Leistungsverwertung).”

Ein Kontenrahmen ist dabei nur die Vorlage. Was ein Betrieb tatsächlich bebucht, ist sein Kontenplan, also der Auszug aus dem Rahmen, den er wirklich braucht. DATEV formuliert es so: “der Kontenrahmen ist eine allgemeine Vorlage, aus der jeder Betrieb seinen passenden Kontenplan für die Buchführung ableitet.”

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓ Der SKR03 gliedert nach dem Prozess, der SKR04 nach dem Jahresabschluss
  • ✓ Zehn Kontenklassen von 0 bis 9, der gesamte Aufwand liegt in Klasse 4, die Erlöse in Klasse 8
  • ✓ Die Klassen 5 und 6 sind unbeschriftet: Im SKR03 gibt es dort kein einziges Standardkonto
  • ✓ Gleiche Nummer heißt nicht gleiche Bedeutung: 1200 ist im SKR03 die Bank, im SKR04 sind es die Forderungen
  • ✓ Für die Übersetzung beider Rahmen gibt es die SKR03-SKR04-Umrechnungstabelle

Das Prozessgliederungsprinzip

Wer im SKR03 bucht, folgt dem Weg einer Ware oder Leistung durch den Betrieb. Zuerst stehen die langlebigen Werte und das Kapital (Klasse 0), dann Geld, Forderungen und Verbindlichkeiten (Klasse 1), danach die Abgrenzungen (Klasse 2). Es folgen Wareneingang und Bestände (Klasse 3), der laufende betriebliche Aufwand (Klasse 4), die Bestände an eigenen Erzeugnissen (Klasse 7) und schließlich die Erlöse (Klasse 8).

Der Vorteil dieser Ordnung ist die Nähe zum Alltag: Eine Eingangsrechnung für Ware landet in der 3, eine Rechnung für Büromaterial in der 4, ein Verkauf in der 8. Wer die Bilanz vor Augen hat, muss dagegen umdenken, denn Aktiva und Passiva stehen nicht sortiert nebeneinander, sondern verteilen sich über die Klassen 0 und 1.

Die zehn Kontenklassen des SKR03

Die folgenden Klassenbezeichnungen stehen wörtlich in den Klassenköpfen des DATEV-Formulars (Art.-Nr. 11174, Ausgabestand 2026-01-01).

Klasse Bezeichnung im DATEV-Formular Was dort liegt
0 Anlage- und Kapitalkonten Immaterielle Werte, Sachanlagen, Finanzanlagen, Eigenkapital, langfristige Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Rechnungsabgrenzung
1 Finanz- und Privatkonten Kasse, Bank, Forderungen, Vorsteuer, Verbindlichkeiten, Umsatzsteuer, Privatentnahmen und Privateinlagen
2 Abgrenzungskonten Neutrale Aufwendungen und Erträge, Zinsen, Steuern vom Einkommen und Ertrag, periodenfremde Posten
3 Wareneingangs- und Bestandskonten Einkauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Wareneingang, Fremdleistungen, erhaltene Skonti, Bestände
4 Betriebliche Aufwendungen Personal, Raumkosten, Fahrzeuge, Werbung, Reisen, Abschreibungen, Porto, Telefon, Beratung
5 ohne Klassenbezeichnung, GuV-Posten “Sonstige betriebliche Aufwendungen” (5000 bis 5999) keine Standardkonten vergeben
6 ohne Klassenbezeichnung, GuV-Posten “Sonstige betriebliche Aufwendungen” (6000 bis 6999) keine Standardkonten vergeben
7 Bestände an Erzeugnissen Unfertige und fertige Erzeugnisse, in Ausführung befindliche Bauaufträge
8 Erlöskonten Umsatzerlöse nach Steuersatz, steuerfreie Umsätze, gewährte Skonti, Erlöse aus Anlagenverkäufen
9 Vortrags-, Kapital-, Korrektur- und statistische Konten Saldenvorträge, Summenvortragskonto, statistische Konten für Auswertungen

Der Punkt mit den Klassen 5 und 6 ist praktisch wichtig. Im gesamten Bereich 5000 bis 6999 vergibt der SKR03 kein einziges standardbeschriftetes Konto. Wer dort Löhne oder Miete bucht, weil er die Nummern aus einem anderen Kontenrahmen kennt, bucht an der DATEV-Systematik vorbei. Löhne sind im SKR03 die 4110, Miete die 4210.

Für wen der SKR03 typisch ist

DATEV nennt als typische Anwender “Unternehmen, die Einnahme-Überschuss-Rechnungen machen und/oder Freiberufler sind”. In der Praxis findet man den SKR03 vor allem bei Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Handwerksbetrieben und kleineren Handelsbetrieben. Kanzleien führen ihn oft als Hausstandard über den gesamten Mandantenstamm.

Vorgeschrieben ist keiner der beiden Rahmen. Die gesetzliche Pflicht endet bei der ordnungsmäßigen Buchführung selbst: § 238 Abs. 1 HGB verlangt, dass jeder Kaufmann “Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen” hat. Für Nichtkaufleute kommt die steuerliche Pflicht nach § 141 AO dazu, wenn der Gesamtumsatz mehr als 800.000 Euro im Kalenderjahr oder der Gewinn aus Gewerbebetrieb mehr als 80.000 Euro im Wirtschaftsjahr beträgt. Welchen Kontenrahmen man dabei verwendet, steht in keinem Gesetz.

Die wichtigsten SKR03-Konten

Die folgende Tabelle enthält rund 50 Konten, die in fast jeder Buchhaltung vorkommen. Die Bezeichnungen sind die DATEV-Bezeichnungen aus Art.-Nr. 11174. In der letzten Spalte steht die Nummer, unter der dasselbe Konto im SKR04 liegt.

Konto Bezeichnung Kontenklasse Entsprechung im SKR04
0027 EDV-Software 0 Anlage- und Kapitalkonten 0135
0200 Technische Anlagen und Maschinen 0 Anlage- und Kapitalkonten 0400
0320 Pkw 0 Anlage- und Kapitalkonten 0520
0410 Geschäftsausstattung 0 Anlage- und Kapitalkonten 0635
0800 Gezeichnetes Kapital 0 Anlage- und Kapitalkonten 2900
0955 Steuerrückstellungen 0 Anlage- und Kapitalkonten 3020
0980 Aktive Rechnungsabgrenzung 0 Anlage- und Kapitalkonten 1900
0990 Passive Rechnungsabgrenzung 0 Anlage- und Kapitalkonten 3900
1000 Kasse 1 Finanz- und Privatkonten 1600
1200 Bank 1 Finanz- und Privatkonten 1800
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 Finanz- und Privatkonten 1200
1500 Sonstige Vermögensgegenstände 1 Finanz- und Privatkonten 1300
1571 Abziehbare Vorsteuer 7 % 1 Finanz- und Privatkonten 1401
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 1 Finanz- und Privatkonten 1406
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1 Finanz- und Privatkonten 3300
1700 Sonstige Verbindlichkeiten 1 Finanz- und Privatkonten 3500
1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 1 Finanz- und Privatkonten 3720
1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer 1 Finanz- und Privatkonten 3730
1771 Umsatzsteuer 7 % 1 Finanz- und Privatkonten 3801
1776 Umsatzsteuer 19 % 1 Finanz- und Privatkonten 3806
1780 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 1 Finanz- und Privatkonten 3820
1800 Privatentnahmen allgemein 1 Finanz- und Privatkonten 2100
1890 Privateinlagen 1 Finanz- und Privatkonten 2180
2100 Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2 Abgrenzungskonten 7300
2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2 Abgrenzungskonten 7100
3100 Fremdleistungen 3 Wareneingangs- und Bestandskonten 5900
3300 Wareneingang 7 % Vorsteuer 3 Wareneingangs- und Bestandskonten 5300
3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer 3 Wareneingangs- und Bestandskonten 5400
3730 Erhaltene Skonti 3 Wareneingangs- und Bestandskonten 5730
4100 Löhne und Gehälter 4 Betriebliche Aufwendungen 6000
4110 Löhne 4 Betriebliche Aufwendungen 6010
4120 Gehälter 4 Betriebliche Aufwendungen 6020
4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen 4 Betriebliche Aufwendungen 6110
4210 Miete (unbewegliche Wirtschaftsgüter) 4 Betriebliche Aufwendungen 6310
4360 Versicherungen 4 Betriebliche Aufwendungen 6400
4500 Fahrzeugkosten 4 Betriebliche Aufwendungen 6500
4600 Werbekosten 4 Betriebliche Aufwendungen 6600
4650 Bewirtungskosten 4 Betriebliche Aufwendungen 6640
4830 Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne AfA auf Fahrzeuge und Gebäude) 4 Betriebliche Aufwendungen 6220
4920 Telefon 4 Betriebliche Aufwendungen 6805
4930 Bürobedarf 4 Betriebliche Aufwendungen 6815
4950 Rechts- und Beratungskosten 4 Betriebliche Aufwendungen 6825
4970 Nebenkosten des Geldverkehrs 4 Betriebliche Aufwendungen 6855
7050 Unfertige Erzeugnisse (Bestand) 7 Bestände an Erzeugnissen 1050
8125 Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen nach § 4 Nr. 1b UStG 8 Erlöskonten 4125
8192 Steuerfreie Erlöse Kleinunternehmer nach § 19 Abs. 1 UStG 8 Erlöskonten 4184
8300 Erlöse 7 % USt 8 Erlöskonten 4300
8400 Erlöse 19 % USt 8 Erlöskonten 4400
8730 Gewährte Skonti 8 Erlöskonten 4730

Die vollständige Gegenüberstellung aller Kontenpaare steht in der SKR03-SKR04-Umrechnungstabelle.

Abgrenzung zum SKR04

Beide Rahmen enthalten dieselben Sachverhalte, sie sortieren sie nur anders. Der SKR04 folgt dem Abschlussgliederungsprinzip: Klassen 0 bis 3 bilden die Bilanz ab, Klasse 4 die Erträge, die Klassen 5 bis 7 die Aufwendungen.

Merkmal SKR03 SKR04
Gliederungsprinzip Prozess (Beschaffung, Erstellung, Verkauf) Abschluss (Bilanz nach § 266 HGB, GuV nach § 275 HGB)
Aufwandskonten Klasse 4 Klassen 5, 6 und 7
Erlöskonten Klasse 8 Klasse 4
Bank 1200 1800
Kasse 1000 1600
Erlöse 19 % USt 8400 4400
Umsatzsteuer 19 % 1776 3806

Fachlich ist das Ergebnis identisch. Ein Jahresabschluss aus dem SKR03 unterscheidet sich nicht von einem aus dem SKR04, nur der Weg dorthin ist anders sortiert.

Was DATEV sonst noch anbietet

Neben den beiden allgemeinen Rahmen gibt es Branchenkontenrahmen. DATEV nennt auf seiner Übersichtsseite den SKR 14 “für land- und forstwirtschaftliche Betriebe”, den SKR 42 “für gemeinnützige Organisationen wie Vereine und Stiftungen” und den SKR 51 “für das Kfz-Gewerbe”. Diese Rahmen sind auf die Konten und Auswertungen ihrer Branche zugeschnitten, folgen aber demselben Aufbauprinzip.

Häufige Fragen

Was bedeutet die 03 im SKR03?

Sie ist die Formularnummer des DATEV-Kontenrahmens, keine inhaltliche Angabe. Das zugehörige Formular trägt die Art.-Nr. 11174, der SKR04 die Art.-Nr. 11175.

In welcher Kontenklasse liegen die Aufwandskonten im SKR03?

In Klasse 4 (“Betriebliche Aufwendungen”), zusätzlich der Materialaufwand in Klasse 3 sowie Zinsen und Steuern in Klasse 2. Die Klassen 5 und 6 sind im SKR03 ohne Standardkonten.

Ist der SKR03 für die EÜR geeignet?

Ja. DATEV nennt Betriebe mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Freiberufler als typische Anwender. Einzelne Konten tragen dazu Hinweise. Zu 4500 vermerkt DATEV in Fußnote 18: “Da das EÜR-Formular einen differenzierten Ausweis der Reisekosten und Fahrzeugkosten fordert, darf dieses Konto von EÜR-Anwendern nicht genutzt werden.”

Kann ich SKR03-Nummern einfach im SKR04 verwenden?

Nein. Viele Nummern existieren in beiden Rahmen mit völlig unterschiedlicher Bedeutung. Die vollständige Übersetzung steht in der SKR03-SKR04-Umrechnungstabelle.

Wo finde ich die amtliche Kontenliste?

Im DATEV-Formular “DATEV-Kontenrahmen nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz, Standardkontenrahmen - Prozessgliederungsprinzip (SKR 03)”, Art.-Nr. 11174. Die hier genannten Bezeichnungen stammen aus dem Ausgabestand 2026-01-01.

Quellen

  • DATEV eG: DATEV-Kontenrahmen nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz, Standardkontenrahmen - Prozessgliederungsprinzip (SKR 03), Art.-Nr. 11174, Ausgabestand 2026-01-01 (Kontenbezeichnungen und Klassenköpfe)
  • DATEV eG: DATEV-Standardkontenrahmen (Gliederungsprinzipien, Branchenkontenrahmen)
  • DATEV eG: Kontenplan und Buchhaltung mit SKR03 und SKR04 (Kontenrahmen gegenüber Kontenplan, typische Anwender)
  • § 238 HGB, § 266 HGB, § 275 HGB, § 141 AO, abgerufen über gesetze-im-internet.de