Konto 1776
Umsatzsteuer 19 %
Kontonummer
1776
Kontoart
Passiva
Kategorie
Umsatzsteuer
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Das Konto 1776 “Umsatzsteuer 19 %” ist im SKR03 ein Passivkonto. Darauf sammelt sich die Umsatzsteuer, die das Unternehmen aus eigenen Umsätzen zum Regelsteuersatz schuldet. Sie gehört nie dem Unternehmen, sondern wird für das Finanzamt vereinnahmt. In der Bilanz steht der Bestand unter den sonstigen Verbindlichkeiten. Im SKR04 führt DATEV dieselbe Position auf Konto 3806.
Verwendungszweck
Bei jedem steuerpflichtigen Umsatz zum Regelsteuersatz teilt sich der Rechnungsbetrag in zwei Teile. Der Nettobetrag ist Erlös und geht auf 8400 “Erlöse 19 % USt”, die 19 % Steuer darauf gehen auf 1776. Der Kunde zahlt beides, aber nur der Nettoteil gehört zum Ertrag des Unternehmens.
In der Praxis muss man 1776 selten von Hand ansprechen. Das Erlöskonto 8400 ist ein Automatikkonto: Wer den Bruttobetrag darauf bucht, bekommt die Aufteilung in Netto und Steuer von der Software geliefert, samt Gegenbuchung auf 1776. Manuell wird es nur bei Sonderfällen, etwa bei einer nachträglichen Korrektur.
Aus dem Saldo auf 1776 und den Vorsteuerkonten ergibt sich die Zahllast. Übersteigt die geschuldete Umsatzsteuer die abziehbare Vorsteuer, ist der Unterschiedsbetrag ans Finanzamt zu zahlen. Verbucht wird das über 1780 “Umsatzsteuer-Vorauszahlungen”.
Der SKR03 führt für jeden Steuerfall ein eigenes Konto: 1771 für 7 %, 1774 für den innergemeinschaftlichen Erwerb mit 19 %, 1766 für noch nicht fällige Umsatzsteuer bei der Istversteuerung. Diese Trennung ist die Grundlage dafür, dass die Voranmeldung ohne Nacharbeit aus der Buchhaltung fällt.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 1771 Umsatzsteuer 7 %: für Umsätze zum ermäßigten Steuersatz, mit dem Erlöskonto 8300.
- 1766 Umsatzsteuer nicht fällig 19 %: für die Istversteuerung, solange der Kunde noch nicht gezahlt hat.
- 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %: das Gegenstück auf der Aktivseite, für Steuer aus Eingangsrechnungen.
- 1780 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen: Sammelkonto für die gemeldete und gezahlte Zahllast.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Ausgangsrechnung mit 19 % Umsatzsteuer
Eine Rechnung über 10.000,00 EUR netto zuzüglich 1.900,00 EUR Umsatzsteuer geht raus.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 8400 Erlöse 19 % USt | 10.000,00 EUR |
| 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1776 Umsatzsteuer 19 % | 1.900,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung: 1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an 4400 Erlöse 19 % USt 10.000,00 EUR sowie an 3806 Umsatzsteuer 19 % 1.900,00 EUR.
Beispiel 2: Barverkauf im Ladengeschäft
Ein Kunde zahlt 595,00 EUR brutto in bar.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1000 Kasse | 8400 Erlöse 19 % USt | 500,00 EUR |
| 1000 Kasse | 1776 Umsatzsteuer 19 % | 95,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung: 1600 Kasse an 4400 Erlöse 19 % USt 500,00 EUR sowie an 3806 Umsatzsteuer 19 % 95,00 EUR.
Beispiel 3: Umbuchung auf das Vorauszahlungskonto
Zum Monatsende beträgt die Umsatzsteuer 1.995,00 EUR, die abziehbare Vorsteuer 800,00 EUR. Die Zahllast wird ermittelt.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1776 Umsatzsteuer 19 % | 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % | 800,00 EUR |
| 1776 Umsatzsteuer 19 % | 1780 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen | 1.195,00 EUR |
Im SKR04 laufen die Buchungen entsprechend über 3806, 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % und 3820 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen.
Steuerliche Aspekte
Die Voranmeldung ist nach § 18 Abs. 1 UStG “bis zum zehnten Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungszeitraums” zu übermitteln, und im selben Satz steht: “Die Vorauszahlung ist am zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig und bis dahin vom Unternehmer zu entrichten.” Mit einer Dauerfristverlängerung verschiebt sich beides um einen Monat.
In der Umsatzsteuer-Voranmeldung erscheint nicht der Steuerbetrag von 1776, sondern die Bemessungsgrundlage in Kennzahl 81. Sie wird aus dem Erlöskonto 8400 abgeleitet; das Steuerkonto ist die Gegenbuchung dazu. Wer Erlöse auf einem falschen Konto bucht, meldet deshalb eine falsche Bemessungsgrundlage, auch wenn der Steuerbetrag auf 1776 stimmt.
Bei der Soll-Versteuerung entsteht die Steuer mit Ausführung der Leistung, unabhängig von der Zahlung des Kunden. Bei der Ist-Versteuerung läuft der Betrag zunächst über 1766 “Umsatzsteuer nicht fällig 19 %” und wandert erst mit der Vereinnahmung auf 1776.
Rechnungen, Kassenaufzeichnungen und Voranmeldungen unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach GoBD muss jeder Betrag in der Voranmeldung bis zum einzelnen Beleg zurückverfolgbar sein.
Häufige Fehler
- Bruttobetrag als Erlös gebucht: Ohne Steuertrennung erscheint der Umsatz um 19 % zu hoch, und die Steuerschuld fehlt vollständig.
- Falscher Steuersatz gewählt: Eine 7-%-Leistung auf dem 19-%-Automatikkonto führt zu zu hoher Umsatzsteuer und zu einer falschen Bemessungsgrundlage in Kennzahl 81.
- Umsatzsteuer als Aufwand behandelt: Sie ist durchlaufender Posten. Ein Ansatz als Betriebsausgabe senkt den Gewinn zu Unrecht.
- Istversteuerung ohne 1766 gebucht: Wer bei Istversteuerung sofort auf 1776 bucht, meldet Steuer, bevor der Kunde gezahlt hat.
- Storno ohne Steuerkorrektur: Bei Rückabwicklung oder Minderung ist die Steuer nach § 17 UStG zu berichtigen, sonst bleibt sie zu hoch angemeldet.
FAQ
Welches Konto entspricht 1776 im SKR04?
Im SKR04 ist es das Konto 3806 “Umsatzsteuer 19 %”. Auch die Nachbarkonten sind gespiegelt: 3801 statt 1771 für 7 %, 3804 statt 1774 für den innergemeinschaftlichen Erwerb, 3816 statt 1766 für nicht fällige Umsatzsteuer.
Muss ich 1776 selbst bebuchen?
In der Regel nicht. Das Erlöskonto 8400 ist ein Automatikkonto, das die Steuer selbst auf 1776 gegenbucht. Manuelle Buchungen sind Sonderfällen vorbehalten, etwa Korrekturen nach § 17 UStG oder Umbuchungen zum Monatsende.
Warum steht auf 1776 mehr, als ich ans Finanzamt zahle?
Weil von der geschuldeten Umsatzsteuer die abziehbare Vorsteuer abgeht. Gezahlt wird nur die Differenz, die Zahllast. Sie wird zum Ende des Voranmeldungszeitraums ermittelt und über 1780 “Umsatzsteuer-Vorauszahlungen” gebucht.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.