Konto 1400
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Kontonummer
1400
Kontoart
Aktiva
Kategorie
Forderungen
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Das Buchungskonto 1400 “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen” dient zur Erfassung von offenen Rechnungen gegenüber Kunden aus erbrachten Lieferungen und Leistungen. Es ist ein Aktivkonto im SKR03 Kontenrahmen und bildet die Grundlage für die Verwaltung und Überwachung von Forderungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Verwendungszweck
Das Konto 1400 wird verwendet, um Forderungen zu erfassen, die ein Unternehmen aus der Lieferung von Waren oder der Erbringung von Dienstleistungen gegenüber seinen Kunden hat. Sobald eine Rechnung an den Kunden gestellt wird, wird der offene Betrag auf dieses Konto gebucht. Es handelt sich dabei um einen Anspruch des Unternehmens auf Zahlung durch den Kunden.
Ein typischer Anwendungsfall wäre der Verkauf von Waren auf Rechnung. Sobald die Lieferung erfolgt und die Rechnung erstellt wurde, wird der Forderungsbetrag auf dem Konto 1400 erfasst. Dies ermöglicht dem Unternehmen, den Überblick über ausstehende Zahlungen zu behalten und gegebenenfalls Mahnprozesse einzuleiten.
Zusätzlich ist das Konto 1400 von Bedeutung für die Erstellung der Bilanz, da es die Forderungen widerspiegelt, die als Umlaufvermögen in der Bilanz ausgewiesen werden. Dadurch wird die Liquiditätsplanung unterstützt, da ersichtlich ist, welche Gelder noch erwartet werden.
Ein weiterer Anwendungsfall ist die regelmäßige Abstimmung des Kontos, um sicherzustellen, dass alle erfassten Forderungen korrekt sind und keine überfälligen Beträge unbemerkt bleiben. Dies ist wichtig, um die Finanzlage des Unternehmens realistisch darzustellen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Eintreibung der Forderungen einzuleiten.
Steuerliche Aspekte
Aus steuerlicher Sicht sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in der Bilanz als Umlaufvermögen zu bilanzieren. Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) verlangen eine ordnungsgemäße Erfassung und Dokumentation aller Geschäftsvorfälle, einschließlich Forderungen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle Rechnungen und Zahlungseingänge nachvollziehbar dokumentiert sind.
Die Umsatzsteuer spielt ebenfalls eine Rolle bei der Erfassung von Forderungen. Bei Rechnungsstellung ist die Umsatzsteuer auf den Rechnungsbetrag zu berechnen und abzuführen. Daher muss die Umsatzsteuer in der Buchhaltung korrekt ausgewiesen werden, um Steuerverbindlichkeiten ordnungsgemäß zu erfüllen.
Besonderheiten gibt es bei der Behandlung von Forderungsverlusten oder zweifelhaften Forderungen, die möglicherweise abgeschrieben werden müssen. Solche Umstände erfordern spezielle buchhalterische Maßnahmen und eine sorgfältige Dokumentation, um steuerliche Nachteile zu vermeiden.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Verkauf von Waren auf Rechnung
Soll: 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 11.900 €
Haben: 8400 Umsatzerlöse 19% USt – 10.000 €
Haben: 4800 Umsatzsteuer 19% – 1.900 €
Der Kunde erhält eine Rechnung über 10.000 € netto zuzüglich 19% Umsatzsteuer für gelieferte Waren.
Beispiel 2: Zahlungseingang vom Kunden
Soll: 1200 Bank – 11.900 €
Haben: 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 11.900 €
Der Kunde begleicht die Rechnung vollständig durch Überweisung auf das Bankkonto des Unternehmens.
Beispiel 3: Teilzahlung vom Kunden
Soll: 1200 Bank – 6.000 €
Haben: 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 6.000 €
Der Kunde leistet eine Teilzahlung auf die offene Rechnung.
Häufige Fehler und Fallstricke
- Falsche Kontierung von Umsatzsteuer: Die Umsatzsteuer muss korrekt ausgewiesen werden, um steuerliche Nachteile zu vermeiden.
- Nicht erfasste Teilzahlungen: Teilzahlungen nicht korrekt zu verbuchen, kann zu falschen Forderungsständen führen.
- Übersehen von Mahnfristen: Versäumnis, ausstehende Forderungen rechtzeitig anzumahnen, kann zu Liquiditätsengpässen führen.
- Unvollständige Dokumentation: Fehlende Belege und Dokumentation können bei Prüfungen durch Finanzbehörden zu Problemen führen.
- Fehler beim Forderungsmanagement: Unzureichendes Management von überfälligen Forderungen kann zu Forderungsausfällen führen.
Rechtstipps und Best Practices
- Regelmäßige Abstimmung: Führen Sie regelmäßige Abstimmungen des Kontos 1400 durch, um die Richtigkeit der erfassten Forderungen sicherzustellen.
- Effektives Mahnwesen: Implementieren Sie ein effektives Mahnwesen, um offene Forderungen zeitnah einzutreiben und Liquiditätsengpässe zu vermeiden.
- Dokumentation und Archivierung: Stellen Sie eine ordnungsgemäße Dokumentation und Archivierung aller Rechnungen und Zahlungseingänge sicher, um GoBD-Anforderungen zu erfüllen.
- Umsatzsteuer-Kontrolle: Überwachen Sie die Umsatzsteuerbuchungen sorgfältig, um steuerliche Risiken zu minimieren.
- Frühzeitige Maßnahmen bei Zahlungsausfällen: Bei drohenden Zahlungsausfällen sollten frühzeitig Maßnahmen zur Sicherung der Forderung eingeleitet werden, eventuell in Absprache mit einem Rechtsberater.
Siehe auch
Verwandte Begriffe im Glossar:
- Forderungen
- Umlaufvermögen
- [Aktiva](/lexikon/glossar/aktiva “Aktiva - Definition und Bedeutung”)