Konto 1200
Bank
Kontonummer
1200
Kontoart
Aktiva
Kategorie
Kasse/Bank
Zusammenfassung
Das Buchungskonto 1200 “Bank” im SKR05 Kontenrahmen wird genutzt, um alle bankbezogenen Geschäftsvorfälle abzubilden. Es gehört zu den Aktivkonten und erfasst Ein- und Auszahlungen sowie Überweisungen, die über das Bankkonto des Unternehmens laufen.
Verwendungszweck
Das Konto 1200 “Bank” wird verwendet, um alle Transaktionen zu erfassen, die über das Bankkonto des Unternehmens abgewickelt werden. Dies umfasst den Zahlungseingang von Kunden, die Begleichung von Lieferantenrechnungen sowie regelmäßige Zahlungen wie Gehälter oder Mieten. Ein praktischer Anwendungsfall ist die Erfassung einer Kundenzahlung: Sobald ein Kunde eine offene Rechnung bezahlt, wird der Betrag auf dem Konto 1200 “Bank” gutgeschrieben.
Ein weiteres Beispiel ist die Zahlung von Lieferantenrechnungen. Wenn das Unternehmen eine Rechnung eines Lieferanten begleicht, wird der entsprechende Betrag vom Bankkonto abgebucht und auf dem Konto 1200 erfasst. Auch regelmäßige Zahlungen wie die Überweisung von Löhnen und Gehältern oder die Zahlung von Mieten erfolgt über dieses Konto.
Bei der Verwendung in einem Unternehmen mit Kostenstellenstruktur können die Zahlungen auch spezifischen Kostenstellen zugeordnet werden, um die Nachvollziehbarkeit und Kostentransparenz zu erhöhen. Dies ist besonders wichtig in produzierenden Unternehmen, die genaue Kostenkontrollen benötigen.
Kostenrechnerische Aspekte
Das Konto 1200 spielt eine zentrale Rolle in der Kostenrechnung, da es als Schnittstelle zwischen der Liquiditätsplanung und der Kostenstellenrechnung dient. Zahlungen, die über das Bankkonto erfolgen, können direkt den entsprechenden Kostenstellen oder Kostenträgern zugeordnet werden.
Durch die Zuordnung der Bankbewegungen zu Kostenstellen entsteht eine klare Übersicht über die finanzielle Belastung einzelner Unternehmensbereiche. Diese Zuordnung ist essenziell für die Erstellung des Betriebsabrechnungsbogens (BAB), der eine detaillierte Kostenkontrolle ermöglicht.
Im SKR05, der für die Kostenstellenrechnung optimiert ist, unterstützt das Bankkonto die detaillierte Zuordnung von Kosten und Erlösen, was eine fundierte betriebswirtschaftliche Analyse erleichtert.
Steuerliche Aspekte
Das Konto 1200 muss den Anforderungen der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) entsprechen. Das bedeutet, dass alle Buchungen nachvollziehbar, vollständig und zeitgerecht erfasst werden müssen.
Bei der Umsatzsteuer ist zu beachten, dass Eingangs- und Ausgangszahlungen entsprechend der Umsatzsteuerregelungen gebucht werden. Dies bedeutet, dass bei Zahlungseingängen von Kunden die vereinnahmte Umsatzsteuer korrekt erfasst wird und bei Lieferantenzahlungen die Vorsteuer entsprechend gebucht wird.
Besonderes Augenmerk sollte auf die Einhaltung der GoBD gelegt werden, da die Bankbewegungen die Grundlage für die Umsatzsteuer-Voranmeldung bilden.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Kundenzahlung
Soll: 1200 Bank – 1.190 € Haben: 8400 Umsatzerlöse – 1.000 € Haben: 1776 Umsatzsteuer 19% – 190 €
Ein Kunde begleicht eine Rechnung über 1.190 € inklusive 19% Umsatzsteuer.
Beispiel 2: Lieferantenzahlung
Soll: 4400 Wareneingang – 500 € Soll: 1576 Vorsteuer 19% – 95 € Haben: 1200 Bank – 595 €
Das Unternehmen bezahlt eine Lieferantenrechnung von 595 € inklusive 19% Vorsteuer.
Beispiel 3: Gehaltszahlung
Soll: 6200 Gehälter – 3.000 € Haben: 1200 Bank – 3.000 €
Überweisung der monatlichen Gehälter an die Mitarbeiter.
Beispiel 4: Mietzahlung
Soll: 6000 Miete – 1.000 € Haben: 1200 Bank – 1.000 €
Monatliche Mietzahlung für die Geschäftsräume.
Beispiel 5: Zinsertrag
Soll: 1200 Bank – 50 € Haben: 2700 Zinserträge – 50 €
Gutschrift von Zinsen auf dem Bankkonto.
Häufige Fehler und Fallstricke
- Fehlende Zuordnung zu Kostenstellen: Zahlungen werden nicht den entsprechenden Kostenstellen zugeordnet, was die Kostenkontrolle erschwert.
- Nicht zeitgerechte Buchungen: Verzögerte Buchungen führen zu einer inkorrekten Darstellung der Liquidität.
- Falsche Umsatzsteuererfassung: Fehlerhafte Erfassung der Umsatzsteuer kann zu steuerlichen Problemen führen.
- Doppelte Buchungen: Transaktionen werden versehentlich doppelt erfasst, was zu Verwirrung und falschen Salden führt.
- Nicht vollständige Belegsammlung: Fehlende Belege können die Nachvollziehbarkeit der Buchungen beeinträchtigen.
- Unzureichende Kontenabstimmung: Regelmäßige Abstimmung des Bankkontos mit den Buchungen wird vernachlässigt.
- Unsachgemäße Verwendung bei Privatentnahmen: Private Transaktionen werden fälschlicherweise über das Geschäftskonto abgewickelt.
Rechtstipps und Best Practices
- Regelmäßige Abstimmung: Führen Sie regelmäßig eine Kontenabstimmung durch, um Fehler frühzeitig zu erkennen.
- Korrekte Belegführung: Stellen Sie sicher, dass alle Buchungen durch die entsprechenden Belege gestützt sind.
- Einhaltung der GoBD: Achten Sie auf die Einhaltung der GoBD, um steuerliche Risiken zu minimieren.
- Kostenstellenzuordnung: Nutzen Sie die Möglichkeit der Kostenstellenzuordnung, um eine bessere Kostenkontrolle zu gewährleisten.
- Fortlaufende Weiterbildung: Halten Sie sich über aktuelle steuerliche und buchhalterische Vorschriften auf dem Laufenden.