SKR03: Aufbau, Kontenklassen und die wichtigsten Konten
Der DATEV-Standardkontenrahmen SKR03 im Überblick: Prozessgliederungsprinzip, alle zehn Kontenklassen, die wichtigsten Konten mit Nummer und Bezeichnung sowie die Abgrenzung zum SKR04.
Überblick
Der SKR03 ist einer der beiden verbreiteten DATEV-Standardkontenrahmen für Unternehmen aller Branchen. Sein vollständiger Titel im DATEV-Formular lautet “Standardkontenrahmen - Prozessgliederungsprinzip (SKR 03)” (DATEV, Art.-Nr. 11174, Ausgabestand 2026-01-01).
Der Name sagt bereits, wie er aufgebaut ist: Die Reihenfolge der Konten folgt dem betrieblichen Ablauf, also Beschaffung, Leistungserstellung und Verkauf. DATEV beschreibt das so: “Die Reihenfolge der Konten richtet sich an den Abläufen bzw. Prozessen (Leistungserstellung und Leistungsverwertung).”
Ein Kontenrahmen ist dabei nur die Vorlage. Was ein Betrieb tatsächlich bebucht, ist sein Kontenplan, also der Auszug aus dem Rahmen, den er wirklich braucht. DATEV formuliert es so: “der Kontenrahmen ist eine allgemeine Vorlage, aus der jeder Betrieb seinen passenden Kontenplan für die Buchführung ableitet.”
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Der SKR03 gliedert nach dem Prozess, der SKR04 nach dem Jahresabschluss
- ✓ Zehn Kontenklassen von 0 bis 9, der gesamte Aufwand liegt in Klasse 4, die Erlöse in Klasse 8
- ✓ Die Klassen 5 und 6 sind unbeschriftet: Im SKR03 gibt es dort kein einziges Standardkonto
- ✓ Gleiche Nummer heißt nicht gleiche Bedeutung: 1200 ist im SKR03 die Bank, im SKR04 sind es die Forderungen
- ✓ Für die Übersetzung beider Rahmen gibt es die SKR03-SKR04-Umrechnungstabelle
Das Prozessgliederungsprinzip
Wer im SKR03 bucht, folgt dem Weg einer Ware oder Leistung durch den Betrieb. Zuerst stehen die langlebigen Werte und das Kapital (Klasse 0), dann Geld, Forderungen und Verbindlichkeiten (Klasse 1), danach die Abgrenzungen (Klasse 2). Es folgen Wareneingang und Bestände (Klasse 3), der laufende betriebliche Aufwand (Klasse 4), die Bestände an eigenen Erzeugnissen (Klasse 7) und schließlich die Erlöse (Klasse 8).
Der Vorteil dieser Ordnung ist die Nähe zum Alltag: Eine Eingangsrechnung für Ware landet in der 3, eine Rechnung für Büromaterial in der 4, ein Verkauf in der 8. Wer die Bilanz vor Augen hat, muss dagegen umdenken, denn Aktiva und Passiva stehen nicht sortiert nebeneinander, sondern verteilen sich über die Klassen 0 und 1.
Die zehn Kontenklassen des SKR03
Die folgenden Klassenbezeichnungen stehen wörtlich in den Klassenköpfen des DATEV-Formulars (Art.-Nr. 11174, Ausgabestand 2026-01-01).
| Klasse | Bezeichnung im DATEV-Formular | Was dort liegt |
|---|---|---|
| 0 | Anlage- und Kapitalkonten | Immaterielle Werte, Sachanlagen, Finanzanlagen, Eigenkapital, langfristige Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Rechnungsabgrenzung |
| 1 | Finanz- und Privatkonten | Kasse, Bank, Forderungen, Vorsteuer, Verbindlichkeiten, Umsatzsteuer, Privatentnahmen und Privateinlagen |
| 2 | Abgrenzungskonten | Neutrale Aufwendungen und Erträge, Zinsen, Steuern vom Einkommen und Ertrag, periodenfremde Posten |
| 3 | Wareneingangs- und Bestandskonten | Einkauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Wareneingang, Fremdleistungen, erhaltene Skonti, Bestände |
| 4 | Betriebliche Aufwendungen | Personal, Raumkosten, Fahrzeuge, Werbung, Reisen, Abschreibungen, Porto, Telefon, Beratung |
| 5 | ohne Klassenbezeichnung, GuV-Posten “Sonstige betriebliche Aufwendungen” (5000 bis 5999) | keine Standardkonten vergeben |
| 6 | ohne Klassenbezeichnung, GuV-Posten “Sonstige betriebliche Aufwendungen” (6000 bis 6999) | keine Standardkonten vergeben |
| 7 | Bestände an Erzeugnissen | Unfertige und fertige Erzeugnisse, in Ausführung befindliche Bauaufträge |
| 8 | Erlöskonten | Umsatzerlöse nach Steuersatz, steuerfreie Umsätze, gewährte Skonti, Erlöse aus Anlagenverkäufen |
| 9 | Vortrags-, Kapital-, Korrektur- und statistische Konten | Saldenvorträge, Summenvortragskonto, statistische Konten für Auswertungen |
Der Punkt mit den Klassen 5 und 6 ist praktisch wichtig. Im gesamten Bereich 5000 bis 6999 vergibt der SKR03 kein einziges standardbeschriftetes Konto. Wer dort Löhne oder Miete bucht, weil er die Nummern aus einem anderen Kontenrahmen kennt, bucht an der DATEV-Systematik vorbei. Löhne sind im SKR03 die 4110, Miete die 4210.
Für wen der SKR03 typisch ist
DATEV nennt als typische Anwender “Unternehmen, die Einnahme-Überschuss-Rechnungen machen und/oder Freiberufler sind”. In der Praxis findet man den SKR03 vor allem bei Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Handwerksbetrieben und kleineren Handelsbetrieben. Kanzleien führen ihn oft als Hausstandard über den gesamten Mandantenstamm.
Vorgeschrieben ist keiner der beiden Rahmen. Die gesetzliche Pflicht endet bei der ordnungsmäßigen Buchführung selbst: § 238 Abs. 1 HGB verlangt, dass jeder Kaufmann “Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen” hat. Für Nichtkaufleute kommt die steuerliche Pflicht nach § 141 AO dazu, wenn der Gesamtumsatz mehr als 800.000 Euro im Kalenderjahr oder der Gewinn aus Gewerbebetrieb mehr als 80.000 Euro im Wirtschaftsjahr beträgt. Welchen Kontenrahmen man dabei verwendet, steht in keinem Gesetz.
Die wichtigsten SKR03-Konten
Die folgende Tabelle enthält rund 50 Konten, die in fast jeder Buchhaltung vorkommen. Die Bezeichnungen sind die DATEV-Bezeichnungen aus Art.-Nr. 11174. In der letzten Spalte steht die Nummer, unter der dasselbe Konto im SKR04 liegt.
| Konto | Bezeichnung | Kontenklasse | Entsprechung im SKR04 |
|---|---|---|---|
| 0027 | EDV-Software | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 0135 |
| 0200 | Technische Anlagen und Maschinen | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 0400 |
| 0320 | Pkw | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 0520 |
| 0410 | Geschäftsausstattung | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 0635 |
| 0800 | Gezeichnetes Kapital | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 2900 |
| 0955 | Steuerrückstellungen | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 3020 |
| 0980 | Aktive Rechnungsabgrenzung | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 1900 |
| 0990 | Passive Rechnungsabgrenzung | 0 Anlage- und Kapitalkonten | 3900 |
| 1000 | Kasse | 1 Finanz- und Privatkonten | 1600 |
| 1200 | Bank | 1 Finanz- und Privatkonten | 1800 |
| 1400 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1 Finanz- und Privatkonten | 1200 |
| 1500 | Sonstige Vermögensgegenstände | 1 Finanz- und Privatkonten | 1300 |
| 1571 | Abziehbare Vorsteuer 7 % | 1 Finanz- und Privatkonten | 1401 |
| 1576 | Abziehbare Vorsteuer 19 % | 1 Finanz- und Privatkonten | 1406 |
| 1600 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1 Finanz- und Privatkonten | 3300 |
| 1700 | Sonstige Verbindlichkeiten | 1 Finanz- und Privatkonten | 3500 |
| 1740 | Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt | 1 Finanz- und Privatkonten | 3720 |
| 1741 | Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer | 1 Finanz- und Privatkonten | 3730 |
| 1771 | Umsatzsteuer 7 % | 1 Finanz- und Privatkonten | 3801 |
| 1776 | Umsatzsteuer 19 % | 1 Finanz- und Privatkonten | 3806 |
| 1780 | Umsatzsteuer-Vorauszahlungen | 1 Finanz- und Privatkonten | 3820 |
| 1800 | Privatentnahmen allgemein | 1 Finanz- und Privatkonten | 2100 |
| 1890 | Privateinlagen | 1 Finanz- und Privatkonten | 2180 |
| 2100 | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 2 Abgrenzungskonten | 7300 |
| 2650 | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 2 Abgrenzungskonten | 7100 |
| 3100 | Fremdleistungen | 3 Wareneingangs- und Bestandskonten | 5900 |
| 3300 | Wareneingang 7 % Vorsteuer | 3 Wareneingangs- und Bestandskonten | 5300 |
| 3400 | Wareneingang 19 % Vorsteuer | 3 Wareneingangs- und Bestandskonten | 5400 |
| 3730 | Erhaltene Skonti | 3 Wareneingangs- und Bestandskonten | 5730 |
| 4100 | Löhne und Gehälter | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6000 |
| 4110 | Löhne | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6010 |
| 4120 | Gehälter | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6020 |
| 4130 | Gesetzliche soziale Aufwendungen | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6110 |
| 4210 | Miete (unbewegliche Wirtschaftsgüter) | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6310 |
| 4360 | Versicherungen | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6400 |
| 4500 | Fahrzeugkosten | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6500 |
| 4600 | Werbekosten | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6600 |
| 4650 | Bewirtungskosten | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6640 |
| 4830 | Abschreibungen auf Sachanlagen | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6220 |
| 4920 | Telefon | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6805 |
| 4930 | Bürobedarf | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6815 |
| 4950 | Rechts- und Beratungskosten | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6825 |
| 4970 | Nebenkosten des Geldverkehrs | 4 Betriebliche Aufwendungen | 6855 |
| 7050 | Unfertige Erzeugnisse (Bestand) | 7 Bestände an Erzeugnissen | kein direktes Gegenstück |
| 8125 | Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen nach § 4 Nr. 1b UStG | 8 Erlöskonten | 4125 |
| 8192 | Steuerfreie Erlöse Kleinunternehmer nach § 19 Abs. 1 UStG | 8 Erlöskonten | 4184 |
| 8300 | Erlöse 7 % USt | 8 Erlöskonten | 4300 |
| 8400 | Erlöse 19 % USt | 8 Erlöskonten | 4400 |
| 8730 | Gewährte Skonti | 8 Erlöskonten | 4730 |
Die vollständige Gegenüberstellung aller Kontenpaare steht in der SKR03-SKR04-Umrechnungstabelle.
Abgrenzung zum SKR04
Beide Rahmen enthalten dieselben Sachverhalte, sie sortieren sie nur anders. Der SKR04 folgt dem Abschlussgliederungsprinzip: Klassen 0 bis 3 bilden die Bilanz ab, Klasse 4 die Erträge, die Klassen 5 bis 7 die Aufwendungen.
| Merkmal | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Gliederungsprinzip | Prozess (Beschaffung, Erstellung, Verkauf) | Abschluss (Bilanz nach § 266 HGB, GuV nach § 275 HGB) |
| Aufwandskonten | Klasse 4 | Klassen 5, 6 und 7 |
| Erlöskonten | Klasse 8 | Klasse 4 |
| Bank | 1200 | 1800 |
| Kasse | 1000 | 1600 |
| Erlöse 19 % USt | 8400 | 4400 |
| Umsatzsteuer 19 % | 1776 | 3806 |
Fachlich ist das Ergebnis identisch. Ein Jahresabschluss aus dem SKR03 unterscheidet sich nicht von einem aus dem SKR04, nur der Weg dorthin ist anders sortiert.
Was DATEV sonst noch anbietet
Neben den beiden allgemeinen Rahmen gibt es Branchenkontenrahmen. DATEV nennt auf seiner Übersichtsseite den SKR 14 “für land- und forstwirtschaftliche Betriebe”, den SKR 42 “für gemeinnützige Organisationen wie Vereine und Stiftungen” und den SKR 51 “für das Kfz-Gewerbe”. Diese Rahmen sind auf die Konten und Auswertungen ihrer Branche zugeschnitten, folgen aber demselben Aufbauprinzip.
Häufige Fragen
Was bedeutet die 03 im SKR03?
Sie ist die Formularnummer des DATEV-Kontenrahmens, keine inhaltliche Angabe. Das zugehörige Formular trägt die Art.-Nr. 11174, der SKR04 die Art.-Nr. 11175.
In welcher Kontenklasse liegen die Aufwandskonten im SKR03?
In Klasse 4 (“Betriebliche Aufwendungen”), zusätzlich der Materialaufwand in Klasse 3 sowie Zinsen und Steuern in Klasse 2. Die Klassen 5 und 6 sind im SKR03 ohne Standardkonten.
Ist der SKR03 für die EÜR geeignet?
Ja. DATEV nennt Betriebe mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Freiberufler als typische Anwender. Einzelne Konten tragen dazu Hinweise. Zu 4500 vermerkt DATEV in Fußnote 18: “Da das EÜR-Formular einen differenzierten Ausweis der Reisekosten und Fahrzeugkosten fordert, darf dieses Konto von EÜR-Anwendern nicht genutzt werden.”
Kann ich SKR03-Nummern einfach im SKR04 verwenden?
Nein. Viele Nummern existieren in beiden Rahmen mit völlig unterschiedlicher Bedeutung. Die vollständige Übersetzung steht in der SKR03-SKR04-Umrechnungstabelle.
Wo finde ich die amtliche Kontenliste?
Im DATEV-Formular “DATEV-Kontenrahmen nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz, Standardkontenrahmen - Prozessgliederungsprinzip (SKR 03)”, Art.-Nr. 11174. Die hier genannten Bezeichnungen stammen aus dem Ausgabestand 2026-01-01.
Quellen
- DATEV eG: DATEV-Kontenrahmen nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz, Standardkontenrahmen - Prozessgliederungsprinzip (SKR 03), Art.-Nr. 11174, Ausgabestand 2026-01-01 (Kontenbezeichnungen und Klassenköpfe)
- DATEV eG: DATEV-Standardkontenrahmen (Gliederungsprinzipien, Branchenkontenrahmen)
- DATEV eG: Kontenplan und Buchhaltung mit SKR03 und SKR04 (Kontenrahmen gegenüber Kontenplan, typische Anwender)
- § 238 HGB, § 266 HGB, § 275 HGB, § 141 AO, abgerufen über gesetze-im-internet.de