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SKR03AktivaVorräte

Konto 7110

Fertige Erzeugnisse (Bestand)

Kontonummer

7110

Kontoart

Aktiva

Kategorie

Vorräte

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

SKR04
1110
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Zusammenfassung

Konto 7110 im SKR03 führt den Bestand an fertigen Erzeugnissen. Gemeint sind selbst hergestellte Produkte, die absatzreif sind, aber am Abschlussstichtag noch im Lager liegen. Es ist ein aktives Bestandskonto der Vorräte nach § 266 Abs. 2 B. I. 3 HGB. Wie bei allen Erzeugnisbeständen wird nicht laufend gebucht: Der Wert entsteht aus der Inventur, und nur die Veränderung gegenüber dem Vorjahr geht über ein Erfolgskonto.

Verwendungszweck

Auf 7110 gehören eigene Erzeugnisse nach Abschluss der Fertigung:

  • verkaufsfertige Produkte im Fertigwarenlager
  • abnahmefähige Erzeugnisse, die auf den Versand warten
  • Kommissionsware im eigenen Bestand, solange sie noch dir gehört
  • Erzeugnisse, die für einen bestimmten Auftrag hergestellt, aber noch nicht geliefert wurden

Der Wertansatz folgt § 255 Abs. 2 HGB mit den Herstellungskosten: Material- und Fertigungskosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Gemeinkosten und des fertigungsbedingten Werteverzehrs des Anlagevermögens.

Zugekaufte Handelsware gehört nicht auf 7110. Für sie sieht der SKR03 das Konto 7140 vor, weil sie nicht mit Herstellungskosten, sondern mit Anschaffungskosten bewertet wird.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 7050 Unfertige Erzeugnisse (Bestand): für Halbfabrikate, die noch nicht absatzreif sind.
  • 7140 Waren (Bestand): für zugekaufte Handelsware, die unverändert weiterverkauft wird.
  • 8980 Bestandsveränderungen fertige Erzeugnisse: das Erfolgskonto, gegen das die Veränderung des Bestands gebucht wird. Im SKR04 ist das 4800.
  • 4893 Abschreibungen auf fertige und unfertige Erzeugnisse (soweit unübliche Höhe): das Aufwandskonto für Abwertungen, die das übliche Maß überschreiten. Im SKR04 ist das 6279.
  • 3970 Bestand Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe: für das noch nicht verarbeitete Material.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Bestandserhöhung zum Jahresende von 80.000,00 EUR auf 95.000,00 EUR

Soll Haben Betrag
7110 Fertige Erzeugnisse (Bestand) 15.000,00 EUR
8980 Bestandsveränderungen fertige Erzeugnisse 15.000,00 EUR

Beispiel 2: Bestandsminderung zum Jahresende um 9.000,00 EUR

Soll Haben Betrag
8980 Bestandsveränderungen fertige Erzeugnisse 9.000,00 EUR
7110 Fertige Erzeugnisse (Bestand) 9.000,00 EUR

Beispiel 3: Abwertung von Lagerhütern auf den niedrigeren beizulegenden Wert in unüblicher Höhe, 4.000,00 EUR

Soll Haben Betrag
4893 Abschreibungen auf fertige und unfertige Erzeugnisse (soweit unübliche Höhe) 4.000,00 EUR
7110 Fertige Erzeugnisse (Bestand) 4.000,00 EUR

Welches Konto die Abwertung trägt, hängt davon ab, worum es geht:

  • Gewöhnliche Bewertungseffekte sind Teil der Bestandsveränderung und laufen über 8960 (SKR03) / 4810 (SKR04) für unfertige und 8980 (SKR03) / 4800 (SKR04) für fertige Erzeugnisse, also wie in den Beispielen 1 und 2.
  • Abschreibungen in unüblicher Höhe gehören auf ein eigenes Aufwandskonto. DATEV führt dafür 4893 (SKR03) / 6279 (SKR04) “Abschreibungen auf fertige und unfertige Erzeugnisse (soweit unübliche Höhe)”, Posten “Abschreibung auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die üblichen Abschreibungen überschreiten” (§ 275 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. b HGB).

Aus der bloßen Höhe eines Abwertungsbetrags folgt noch nicht, welche Variante richtig ist. Maßgeblich ist, ob die Abschreibung das übliche Maß überschreitet.

Nicht zu verwechseln: 4892 (SKR03) / 6278 (SKR04) heißen “Abschreibungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe/Waren (soweit unübliche Höhe)” und tragen das Material und die Handelsware, nicht die eigenen Erzeugnisse.

Im SKR04 entspricht dem Konto 7110 die Nummer 1110 “Fertige Erzeugnisse (Bestand)”. Der SKR04 führt die Vorratsbestände in der Kontenklasse 1, weil er der Reihenfolge der Bilanz folgt.

Steuerliche Aspekte

Fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2 HGB angesetzt. Pflichtbestandteile sind Materialkosten, Fertigungskosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des durch die Fertigung veranlassten Werteverzehrs des Anlagevermögens. Angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten dürfen einbezogen werden, soweit sie auf den Herstellungszeitraum entfallen. Forschungs- und Vertriebskosten sind nach § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB ausgeschlossen.

Zum Abschlussstichtag gilt das strenge Niederstwertprinzip des § 253 Abs. 4 HGB. Erzielt ein Erzeugnis am Markt nicht mehr die kalkulierten Preise, ist auf den niedrigeren Wert abzuschreiben. Bei Lagerhütern und Auslaufmodellen ist das der Regelfall und nicht die Ausnahme.

Der Bestand wird durch Inventur ermittelt. § 240 Abs. 2 HGB verlangt ein Inventar zum Schluss jedes Geschäftsjahrs, § 241 HGB lässt Vereinfachungsverfahren zu. Für gleichartige Vorräte erlaubt § 256 HGB zusätzlich die Annahme, dass die zuerst oder die zuletzt hergestellten Gegenstände zuerst veräußert wurden. Inventurunterlagen sind nach § 147 AO aufzubewahren.

Häufige Fehler

  • Bewertung zum Verkaufspreis. Angesetzt werden die Herstellungskosten, nicht der erwartete Erlös. Ein Ansatz zum Verkaufspreis würde Gewinn vorwegnehmen.
  • Vertriebskosten einbezogen. Sie sind nach § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB ausdrücklich ausgeschlossen.
  • Handelsware mit erfasst. Zugekaufte Ware gehört auf 7140 und wird mit Anschaffungskosten bewertet.
  • Bestandsveränderung übersehen. Ohne Buchung gegen 8980 fehlt der Ertrag oder Aufwand der Periode.
  • Lagerhüter unverändert bewertet. Nicht mehr absetzbare Erzeugnisse sind nach § 253 Abs. 4 HGB abzuwerten.
  • Abwertung auf 4892 gebucht. Das Konto trägt Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren. Für eigene Erzeugnisse führt DATEV 4893 (SKR03) / 6279 (SKR04).

FAQ

Warum steht der Bestand mit Herstellungskosten und nicht mit dem Verkaufspreis?

Weil ein Gewinn erst realisiert ist, wenn das Erzeugnis verkauft wurde. Bis dahin darf höchstens der aufgewendete Wert angesetzt werden. Das folgt aus § 253 Abs. 1 HGB, der den Ansatz auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten begrenzt.

Wie wirkt die Bestandsveränderung auf das Ergebnis?

Eine Bestandserhöhung erhöht den Ertrag der Periode, weil Aufwendungen für Erzeugnisse angefallen sind, die noch nicht verkauft wurden. Eine Bestandsminderung wirkt umgekehrt. Ohne diese Buchung stünden Herstellungsaufwand und Umsatz in unterschiedlichen Perioden und das Ergebnis wäre verzerrt.

Wo liegen fertige Erzeugnisse im SKR04?

Auf dem Konto 1110 “Fertige Erzeugnisse (Bestand)”. Der SKR04 stellt die Vorräte nach der Reihenfolge der Bilanz in die Kontenklasse 1, während der SKR03 die Erzeugnisbestände in der Klasse 7 führt. Zugekaufte Handelsware liegt dort auf 1140 “Waren (Bestand)”, das Sammelkonto ist 1100 “Fertige Erzeugnisse und Waren (Bestand)”.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.