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SKR04 Passiva Umsatzsteuer

Konto 3806

Umsatzsteuer 19 %

Kontonummer

3806

Kontoart

Passiva

Kategorie

Umsatzsteuer

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Konto 3806 “Umsatzsteuer 19 %” ist im SKR04 ein Passivkonto. Es sammelt die Umsatzsteuer, die das Unternehmen aus eigenen Umsätzen zum Regelsteuersatz schuldet. Das Geld gehört dem Finanzamt, nicht dem Unternehmen. In der Bilanz gehört der Bestand zu den sonstigen Verbindlichkeiten. Im SKR03 trägt dasselbe Konto die Nummer 1776.

Verwendungszweck

Jeder steuerpflichtige Umsatz zum Regelsteuersatz zerfällt in zwei Buchungen. Der Nettobetrag geht als Erlös auf 4400 “Erlöse 19 % USt”, die darauf entfallenden 19 % Steuer auf 3806. Der Kunde überweist beides in einer Summe, aber nur der Nettoteil ist Ertrag.

Meist muss 3806 nicht von Hand angesprochen werden. Das Erlöskonto 4400 ist ein Automatikkonto: Man bucht den Bruttobetrag darauf, die Software trennt Netto und Steuer und setzt die Gegenbuchung auf 3806. Handarbeit bleibt für Korrekturen und Umbuchungen zum Periodenende.

Der Saldo auf 3806 ist nicht der Betrag, der ans Finanzamt geht. Davon wird die abziehbare Vorsteuer abgezogen; nur die Differenz, die Zahllast, wird gezahlt und über 3820 “Umsatzsteuer-Vorauszahlungen” verbucht.

Der SKR04 hält für jeden Steuerfall ein eigenes Konto bereit: 3801 für 7 %, 3804 für den innergemeinschaftlichen Erwerb mit 19 %, 3816 für noch nicht fällige Umsatzsteuer bei Istversteuerung. Diese Trennung ist die Voraussetzung dafür, dass die Voranmeldung ohne Nacharbeit aus der Buchhaltung entsteht.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 3801 Umsatzsteuer 7 %: für Umsätze zum ermäßigten Steuersatz, mit dem Erlöskonto 4300.
  • 3816 Umsatzsteuer nicht fällig 19 %: für die Istversteuerung, bis der Kunde bezahlt.
  • 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 %: das Gegenstück auf der Aktivseite, für Steuer aus Eingangsrechnungen.
  • 3820 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen: Sammelkonto für die angemeldete und gezahlte Zahllast.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Ausgangsrechnung mit 19 % Umsatzsteuer

Eine Rechnung über 10.000,00 EUR netto zuzüglich 1.900,00 EUR Umsatzsteuer wird gestellt.

SollHabenBetrag
1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen4400 Erlöse 19 % USt10.000,00 EUR
1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen3806 Umsatzsteuer 19 %1.900,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an 8400 Erlöse 19 % USt 10.000,00 EUR sowie an 1776 Umsatzsteuer 19 % 1.900,00 EUR.

Beispiel 2: Barumsatz im Ladengeschäft

Ein Kunde zahlt 595,00 EUR brutto in bar.

SollHabenBetrag
1600 Kasse4400 Erlöse 19 % USt500,00 EUR
1600 Kasse3806 Umsatzsteuer 19 %95,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 1000 Kasse an 8400 Erlöse 19 % USt 500,00 EUR sowie an 1776 Umsatzsteuer 19 % 95,00 EUR.

Beispiel 3: Zahllast zum Monatsende ermitteln

Die geschuldete Umsatzsteuer beträgt 1.995,00 EUR, die abziehbare Vorsteuer 800,00 EUR.

SollHabenBetrag
3806 Umsatzsteuer 19 %1406 Abziehbare Vorsteuer 19 %800,00 EUR
3806 Umsatzsteuer 19 %3820 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen1.195,00 EUR

Im SKR03 laufen die Buchungen entsprechend über 1776, 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % und 1780 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen.

Steuerliche Aspekte

Die Frist ergibt sich aus § 18 Abs. 1 UStG: Die Voranmeldung ist “bis zum zehnten Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungszeitraums” zu übermitteln, und “die Vorauszahlung ist am zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig und bis dahin vom Unternehmer zu entrichten”. Eine Dauerfristverlängerung schiebt beides um einen Monat nach hinten.

In der Voranmeldung erscheint nicht der Steuerbetrag von 3806, sondern die Bemessungsgrundlage in Kennzahl 81. Sie stammt aus dem Erlöskonto 4400. Wer Erlöse auf einem sachlich falschen Konto bucht, meldet daher eine falsche Bemessungsgrundlage, selbst wenn der Steuerbetrag rechnerisch stimmt.

Bei der Soll-Versteuerung entsteht die Steuer mit Ausführung der Leistung, unabhängig vom Zahlungseingang. Bei der Ist-Versteuerung wird zunächst auf 3816 “Umsatzsteuer nicht fällig 19 %” gebucht, und erst die Vereinnahmung führt zur Umbuchung auf 3806.

Rechnungen, Kassenaufzeichnungen und Voranmeldungen unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach GoBD muss jede Zahl der Voranmeldung bis zum einzelnen Beleg zurückverfolgbar sein.

Häufige Fehler

  • Brutto als Erlös gebucht: Der Umsatz erscheint um 19 % zu hoch, die Steuerschuld fehlt ganz. Bei manueller Buchung ohne Automatikkonto passiert das schnell.
  • Falscher Steuersatz: Eine ermäßigt zu besteuernde Leistung auf 4400 erzeugt zu viel Umsatzsteuer und eine falsche Kennzahl 81.
  • Umsatzsteuer als Aufwand gebucht: Sie ist durchlaufender Posten und darf den Gewinn nicht mindern.
  • Istversteuerung ohne 3816: Wer sofort auf 3806 bucht, meldet Steuer, bevor der Kunde bezahlt hat, und zahlt sie aus eigener Liquidität vor.
  • Rechnungskorrektur ohne Steuerberichtigung: Bei Minderung oder Rückabwicklung ist nach § 17 UStG zu berichtigen, sonst bleibt die Steuer zu hoch angemeldet.

FAQ

Was ist Konto 3806 SKR04 in SKR03?

Im SKR03 entspricht dem Konto 3806 die Nummer 1776 “Umsatzsteuer 19 %”. Auch die Nachbarkonten sind gespiegelt: 1771 statt 3801 für 7 %, 1774 statt 3804 für den innergemeinschaftlichen Erwerb, 1766 statt 3816 für nicht fällige Umsatzsteuer.

Warum wird 3806 automatisch bebucht?

Weil 4400 “Erlöse 19 % USt” ein Automatikkonto ist. Es kennt seinen Steuersatz und erzeugt die Gegenbuchung selbst. Das spart Arbeit und verhindert, dass Erlös und Steuer auseinanderlaufen. Manuelle Buchungen auf 3806 bleiben Korrekturfällen vorbehalten.

Ist der Saldo auf 3806 der Betrag, den ich zahle?

Nein. Vom geschuldeten Betrag geht die abziehbare Vorsteuer ab. Nur die Differenz wird gezahlt und über 3820 “Umsatzsteuer-Vorauszahlungen” gebucht. Ist die Vorsteuer höher, entsteht ein Erstattungsanspruch gegenüber dem Finanzamt.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.