Skonto bei Kundenzahlung buchen
Gewährten Skontoabzug bei Kundenzahlungen korrekt erfassen
Skonto-Rechner
Berechnen Sie den Skonto-Abzug und die korrekte Vorsteuer-/Umsatzsteuerkorrektur.
Typisch: 2% bei Zahlung innerhalb 10 Tagen
Geben Sie den Rechnungsbetrag und Skontosatz ein.
Überblick
Diese Buchungsvorlage behandelt die Buchung von Skonto bei der Zahlung durch Kunden. Skonto ist ein Preisnachlass, den Du Deinen Kunden gewährst, wenn sie ihre Rechnung innerhalb eines bestimmten Zeitraums begleichen. Diese Buchung wird benötigt, um den tatsächlichen Zahlungseingang, die gewährten Skonti und die Anpassung der Umsatzsteuer korrekt zu erfassen.
Wann wird diese Buchung benötigt?
- Wenn ein Kunde eine Rechnung innerhalb der Skontofrist bezahlt.
- Bei der Buchung von Zahlungseingängen, bei denen Skonto gewährt wurde.
- Zur Anpassung der Umsatzsteuer aufgrund einer Skontovereinbarung.
- Um die Buchhaltung für den Jahresabschluss korrekt abzubilden.
Buchungssatz
| Konto | Bezeichnung | Soll | Haben |
|---|---|---|---|
| 1200 (SKR03) / 1800 (SKR04) | Bank | Zahlbetrag | |
| 8730 (SKR03) / 4730 (SKR04) | Gewährte Skonti | Skonto netto | |
| 1776 (SKR03) / 3806 (SKR04) | Umsatzsteuer 19 % | Umsatzsteuer auf Skonto | |
| 1400 (SKR03) / 1200 (SKR04) | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Rechnungsbetrag |
Wichtige Kontenreferenz:
- Bank: SKR03=1200, SKR04=1800
- Gewährte Skonti: SKR03=8730, SKR04=4730
- Umsatzsteuer 19 %: SKR03=1776, SKR04=3806
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: SKR03=1400, SKR04=1200
Nicht verwechseln: Erhaltene Skonti (SKR03 3730 / SKR04 5730) sind die Skonti, die Du selbst beim Einkauf ziehst. Und: Im SKR04 ist 1200 das Forderungskonto, im SKR03 die Bank.
Schritt-für-Schritt Anleitung
-
Ermittlung des Skontobetrags: Berechne den Skontobetrag basierend auf dem Rechnungsbetrag und dem vereinbarten Skontosatz.
-
Berechnung der verminderten Umsatzsteuer: Berechne die Umsatzsteuer, die auf den Skontobetrag entfällt. Dazu multiplizierst Du den Skontobetrag mit dem aktuellen Umsatzsteuersatz (z.B. 19%).
-
Buchung des Zahlungseingangs: Buche den Zahlungseingang auf das Bankkonto (1200 (SKR03) / 1800 (SKR04)) und den Nettoteil des Skontos auf Gewährte Skonti (8730 (SKR03) / 4730 (SKR04)). Der Steueranteil des Skontos entlastet das Umsatzsteuerkonto 1776 (SKR03) / 3806 (SKR04), steht also ebenfalls im Soll.
-
Ausgleich des Forderungskontos: Der gesamte Betrag, bestehend aus Zahlungseingang, Skonto und Umsatzsteuer, wird vom Forderungskonto (Konto 1400 (SKR03) / 1200 (SKR04)) abgebucht.
Praxisbeispiel mit Zahlen
Ausgangssituation: Ein Kunde hat eine Rechnung über 1.190,00 € (inklusive 19% USt.) erhalten. Er zahlt innerhalb der Skontofrist und erhält 3% Skonto.
Berechnung:
- Rechnungsbetrag brutto: 1.190,00 €
- Skontobetrag brutto: 1.190,00 € * 3 % = 35,70 €
- Umsatzsteuer auf Skonto: 35,70 € * 19/119 = 5,70 €
- Skonto netto: 35,70 € - 5,70 € = 30,00 €
- Zahlungseingang: 1.190,00 € - 35,70 € = 1.154,30 €
Buchung:
| Konto | Bezeichnung | Soll | Haben |
|---|---|---|---|
| 1200 (SKR03) / 1800 (SKR04) | Bank | 1.154,30 € | |
| 8730 (SKR03) / 4730 (SKR04) | Gewährte Skonti | 30,00 € | |
| 1776 (SKR03) / 3806 (SKR04) | Umsatzsteuer 19 % | 5,70 € | |
| 1400 (SKR03) / 1200 (SKR04) | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.190,00 € |
Probe: 1.154,30 € + 30,00 € + 5,70 € = 1.190,00 €. Soll und Haben stimmen überein.
Wichtige Hinweise
- Stelle sicher, dass der Skontobetrag korrekt berechnet wurde.
- Die Umsatzsteuer muss entsprechend angepasst werden.
- Überprüfe, ob die Skontofrist tatsächlich eingehalten wurde.
- Die Umsatzsteuerkorrektur gehört in den Voranmeldungszeitraum, in dem der Kunde zahlt, nicht in den der Rechnung.
- Gewährte Skonti mindern den Umsatz. Sie gehören nicht in den Aufwand.
Häufige Fehler
- Falsche Berechnung des Skontobetrags: Überprüfe die Berechnung sorgfältig.
- Nicht-Anpassung der Umsatzsteuer: Die Umsatzsteuer muss auf den verminderten Betrag angepasst werden.
- Übersehen der Skontofrist: Stelle sicher, dass der Skonto nur gewährt wird, wenn die Frist eingehalten wurde.
Rechtliche Grundlagen
Der Skontoabzug ändert die Bemessungsgrundlage des Umsatzes. Nach § 17 Abs. 1 UStG hat der leistende Unternehmer den geschuldeten Steuerbetrag zu berichtigen, der Leistungsempfänger seinen Vorsteuerabzug. Die Berichtigung erfolgt in dem Voranmeldungszeitraum, in dem die Änderung der Bemessungsgrundlage eingetreten ist.
Tipps für die Praxis
- Regelmäßige Kontrolle: Überprüfe regelmäßig, ob alle Skonti korrekt verbucht wurden.
- Automatisierung: Nutze Buchhaltungssoftware, um Skonti automatisch zu berechnen und zu buchen.
- Schulung: Stelle sicher, dass alle Mitarbeiter, die mit der Buchhaltung arbeiten, über die Skontovereinbarungen informiert sind.
- Dokumentation: Halte alle Skontovereinbarungen schriftlich fest, um bei Nachfragen eine klare Grundlage zu haben.
Rechtsquellen
Die folgenden BMF-Schreiben und Verwaltungsanweisungen bilden die rechtliche Grundlage für diesen Artikel:
- Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) (01.10.2010 (laufend aktualisiert), BStBl I Sondernummer 1/2010)
- GoBD - Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern (28.11.2019, BStBl I 2019, 1269)
Kontonummern geprueft gegen DATEV-Kontenrahmen SKR 03 (Art.-Nr. 11174) und SKR 04 (Art.-Nr. 11175), Stand 2026, sowie buchungssatz.de am 2026-09-08.
Verwandte Begriffe im Glossar
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