Konto 7050
Unfertige Erzeugnisse (Bestand)
Kontonummer
7050
Kontoart
Aktiva
Kategorie
Vorräte
Zusammenfassung
Konto 7050 im SKR03 führt den Bestand an unfertigen Erzeugnissen, also an Halbfabrikaten und Zwischenerzeugnissen, die im Betrieb entstanden, aber noch nicht absatzreif sind. Sie haben bereits Kosten verursacht, nämlich Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und Fertigungsgemeinkosten, und stehen deshalb als Vermögen in der Bilanz. Es ist ein aktives Bestandskonto der Vorräte nach § 266 Abs. 2 B. I. 2 HGB. Bebucht wird es zum Abschlussstichtag über die Bestandsveränderung.
Verwendungszweck
Auf 7050 gehören alle eigenen Erzeugnisse, deren Fertigung begonnen, aber nicht abgeschlossen ist:
- Halbfabrikate, die auf die nächste Bearbeitungsstufe warten
- Zwischenerzeugnisse, die weiterverarbeitet werden sollen
- angearbeitete Baugruppen und Teile aus der eigenen Fertigung
- Erzeugnisse in der Endmontage, solange sie nicht abnahmefähig sind
Bewertet wird mit den Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2 HGB. Pflichtbestandteile sind die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des fertigungsbedingten Werteverzehrs des Anlagevermögens.
Zugekaufte Ware gehört nicht auf 7050, ebenso wenig fertige eigene Erzeugnisse. Beide haben eigene Konten.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 7110 Fertige Erzeugnisse (Bestand): sobald das Erzeugnis absatzreif ist, wechselt der Wert dorthin.
- 7080 Unfertige Leistungen (Bestand): für begonnene Dienstleistungen und Aufträge ohne körperliches Erzeugnis.
- 8960 Bestandsveränderungen unfertige Erzeugnisse: das Erfolgskonto, gegen das die Veränderung gebucht wird.
- 3970 Bestand Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe: für das noch nicht eingesetzte Material.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Bestandserhöhung zum Jahresende von 40.000,00 EUR auf 52.000,00 EUR
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 7050 Unfertige Erzeugnisse (Bestand) | 12.000,00 EUR | |
| 8960 Bestandsveränderungen unfertige Erzeugnisse | 12.000,00 EUR |
Beispiel 2: Bestandsminderung zum Jahresende um 6.500,00 EUR
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 8960 Bestandsveränderungen unfertige Erzeugnisse | 6.500,00 EUR | |
| 7050 Unfertige Erzeugnisse (Bestand) | 6.500,00 EUR |
Beispiel 3: Abwertung eines nicht mehr verwertbaren Halbfabrikats, 2.000,00 EUR
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 4892 Abschreibungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe/Waren (soweit unübliche Höhe) | 2.000,00 EUR | |
| 7050 Unfertige Erzeugnisse (Bestand) | 2.000,00 EUR |
Ein belegtes Gegenkonto im SKR04 ist für dieses Bestandskonto in unserer geprüften DATEV-Kontenliste nicht hinterlegt. Der SKR04 führt die Vorratsbestände in der Kontenklasse 1, weil er der Gliederung der Bilanz folgt; die genaue Nummer entnimmst du dem Kontenverzeichnis deiner Buchhaltung.
Steuerliche Aspekte
Der Wertansatz folgt § 255 Abs. 2 HGB. Zu den Herstellungskosten gehören zwingend Material- und Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des fertigungsbedingten Werteverzehrs des Anlagevermögens. Angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten und bestimmter sozialer Aufwendungen dürfen einbezogen werden, soweit sie auf den Herstellungszeitraum entfallen. Forschungs- und Vertriebskosten dürfen nach § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB nicht einbezogen werden.
Zum Abschlussstichtag greift das strenge Niederstwertprinzip des § 253 Abs. 4 HGB. Ist ein Halbfabrikat technisch überholt oder lässt sich der geplante Verkaufspreis nicht mehr erzielen, ist auf den niedrigeren beizulegenden Wert abzuschreiben. Die Ableitung dieses Werts gehört dokumentiert, weil sie den Gewinn mindert.
Der Bestand wird durch Inventur ermittelt; § 240 Abs. 2 HGB verlangt für den Schluss jedes Geschäftsjahrs ein Inventar, § 241 HGB lässt Vereinfachungsverfahren zu. Bei unfertigen Erzeugnissen kommt es dabei nicht nur auf die Menge an, sondern auf den Fertigungsgrad, weil er den Wert bestimmt. Die Aufzeichnungen unterliegen § 147 AO.
Häufige Fehler
- Vertriebskosten einbezogen. § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB verbietet das ausdrücklich; der Bestand wäre zu hoch bewertet.
- Fertigungsgrad geschätzt statt ermittelt. Ohne nachvollziehbare Grundlage ist der Wertansatz in der Prüfung angreifbar.
- Bestandsveränderung nicht gebucht. Ohne die Buchung gegen 8960 fehlt der Ertrag oder Aufwand der Periode und der Gewinn stimmt nicht.
- Unfertige Leistungen mit erfasst. Begonnene Dienstleistungen ohne körperliches Erzeugnis gehören auf 7080.
- Keine Abwertung trotz Absatzproblemen. Lässt sich das Erzeugnis nicht mehr zum kalkulierten Preis verkaufen, ist nach § 253 Abs. 4 HGB abzuwerten.
FAQ
Wann wechselt ein Erzeugnis von 7050 nach 7110?
Sobald es absatzreif ist, also die Fertigung abgeschlossen und die Qualitätsprüfung bestanden ist. Der Wechsel geschieht rechnerisch über die Bestandsveränderungskonten der beiden Positionen und nicht durch eine direkte Umbuchung zwischen den Bestandskonten. Maßgeblich ist der Zustand am Abschlussstichtag.
Wie bewerte ich ein Erzeugnis, das erst zur Hälfte fertig ist?
Mit den bis zum Stichtag angefallenen Herstellungskosten. Praktisch wird der Fertigungsgrad je Erzeugnis oder Auftrag festgestellt und mit den kalkulierten Herstellungskosten der vollen Fertigung multipliziert. Das Verfahren sollte über die Jahre gleich bleiben, damit die Werte vergleichbar sind.
Wo liegen unfertige Erzeugnisse im SKR04?
Der SKR04 ordnet die Vorräte nach der Reihenfolge der Bilanz in die Kontenklasse 1 ein, während der SKR03 die Erzeugnisbestände in der Klasse 7 führt. Ein belegtes Gegenkonto nennen wir hier bewusst nicht, weil es in unserer geprüften Kontenliste nicht hinterlegt ist. Die passende Nummer steht im Kontenverzeichnis deiner Buchhaltung.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.