Zum Hauptinhalt springen
SKR03 Aufwand Materialaufwand

Konto 3730

Erhaltene Skonti

Kontonummer

3730

Kontoart

Aufwand

Kategorie

Materialaufwand

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Das Konto 3730 “Erhaltene Skonti” im SKR03 erfasst Preisnachlässe, die ein Lieferant für die schnelle Bezahlung einer Rechnung gewährt. Weil sich damit der Einkaufspreis nachträglich verringert, wirkt das Konto als Aufwandsminderung im Materialaufwand. 3730 ist im SKR03 als Sammelkonto angelegt; gebucht wird in der Praxis auf den steuersatzbezogenen Unterkonten 3731 und 3736. Im SKR04 entspricht ihm das Konto 5730.

Verwendungszweck

Skonto ist ein Abschlag auf den Rechnungsbetrag, wenn innerhalb einer kurzen Frist gezahlt wird, typisch sind 2 Prozent bei Zahlung binnen zehn Tagen. Wirtschaftlich ist das ein kurzfristiger Lieferantenkredit mit hohem Jahreszins, weshalb sich der Skontoabzug in aller Regel lohnt.

Typische Fälle:

  • Abzug von 2 Prozent bei Zahlung einer Wareneingangsrechnung binnen zehn Tagen
  • Skonto auf eine Rechnung über Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
  • Skonto auf eine Rechnung über bezogene Leistungen

Wichtig ist, dass der Skontoabzug nicht nur den Aufwand, sondern auch die Vorsteuer mindert. Beim Buchen auf einem der Automatikkonten übernimmt die Buchhaltung diese Korrektur selbst, sofern der zutreffende Steuersatz gewählt wurde.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer: das Konto für Skonti aus Rechnungen mit dem Regelsteuersatz. In der laufenden Buchführung ist dies der Normalfall.
  • 3731 Erhaltene Skonti 7 % Vorsteuer: für Skonti aus Rechnungen mit dem ermäßigten Steuersatz.
  • 3760 Erhaltene Boni 19 % Vorsteuer: nachträgliche Rückvergütungen nach Ablauf einer Abrechnungsperiode, nicht an eine Zahlungsfrist gebunden.
  • 8730 Gewährte Skonti: das Gegenstück auf der Erlösseite, wenn du selbst einem Kunden Skonto einräumst.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Wareneingangsrechnung auf Ziel

Eine Eingangsrechnung über 1.000,00 EUR netto zuzüglich 190,00 EUR Umsatzsteuer wird zunächst als Verbindlichkeit erfasst.

SollHabenBetrag
3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen1.190,00 EUR
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %190,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung 5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer und 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % an 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Beispiel 2: Zahlung mit 2 Prozent Skonto

Innerhalb der Skontofrist werden 1.166,20 EUR überwiesen. Der Abzug von 23,80 EUR verteilt sich auf 20,00 EUR Preisminderung und 3,80 EUR Vorsteuerkorrektur.

SollHabenBetrag
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen1200 Bank1.166,20 EUR
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer20,00 EUR
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %3,80 EUR

Im SKR04 wird 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen 1800 Bank, 5736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer und 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % gebucht.

Beispiel 3: Skonto auf eine Rechnung mit 7 Prozent

Eine Rechnung über 535,00 EUR brutto wird mit 2 Prozent Skonto beglichen, also mit 524,30 EUR. Der Abzug von 10,70 EUR teilt sich in 10,00 EUR Preisminderung und 0,70 EUR Vorsteuerkorrektur.

SollHabenBetrag
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen1200 Bank524,30 EUR
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3731 Erhaltene Skonti 7 % Vorsteuer10,00 EUR
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen1571 Abziehbare Vorsteuer 7 %0,70 EUR

Im SKR04 wird gegen 5731 Erhaltene Skonti 7 % Vorsteuer und 1401 Abziehbare Vorsteuer 7 % gebucht.

Steuerliche Aspekte

Ein Skontoabzug ist eine Minderung des Entgelts. Nach § 17 UStG sind Umsatzsteuer und Vorsteuer entsprechend zu berichtigen, sobald sich die Bemessungsgrundlage ändert. Auf der Empfängerseite heißt das: Der Vorsteuerabzug wird um den auf den Skontobetrag entfallenden Steueranteil gekürzt, und zwar in dem Voranmeldungszeitraum, in dem der Abzug tatsächlich vorgenommen wurde.

Ertragsteuerlich mindert der Skonto den Aufwand. Weil 3730 als Sammelkonto geführt wird, laufen die tatsächlichen Buchungen über die steuersatzbezogenen Unterkonten, die die Steuerkorrektur automatisch berechnen. Zahlungsbelege und Kontoauszüge, aus denen der Skontoabzug hervorgeht, sind nach § 147 AO aufzubewahren und müssen den GoBD entsprechen.

Häufige Fehler

  • Vorsteuer nicht korrigiert. Wer nur den Zahlbetrag bucht und die Verbindlichkeit ausgleicht, zieht Vorsteuer aus einem Betrag, den er nie gezahlt hat.
  • Skonto direkt vom Wareneingangskonto abgezogen. Damit ist die Preisminderung nicht mehr auswertbar und der Einkaufsumsatz verzerrt.
  • Falscher Steuersatz gewählt. Zu einer Rechnung mit 7 Prozent gehört 3731, nicht 3736.
  • Direkt auf das Sammelkonto gebucht. 3730 ist als Sammelkonto angelegt und sollte nicht unmittelbar bebucht werden.
  • Skonto und Bonus verwechselt. Boni werden nachträglich für einen Zeitraum abgerechnet und haben eigene Konten.

FAQ

Was ist das Konto 3730 aus dem SKR03 im SKR04?

Es entspricht dem Konto 5730 “Erhaltene Skonti”. Auch die Unterkonten laufen parallel: 3731 und 3736 im SKR03 stehen 5731 und 5736 im SKR04 gegenüber.

Warum muss die Vorsteuer beim Skonto korrigiert werden?

Weil sich das Entgelt mindert. Nach § 17 UStG sind Umsatzsteuer und Vorsteuer anzupassen, wenn sich die Bemessungsgrundlage ändert. Der Lieferant kürzt seine Umsatzsteuer, du kürzt deine Vorsteuer um denselben Betrag.

Lohnt sich Skonto wirtschaftlich?

In der Regel ja. Zwei Prozent Nachlass für zwanzig Tage früher zahlen entsprechen einem sehr hohen Jahreszins. Deshalb ist der Skontoabzug meist selbst dann sinnvoll, wenn dafür ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen wird. Die konkrete Rechnung hängt an den eigenen Kreditkonditionen.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.