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SKR04 Passiva Verbindlichkeiten

Konto 3720

Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt

Kontonummer

3720

Kontoart

Passiva

Kategorie

Verbindlichkeiten

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Konto 3720 “Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt” ist im SKR04 ein Passivkonto. Es zeigt, was das Unternehmen seinen Mitarbeitern nach abgerechnetem Monat noch schuldet, also den auszuzahlenden Nettobetrag. In der Bilanz gehört der Bestand zu den sonstigen Verbindlichkeiten auf der Passivseite. Im SKR03 trägt dasselbe Konto die Nummer 1740.

Verwendungszweck

Zwischen Abrechnung und Überweisung liegen fast immer ein paar Tage. Solange die Gehaltszahlung aussteht, schuldet das Unternehmen seinen Mitarbeitern Geld, und diese Schuld gehört auf 3720.

Auf dem Konto steht ausschließlich der Nettobetrag. Der Bruttolohn zerfällt in drei Teile mit drei verschiedenen Empfängern: Was der Mitarbeiter bekommt, steht auf 3720. Die einbehaltene Lohnsteuer samt Kirchensteuer geht an das Finanzamt und steht auf 3730. Die Sozialabgaben gehen an die Einzugsstellen und stehen auf 3740.

Der Personalaufwand bleibt davon unberührt. Auf 6020 “Gehälter” oder 6010 “Löhne” steht der volle Bruttolohn, auf 6110 “Gesetzliche soziale Aufwendungen” der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Die Verbindlichkeitskonten regeln nur die Verteilung der Zahlungsströme.

Wer mit einem Verrechnungskonto zwischen Lohn- und Finanzbuchhaltung arbeitet, nutzt zusätzlich 3790 “Lohn- und Gehaltsverrechnungskonto”. Es ist ein Durchlaufkonto und sollte nach jeder abgeschlossenen Abrechnung wieder auf null stehen.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 3730 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer: für die einbehaltenen Steuerbeträge an das Finanzamt.
  • 3740 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit: für Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.
  • 3790 Lohn- und Gehaltsverrechnungskonto: Durchlaufkonto zwischen Lohn- und Finanzbuchhaltung.
  • 3079 Urlaubsrückstellungen: für offene Urlaubsansprüche, deren Höhe erst geschätzt werden muss.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Monatsabrechnung erfassen

Abgerechnet werden 10.000,00 EUR Brutto, davon 1.800,00 EUR Lohn- und Kirchensteuer und 2.000,00 EUR Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung.

SollHabenBetrag
6020 Gehälter3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt6.200,00 EUR
6020 Gehälter3730 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer1.800,00 EUR
6020 Gehälter3740 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit2.000,00 EUR

Im SKR03 laufen dieselben Buchungen über 4120 Gehälter, 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt, 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer und 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

Beispiel 2: Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung

Der Arbeitgeberanteil von 2.000,00 EUR ist zusätzlicher Aufwand.

SollHabenBetrag
6110 Gesetzliche soziale Aufwendungen3740 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit2.000,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen an 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.000,00 EUR.

Beispiel 3: Nettolöhne überweisen

Der Auszahlungsbetrag verlässt das Geschäftskonto.

SollHabenBetrag
3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt1800 Bank6.200,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt an 1200 Bank 6.200,00 EUR.

Steuerliche Aspekte

Der Personalaufwand gehört in den Monat, für den abgerechnet wird, nicht in den Monat der Auszahlung. Eine Dezemberabrechnung, die erst im Januar überwiesen wird, ist Aufwand des alten Jahres und steht zum Bilanzstichtag als Verbindlichkeit auf 3720.

Für die abzuführenden Beträge gelten unterschiedliche Fristen, und zwar in einer Reihenfolge, die viele überrascht. Die Sozialversicherungsbeiträge sind nach § 23 Abs. 1 SGB IV “spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats” fällig, in dem die Beschäftigung ausgeübt wurde, also noch im laufenden Monat. Die Lohnsteuer folgt später: § 41a EStG verlangt Anmeldung und Abführung “spätestens am zehnten Tag nach Ablauf eines jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums”.

Nicht abgeführte Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung sind strafbewehrt. In einer Liquiditätsenge sind diese Beträge deshalb vorrangig zu bedienen, auch vor anderen Gläubigern.

Lohnkonten, Abrechnungsjournale und Beitragsnachweise unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach GoBD muss jede Buchung auf 3720 bis zur einzelnen Lohnabrechnung nachvollziehbar sein.

Häufige Fehler

  • Nur die Überweisung gebucht: Damit erscheint als Aufwand der Nettolohn statt Brutto plus Arbeitgeberanteil. Die Personalkosten sind dann deutlich zu niedrig ausgewiesen.
  • Alles auf einem Verbindlichkeitskonto: Steuer und Sozialversicherung haben eigene Konten. Ohne die Trennung ist am Stichtag nicht erkennbar, was an wen offen ist.
  • Dezemberlöhne ins neue Jahr gebucht: Der Aufwand gehört in das Abrechnungsjahr, nicht in das Zahlungsjahr.
  • Arbeitgeberanteil vom Nettolohn abgezogen: Er ist zusätzlicher Aufwand des Arbeitgebers und mindert den Auszahlungsbetrag nicht.
  • Verrechnungskonto 3790 mit Restsaldo: Ein offener Betrag zeigt eine unvollständige Übernahme aus der Lohnbuchhaltung an und gehört vor dem Abschluss geklärt.

FAQ

Was ist Konto 3720 SKR04 in SKR03?

Im SKR03 entspricht dem Konto 3720 die Nummer 1740 “Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt”. Auch die Nachbarkonten sind gespiegelt: 1741 statt 3730 für Lohn- und Kirchensteuer, 1742 statt 3740 für die soziale Sicherheit, 1755 statt 3790 als Verrechnungskonto.

Warum sind die Sozialabgaben früher fällig als die Lohnsteuer?

Weil zwei verschiedene Gesetze mit unterschiedlichen Fristen greifen. § 23 Abs. 1 SGB IV stellt auf den drittletzten Bankarbeitstag des Beschäftigungsmonats ab, § 41a EStG auf den zehnten Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums. Für die Liquiditätsplanung heißt das: Die Beiträge gehen raus, bevor der Lohn selbst überwiesen ist.

Gehören Urlaubsansprüche auf 3720?

Nein. Offener Urlaub ist eine der Höhe nach ungewisse Verpflichtung und damit eine Rückstellung. Sie gehört auf 3079 “Urlaubsrückstellungen”. Auf 3720 steht nur, was aus einer abgerechneten Periode konkret geschuldet wird.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.