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SKR04PassivaVerbindlichkeiten

Konto 3300

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Kontonummer

3300

Kontoart

Passiva

Kategorie

Verbindlichkeiten

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Konto 3300 “Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen” ist im SKR04 ein Passivkonto und das Sammelkonto der Kreditorenbuchhaltung. Es zeigt, was das Unternehmen seinen Lieferanten für erhaltene Waren und Leistungen noch schuldet. In der Bilanz steht der Bestand unter C. 4. der Passivseite. Im SKR03 trägt dasselbe Konto die Nummer 1600.

Verwendungszweck

Jede geprüfte Eingangsrechnung, die noch offen ist, gehört auf 3300. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung, nicht der Zahlungstag. Sobald die Leistung erbracht und die Rechnung da ist, steht die Verbindlichkeit in den Büchern.

Direkt auf 3300 wird in der Praxis selten gebucht. Üblich sind Kreditorenkonten je Lieferant im Personenkontenbereich ab 70000, die sich auf das Sachkonto 3300 summieren. Nur so entsteht eine Offene-Posten-Liste, die zeigt, welche Rechnung von wem noch aussteht und wann die Skontofrist abläuft.

Das Gegenstück auf der Aktivseite ist im SKR04 das Konto 1200 “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen”; die Debitoren-Sammelkonten 1210 und folgende gehören dazu. Wer nach der Kombination 1210 und 3300 sucht, sucht genau dieses Paar: Forderungen gegen Kunden auf der einen, Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten auf der anderen Seite.

Andere Schuldarten gehören nicht hierher. Ein Bankdarlehen steht auf 3150, Lohnverbindlichkeiten auf 3720, Steuerschulden auf 3700. Konto 3300 ist ausschließlich für den Leistungsaustausch mit Lieferanten reserviert.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: das Gegenstück auf der Aktivseite, mit den Debitorenkonten 1210 ff. Forderungen und Verbindlichkeiten werden nie saldiert.
  • 3420 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen: eigener Bilanzausweis für Konzernbeziehungen.
  • 3310 Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen (ohne Kontokorrent): für Vorgänge außerhalb der Kreditorenbuchhaltung.
  • 3500 Sonstige Verbindlichkeiten: für alles, was nicht aus Lieferung oder Leistung stammt.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Wareneingang auf Rechnung

Ein Handelsunternehmen erhält Waren für 5.000,00 EUR netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer, die Rechnung ist offen.

Soll Haben Betrag
5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.000,00 EUR
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 950,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer an 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.000,00 EUR sowie 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % an 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 950,00 EUR.

Beispiel 2: Überweisung der Rechnung

Der Bruttobetrag von 5.950,00 EUR wird vom Geschäftskonto überwiesen.

Soll Haben Betrag
3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1800 Bank 5.950,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an 1200 Bank 5.950,00 EUR.

Beispiel 3: Zahlung mit Skontoabzug

Dieselbe Rechnung wird unter Abzug von 2 % Skonto beglichen. Der Abzug mindert Wareneinsatz und Vorsteuer.

Soll Haben Betrag
3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1800 Bank 5.831,00 EUR
3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer 100,00 EUR
3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 19,00 EUR

Im SKR03 laufen die Buchungen entsprechend über 1600, 1200 Bank, 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer und 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %.

Steuerliche Aspekte

Der Vorsteuerabzug nach § 15 UStG setzt zwei Dinge voraus: eine ausgeführte Leistung und eine ordnungsgemäße Rechnung. Die Zahlung gehört nicht dazu. Eine offene Verbindlichkeit auf 3300 hindert den Abzug also nicht.

Umgekehrt gilt: Fehlt eine Pflichtangabe auf der Rechnung, etwa die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten, ist der Abzug bis zur Rechnungsberichtigung zu versagen. Die Rechnungsprüfung gehört deshalb vor die Buchung.

Beim Skonto ist nach § 17 UStG zu korrigieren. Das Entgelt mindert sich, und mit ihm die abziehbare Vorsteuer. Wer nur den Zahlbetrag verbucht und die Steuerkorrektur unterlässt, hat am Jahresende zu viel Vorsteuer gezogen.

Rechnungen, Kreditorenkonten und Zahlungsbelege bilden zusammen die Nachweiskette. Sie unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO, und nach den GoBD muss jede Buchung auf 3300 bis zum einzelnen Beleg zurückverfolgbar sein.

Häufige Fehler

  • Nummer aus dem SKR03 übernommen: Im SKR03 ist 3300 das Konto “Wareneingang 7 %”. Wer beim Wechsel des Kontenrahmens die Nummer beibehält, bucht Aufwand statt Verbindlichkeit.
  • 1600 verwechselt: Im SKR04 ist 1600 die Kasse, nicht die Verbindlichkeit. Auch diese Falle schnappt beim Wechsel zwischen den Kontenrahmen zu.
  • Erst bei Zahlung erfasst: Aufwand und Vorsteuer landen dann in der falschen Periode. Gebucht wird mit Lieferung und Rechnung.
  • Skonto ohne Vorsteuerkorrektur: Die Minderung des Entgelts wirkt nach § 17 UStG auch auf die Steuer. Ohne die Korrektur bleibt zu viel Vorsteuer stehen.
  • Forderungen gegengerechnet: Auch gegenüber demselben Geschäftspartner werden Forderung und Verbindlichkeit getrennt ausgewiesen.

FAQ

Was ist Konto 3300 SKR04 in SKR03?

Im SKR03 entspricht dem Konto 3300 die Nummer 1600 “Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen”. Vorsicht bei beiden Nummern: Im SKR03 ist 3300 das Wareneingangskonto mit 7 % Vorsteuer, im SKR04 ist 1600 die Kasse.

Was bedeutet die Kombination 1210 und 3300 im SKR04?

Damit ist das Gegensatzpaar der laufenden Buchhaltung gemeint. 1200 mit den Debitorenkonten 1210 und folgenden führt die Forderungen gegen Kunden, 3300 die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Im SKR03 heißt dasselbe Paar 1400 für Forderungen und 1600 für Verbindlichkeiten.

Warum ist mein Saldo auf 3300 im Haben?

Weil es ein Passivkonto ist. Zugänge, also neue offene Rechnungen, stehen im Haben, Zahlungen mindern den Bestand im Soll. Ein Sollsaldo auf 3300 deutet auf eine Überzahlung oder eine noch nicht verbuchte Rechnung hin und sollte vor dem Abschluss aufgeklärt werden.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.