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SKR03 Passiva Verbindlichkeiten

Konto 1740

Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt

Kontonummer

1740

Kontoart

Passiva

Kategorie

Verbindlichkeiten

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Das Konto 1740 “Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt” ist im SKR03 ein Passivkonto. Es hält fest, was das Unternehmen seinen Mitarbeitern nach abgerechnetem Monat noch auszahlen muss, also den Nettobetrag der Lohn- und Gehaltsabrechnung. In der Bilanz gehört der Bestand zu den sonstigen Verbindlichkeiten auf der Passivseite. Im SKR04 führt DATEV dieselbe Position auf Konto 3720.

Verwendungszweck

Die Lohnabrechnung und die Auszahlung fallen zeitlich fast nie zusammen. Der Monat wird abgerechnet, die Überweisung geht ein paar Tage später raus, und am Bilanzstichtag kann eine ganze Monatsabrechnung noch offen sein. Für diese Lücke ist 1740 da.

Wichtig ist, was auf dem Konto steht: nur der Nettobetrag, der tatsächlich an die Mitarbeiter fließt. Die einbehaltene Lohnsteuer gehört auf 1741, die Sozialabgaben auf 1742. Der Bruttolohn wird also in drei Ströme aufgeteilt, die an drei verschiedene Empfänger gehen: Arbeitnehmer, Finanzamt, Krankenkasse.

Der Aufwand entsteht unabhängig davon in voller Höhe. Auf 4100 “Löhne und Gehälter” beziehungsweise 4120 “Gehälter” steht der Bruttolohn, auf 4130 die gesetzlichen sozialen Aufwendungen des Arbeitgebers. Die Verbindlichkeitskonten verteilen nur, wer wann welchen Teil bekommt.

Wer mit einem Lohnverrechnungskonto arbeitet, nutzt zusätzlich 1755 “Lohn- und Gehaltsverrechnung”. Es dient als Durchlaufkonto zwischen Lohnbuchhaltung und Finanzbuchhaltung und sollte nach jeder Abrechnung wieder ausgeglichen sein.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer: für die einbehaltenen Steuerbeträge, die an das Finanzamt gehen.
  • 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit: für Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.
  • 1755 Lohn- und Gehaltsverrechnung: Verrechnungskonto zwischen Lohn- und Finanzbuchhaltung, kein Bilanzposten im eigentlichen Sinn.
  • 0961 Urlaubsrückstellungen: für noch nicht genommenen Urlaub, also für eine der Höhe nach ungewisse Verpflichtung.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Gehaltsabrechnung buchen

Für einen Monat werden 10.000,00 EUR Bruttogehalt abgerechnet. Davon entfallen 1.800,00 EUR auf Lohn- und Kirchensteuer und 2.000,00 EUR auf den Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung.

SollHabenBetrag
4120 Gehälter1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt6.200,00 EUR
4120 Gehälter1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer1.800,00 EUR
4120 Gehälter1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit2.000,00 EUR

Im SKR04 laufen dieselben Buchungen über 6020 Gehälter, 3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt, 3730 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer und 3740 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

Beispiel 2: Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung

Der Arbeitgeberanteil von 2.000,00 EUR ist zusätzlicher Aufwand und keine Kürzung des Nettolohns.

SollHabenBetrag
4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit2.000,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung: 6110 Gesetzliche soziale Aufwendungen an 3740 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.000,00 EUR.

Beispiel 3: Auszahlung der Nettolöhne

Die Nettobeträge werden überwiesen.

SollHabenBetrag
1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt1200 Bank6.200,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung: 3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt an 1800 Bank 6.200,00 EUR.

Steuerliche Aspekte

Der Personalaufwand mindert den Gewinn in dem Monat, für den abgerechnet wird, nicht erst mit der Auszahlung. Wer am Jahresende die Dezemberabrechnung noch nicht ausgezahlt hat, muss den Aufwand trotzdem im alten Jahr erfassen und die Verbindlichkeit auf 1740 ausweisen.

Für die abgeführten Beträge gelten eigene Fristen. Die Lohnsteuer ist nach § 41a EStG “spätestens am zehnten Tag nach Ablauf eines jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums” anzumelden und abzuführen. Die Sozialversicherungsbeiträge werden nach § 23 Abs. 1 SGB IV bereits “spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats” fällig, in dem die Beschäftigung ausgeübt wurde. Die Beiträge sind damit früher fällig als die Steuer, und sie sind auch dann fällig, wenn der Lohn selbst später ausgezahlt wird.

Nicht abgeführte Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung sind strafbewehrt. Das ist kein rein buchhalterisches Thema, sondern der Grund, warum diese Verbindlichkeiten auch in einer Liquiditätskrise vorrangig zu bedienen sind.

Lohnjournale, Lohnkonten und Beitragsnachweise unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach GoBD muss jede Buchung auf 1740 auf die zugehörige Lohnabrechnung zurückführbar sein.

Häufige Fehler

  • Nur den Nettolohn als Aufwand gebucht: Aufwand ist der Bruttolohn plus Arbeitgeberanteil. Wer nur die Überweisung erfasst, weist Personalkosten deutlich zu niedrig aus.
  • Steuer und Sozialversicherung auf 1740 belassen: Beide gehören auf 1741 und 1742. Sonst ist am Jahresende nicht erkennbar, was an wen offen ist.
  • Dezemberabrechnung ins neue Jahr verschoben: Der Aufwand gehört in das Jahr, für das abgerechnet wird, auch wenn erst im Januar gezahlt wird.
  • Arbeitgeberanteil vom Nettolohn abgezogen: Der Arbeitgeberanteil ist zusätzlicher Aufwand und mindert den Auszahlungsbetrag nicht.
  • Verrechnungskonto 1755 nicht ausgeglichen: Ein Restsaldo auf dem Durchlaufkonto zeigt eine unvollständige Abrechnung an und sollte vor dem Abschluss geklärt werden.

FAQ

Welches Konto entspricht 1740 im SKR04?

Im SKR04 ist es das Konto 3720 “Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt”. Auch die Nachbarkonten sind gespiegelt: 3730 statt 1741 für Lohn- und Kirchensteuer, 3740 statt 1742 für die soziale Sicherheit, 3790 statt 1755 als Lohn- und Gehaltsverrechnungskonto.

Was steht genau auf 1740, brutto oder netto?

Der Nettobetrag, also das, was dem Mitarbeiter tatsächlich überwiesen wird. Der Bruttolohn ist Aufwand auf 4100 oder 4120 und wird auf drei Verbindlichkeitskonten verteilt: Nettolohn auf 1740, Steuern auf 1741, Sozialversicherung auf 1742.

Wann muss der Saldo auf 1740 null sein?

Nach der Auszahlung des abgerechneten Monats. Bleibt darüber hinaus ein Bestand stehen, ist entweder eine Abrechnung noch offen oder eine Zahlung wurde falsch zugeordnet. Zum Bilanzstichtag ist ein Saldo dagegen normal, wenn die Dezemberlöhne erst im Januar fließen.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.