Konto 1600
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Kontonummer
1600
Kontoart
Passiva
Kategorie
Verbindlichkeiten
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Das Konto 1600 “Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen” ist im SKR03 ein Passivkonto und das Sammelkonto der Kreditorenbuchhaltung. Darauf steht, was das Unternehmen seinen Lieferanten für bereits erhaltene Waren und Leistungen noch schuldet. In der Bilanz erscheint der Bestand unter C. 4. der Passivseite. Im SKR04 führt DATEV dieselbe Position auf Konto 3300.
Verwendungszweck
Auf 1600 landet jede Eingangsrechnung, die noch nicht bezahlt ist. Der Geschäftsvorfall entsteht mit der Lieferung oder Leistung, nicht mit der Zahlung: Sobald die Ware da und die Rechnung geprüft ist, steht die Verbindlichkeit in den Büchern.
In der Praxis wird selten direkt auf 1600 gebucht. Üblich sind Personenkonten je Lieferant, im SKR03 im Nummernbereich ab 70000. Diese Kreditorenkonten summieren sich in der Bilanz auf das Sachkonto 1600. Erst dadurch wird eine Offene-Posten-Liste möglich, die zeigt, welche Rechnung von wem noch offen ist.
Das Konto ist das Spiegelbild von 1400 “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen”. Was beim einen Unternehmen Forderung ist, ist beim anderen Verbindlichkeit. Wer die beiden Nummern verwechselt, bucht die Rechnung auf die falsche Bilanzseite.
Nicht auf 1600 gehören Schulden aus anderen Quellen. Ein Bankdarlehen steht auf 0630, Lohnverbindlichkeiten auf 1740, Steuerschulden auf 1736. Das Konto ist ausschließlich für den Leistungsaustausch mit Lieferanten gedacht.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: das Gegenstück auf der Aktivseite. Verbindlichkeiten und Forderungen werden nie saldiert, auch nicht gegenüber demselben Geschäftspartner.
- 1630 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen: eigener Bilanzausweis für Konzernbeziehungen.
- 1610 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (ohne Kontokorrent): für Fälle, die nicht über ein Kreditorenkonto laufen.
- 1700 Sonstige Verbindlichkeiten: für alles, was nicht aus Lieferung oder Leistung stammt.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Wareneingang auf Rechnung
Ein Handelsunternehmen erhält Waren für 5.000,00 EUR netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Die Rechnung ist noch offen.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer | 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5.000,00 EUR |
| 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % | 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 950,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung: 5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer an 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.000,00 EUR sowie 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % an 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 950,00 EUR.
Beispiel 2: Zahlung der Rechnung
Die Rechnung über 5.950,00 EUR brutto wird per Überweisung beglichen.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1200 Bank | 5.950,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung: 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an 1800 Bank 5.950,00 EUR.
Beispiel 3: Zahlung unter Abzug von Skonto
Dieselbe Rechnung wird mit 2 % Skonto bezahlt. Der Abzug mindert den Wareneinsatz und die Vorsteuer.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1200 Bank | 5.831,00 EUR |
| 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer | 100,00 EUR |
| 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % | 19,00 EUR |
Im SKR04 laufen die Buchungen entsprechend über 3300, 1800 Bank, 5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer und 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 %.
Steuerliche Aspekte
Der Vorsteuerabzug nach § 15 UStG hängt nicht an der Zahlung, sondern an zwei anderen Bedingungen: Die Leistung muss ausgeführt sein, und es muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen. Eine offene Verbindlichkeit auf 1600 steht dem Abzug also nicht entgegen, solange die Rechnung alle Pflichtangaben enthält.
Fehlt eine Pflichtangabe, etwa die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten, ist der Abzug zu versagen, bis eine berichtigte Rechnung vorliegt. Das ist ein häufiger Aufgriffspunkt in Betriebsprüfungen und lässt sich nur durch Eingangskontrolle vermeiden.
Beim Skontoabzug ist die Umsatzsteuer nach § 17 UStG zu berichtigen. Das Entgelt hat sich gemindert, also mindert sich auch die abziehbare Vorsteuer. Wer nur den Zahlbetrag bucht und die Steuerkorrektur unterlässt, zieht zu viel Vorsteuer.
Kreditoren-Einzelkonten, Rechnungen und Zahlungsbelege gehören zusammen und unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach den GoBD muss jede Buchung auf 1600 bis zum Beleg zurückverfolgbar sein.
Häufige Fehler
- Verwechslung mit 3300 im eigenen Kontenrahmen: Im SKR03 ist 3300 das Konto “Wareneingang 7 %”, nicht die Verbindlichkeit. Wer aus dem SKR04 kommt und die Nummer aus Gewohnheit übernimmt, bucht Aufwand statt Schuld.
- Erst bei Zahlung gebucht: Die Verbindlichkeit entsteht mit Lieferung und Rechnung. Wer wartet, verschiebt Aufwand und Vorsteuer in die falsche Periode.
- Forderung und Verbindlichkeit saldiert: Auch gegenüber demselben Partner ist die Saldierung unzulässig. Beide Posten stehen brutto in der Bilanz.
- Skonto ohne Steuerkorrektur: Der Abzug mindert das Entgelt und damit die Vorsteuer. Ohne die Korrektur nach § 17 UStG bleibt zu viel Vorsteuer gezogen.
- Rechnung ohne Pflichtangaben verbucht: Der Vorsteuerabzug fällt später weg. Die Prüfung der Rechnung gehört vor die Buchung, nicht danach.
FAQ
Was ist Konto 1600 SKR03 im SKR04?
Im SKR04 ist es das Konto 3300 “Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen”. Zu beachten ist die Nummernfalle in beide Richtungen: Im SKR04 heißt 1600 “Kasse”, im SKR03 heißt 3300 “Wareneingang 7 %”. Dieselbe Zahl bedeutet in beiden Kontenrahmen etwas völlig anderes.
Wie hängen 1600 und 1400 zusammen?
1400 “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen” ist das Gegenstück auf der Aktivseite. Das eigene Unternehmen führt seine Kunden dort als Debitoren und seine Lieferanten auf 1600 als Kreditoren. Im SKR04 ist das Paar 1200 für Forderungen und 3300 für Verbindlichkeiten.
Muss ich für jeden Lieferanten ein eigenes Konto anlegen?
Für die Offene-Posten-Verwaltung ist es der praktikable Weg. Personenkonten je Lieferant summieren sich auf das Sachkonto 1600 und machen sichtbar, welche Rechnung offen und welche Skontofrist noch zu halten ist. Bei sehr wenigen Lieferanten kann man ohne Kreditorenkonten arbeiten, verliert dann aber die Fälligkeitsübersicht.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.