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SKR05 Aktiva Forderungen

Konto 1360

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Kontonummer

1360

Kontoart

Aktiva

Kategorie

Forderungen

Zusammenfassung

Das Buchungskonto 1360 “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen” im SKR05 ist ein Aktivkonto, das zur Erfassung von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen verwendet wird. Es dient der Bilanzierung offener Rechnungen, die ein Unternehmen von seinen Kunden noch zu erhalten hat, und ist ein wesentliches Instrument zur Überwachung der Liquidität.

Verwendungszweck

Das Konto 1360 “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen” wird genutzt, um alle offenen Forderungen zu erfassen, die aus dem Verkauf von Waren oder der Erbringung von Dienstleistungen resultieren. Diese Forderungen entstehen, sobald eine Rechnung an den Kunden gestellt wird, und bleiben auf diesem Konto, bis die Zahlung eingegangen ist.

In der Praxis wird das Konto in der Regel dann verwendet, wenn ein Unternehmen Waren liefert oder Dienstleistungen erbringt und dafür eine Rechnung ausstellt. Beispielsweise, wenn ein Maschinenbauunternehmen eine Maschine an einen Kunden liefert und diese Rechnung noch nicht bezahlt wurde, wird der Rechnungsbetrag auf das Konto 1360 gebucht.

Das Konto ist besonders relevant für Unternehmen, die regelmäßig auf Rechnung verkaufen, da es hilft, den Überblick über alle ausstehenden Zahlungen zu behalten. Bei der Zuordnung zu Kostenstellen kann das Konto verwendet werden, um die Forderungen einzelnen Abteilungen oder Projekten zuzuordnen, was eine detaillierte Kostenkontrolle ermöglicht.

Kostenrechnerische Aspekte

In der Kostenrechnung spielt das Konto 1360 eine wichtige Rolle bei der Zuordnung von Forderungen zu spezifischen Kostenstellen oder Kostenträgern. Dies ermöglicht eine genaue Nachverfolgung, welcher Teil des Unternehmens für die Forderungen verantwortlich ist, und unterstützt so die Kostenstellenrechnung.

Das Konto kann in den Betriebsabrechnungsbogen (BAB) integriert werden, um dort die ausstehenden Forderungen in die Kostenstellenrechnung einzubeziehen. Dies hilft Unternehmen, eine klare Übersicht über die finanzielle Lage in Bezug auf spezifische Projekte oder Abteilungen zu behalten.

Steuerliche Aspekte

Steuerlich ist das Konto 1360 relevant, da es die Grundlage für die Umsatzsteuer-Voranmeldung bildet. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen müssen gemäß den GoBD ordnungsgemäß erfasst und dokumentiert werden, um die Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit der Buchführung zu gewährleisten.

Bei der Umsatzsteuer ist zu beachten, dass die Erfassung von Forderungen allein noch keine Umsatzsteuerschuld auslöst. Die Umsatzsteuer wird erst dann fällig, wenn die Zahlung tatsächlich eingeht. Unternehmen müssen darauf achten, die Umsatzsteuer korrekt zu deklarieren und eventuelle Korrekturen bei Zahlungsausfällen vorzunehmen.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Verkauf einer Maschine auf Rechnung

Soll: 1360 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 10.000 € Haben: 8400 Umsatzerlöse – 10.000 €

Ein Maschinenbauunternehmen verkauft eine Maschine im Wert von 10.000 € auf Rechnung. Die Forderung wird auf das Konto 1360 gebucht.

Beispiel 2: Zahlungseingang vom Kunden

Soll: 1200 Bank – 10.000 € Haben: 1360 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 10.000 €

Der Kunde bezahlt die Rechnung für die Maschine. Der Zahlungseingang wird auf dem Bankkonto erfasst und die Forderung ausgebucht.

Beispiel 3: Teilzahlung einer Rechnung

Soll: 1200 Bank – 5.000 € Haben: 1360 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 5.000 €

Der Kunde leistet eine Teilzahlung. Der ausstehende Betrag verbleibt auf dem Konto 1360.

Häufige Fehler und Fallstricke

  • Falsche Zuordnung von Forderungen: Häufig werden Forderungen nicht korrekt zugeordnet, was die Kostenstellenrechnung verfälschen kann.
  • Nicht rechtzeitiges Ausbuchen von Zahlungen: Es kann passieren, dass Zahlungseingänge nicht zeitnah verbucht werden, was zu einem falschen Forderungssaldo führt.
  • Vergessen von Umsatzsteuerkorrekturen: Bei Zahlungsausfällen wird oft versäumt, die Umsatzsteuer zu korrigieren.
  • Fehlerhafte Buchung von Teilzahlungen: Teilzahlungen sollten korrekt erfasst werden, um den Überblick über noch offene Forderungen zu behalten.
  • Unvollständige Dokumentation: Fehlende oder unvollständige Dokumentation der Belege kann zu Problemen bei Prüfungen führen.

Rechtstipps und Best Practices

  • Regelmäßige Prüfung der Forderungen: Unternehmen sollten regelmäßig ihre offenen Forderungen überprüfen, um Zahlungsausfälle frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen.
  • Korrekte Zuordnung zu Kostenstellen: Achten Sie darauf, Forderungen korrekt den entsprechenden Kostenstellen zuzuordnen, um die Kostenrechnung nicht zu verfälschen.
  • GoBD-konforme Buchführung: Stellen Sie sicher, dass alle Buchungen den GoBD-Anforderungen entsprechen, um bei einer Prüfung keine Probleme zu bekommen.
  • Zeitnahe Erfassung von Zahlungseingängen: Erfassen Sie Zahlungseingänge zeitnah, um den aktuellen Stand der Forderungen immer im Blick zu haben.
  • Sorgfältige Dokumentation: Dokumentieren Sie alle Buchungen sorgfältig, um bei Bedarf jederzeit nachvollziehen zu können, wie sich die Forderungen entwickelt haben.