Konto 1200
Bank
Kontonummer
1200
Kontoart
Aktiva
Kategorie
Kasse/Bank
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Konto 1200 ist im SKR03 das Bankkonto und damit das meistgenutzte Konto vieler Buchhaltungen. Über 1200 laufen alle Bewegungen des betrieblichen Girokontos: Eingänge von Kunden, Zahlungen an Lieferanten, Löhne, Steuern und Gebühren. Anders als die Kasse darf es einen negativen Saldo haben, wenn ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen wird. Im SKR04 heißt das Konto 1800.
Verwendungszweck
Auf 1200 buchst du den gesamten unbaren Zahlungsverkehr:
- Zahlungseingänge von Kunden auf offene Rechnungen
- Überweisungen an Lieferanten und Dienstleister
- Lastschriften für Miete, Versicherungen und Abonnements
- Lohn- und Gehaltszahlungen sowie Abführungen an Finanzamt und Sozialversicherung
- Kartenumsätze aus dem Ladengeschäft, sobald sie dem Konto gutgeschrieben werden
Grundlage jeder Buchung ist der Kontoauszug. Der Saldo auf 1200 muss zum Stichtag mit dem Auszug übereinstimmen; diese Abstimmung ist die einfachste und wirksamste Kontrolle der laufenden Buchhaltung.
Führt das Unternehmen mehrere Konten, bekommt jedes ein eigenes Sachkonto. Bankgebühren gehören nicht auf 1200, sondern als Aufwand auf 4970.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 1210 Bank 1 und 1220 Bank 2: für weitere Girokonten. Ein Sammelkonto für mehrere Banken macht die Abstimmung unmöglich.
- 1000 Kasse: für Bargeld. Karten- und Überweisungsvorgänge gehören nie auf das Kassenkonto.
- 1360 Geldtransit: für Beträge, die zwischen zwei eigenen Konten unterwegs sind.
- 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs: für Kontoführungs- und Buchungsgebühren.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Kunde begleicht eine Rechnung über 1.190,00 EUR
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1200 Bank | 1.190,00 EUR | |
| 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.190,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung 1800 an 1200.
Beispiel 2: Überweisung an einen Lieferanten, 2.380,00 EUR
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.380,00 EUR | |
| 1200 Bank | 2.380,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung 3300 an 1800.
Beispiel 3: Kontoführungsgebühr, 15,00 EUR
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs | 15,00 EUR | |
| 1200 Bank | 15,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung 6855 an 1800.
Steuerliche Aspekte
Für den Bilanzausweis kommt es auf den Saldo am Abschlussstichtag an. Ein Guthaben gehört nach § 266 Abs. 2 B. IV. HGB zum Umlaufvermögen in die Position Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks. Ist das Konto überzogen, wandert der Betrag auf die Passivseite unter die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Das Verrechnungsverbot des § 246 Abs. 2 HGB verbietet dabei, ein überzogenes Konto mit dem Guthaben eines anderen Kontos zu saldieren; jedes Konto wird für sich ausgewiesen.
Zinsen für die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits sind Aufwand und gehören auf ein Zinsaufwandskonto, nicht auf 1200. Kontoführungsgebühren sind Betriebsausgaben und in der Regel umsatzsteuerfrei, weil Umsätze im Einlagengeschäft und im Zahlungs- und Überweisungsverkehr nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei sind. Ein Vorsteuerabzug entsteht daraus nicht.
Kontoauszüge sind Buchungsbelege und nach § 147 AO aufzubewahren. Werden sie nur elektronisch bereitgestellt, gelten die GoBD mit ihren Anforderungen an Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit.
Häufige Fehler
- Mehrere Bankkonten auf einem Sachkonto. Der Saldo lässt sich dann gegen keinen Auszug mehr abstimmen.
- Umbuchung zwischen eigenen Konten direkt gebucht. Zwischen Abgang und Gutschrift vergehen oft Tage; ohne Geldtransitkonto stimmen die Bestände zwischenzeitlich nicht.
- Gebühren und Zinsen auf dem Bankkonto belassen. Beide sind Aufwand und gehören auf eigene Konten, sonst fehlen sie in der Gewinn- und Verlustrechnung.
- Sollsaldo mit Guthaben verrechnet. § 246 Abs. 2 HGB untersagt die Saldierung, der Bilanzausweis wäre falsch.
- Privatkonto mitgebucht. Ein privates Konto gehört nicht in die betriebliche Buchhaltung. Betriebliche Zahlungen von dort sind Einlagen.
FAQ
Wie lautet Konto 1200 SKR03 im SKR04?
Im SKR04 ist die Bank das Konto 1800. Beide führen dasselbe Girokonto. Wichtig für Umsteiger: Im SKR03 steht 1800 für Privatentnahmen allgemein, im SKR04 dagegen 1200 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Nummern sind also wechselseitig belegt.
Wie buche ich einen negativen Bankbestand?
Gebucht wird weiter auf 1200; der Saldo wird eben negativ. Erst beim Jahresabschluss wandert der Betrag in den Ausweis der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Ein eigenes Konto für das Darlehen ist nur nötig, wenn es sich um einen gesonderten Kredit und nicht um die Kontokorrentlinie handelt.
Wohin gehören Gebühren des Zahlungsdienstleisters?
Entgelte von Anbietern wie Karten- oder Online-Zahlungsdiensten sind Nebenkosten des Geldverkehrs und gehören auf 4970. Wird der Auszahlungsbetrag bereits um die Gebühr gekürzt, buchst du den Bruttoumsatz gegen den Forderungsabgang und die Gebühr getrennt als Aufwand, sonst fehlt sie als Aufwand in deiner Gewinn- und Verlustrechnung.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.