Konto 4110
Löhne
Kontonummer
4110
Kontoart
Aufwand
Kategorie
Personalaufwand
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Das Konto 4110 “Löhne” im SKR03 erfasst die Bruttolöhne gewerblicher Arbeitnehmer. Lohn ist die Vergütung für geleistete Arbeitskraft und schwankt häufig mit Stunden, Leistung und Zuschlägen, anders als das feste Gehalt eines Angestellten. Das Konto ist ein Aufwandskonto im Personalaufwand. Im SKR04 entspricht ihm das Konto 6010.
Verwendungszweck
Auf 4110 buchst du den Bruttolohn vor Abzug von Lohnsteuer und Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung. Die Trennung von den Gehältern lohnt sich überall dort, wo Lohnkosten in die Kalkulation eines Auftrags oder eines Produkts eingehen.
Typische Fälle:
- Stundenlöhne gewerblicher Arbeitnehmer in Handwerk und Produktion
- Akkord- und Leistungslöhne
- Zuschläge für Mehrarbeit, soweit sie Arbeitslohn sind
- Nachzahlungen aus korrigierten Lohnabrechnungen
Nicht auf 4110 gehören die Gehälter der Angestellten, die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und Vergütungen an selbstständige Auftragnehmer. Für jede dieser Gruppen sieht der Kontenrahmen ein eigenes Konto vor.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 4120 Gehälter: feste monatliche Bezüge der Angestellten. Die Trennung ist der eigentliche Zweck der beiden Konten.
- 4100 Löhne und Gehälter: Sammelkonto für Betriebe, die nicht trennen. Wer 4110 nutzt, sollte 4100 nicht parallel bebuchen.
- 4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen: der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung als eigener Aufwand.
- 4190 Aushilfslöhne: Vergütungen an Aushilfen und kurzfristig Beschäftigte, die oft eigenen Regeln bei Steuer und Sozialversicherung folgen.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Lohnabrechnung eines Monats
Der Bruttolohn eines gewerblichen Arbeitnehmers beträgt 2.500,00 EUR. Beispielhaft angenommen entfallen 300,00 EUR auf Lohnsteuer und 500,00 EUR auf den Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung, sodass 1.700,00 EUR zur Auszahlung kommen. Die konkreten Beträge stehen in der Lohnabrechnung.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 4110 Löhne | 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt | 1.700,00 EUR |
| 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer | 300,00 EUR | |
| 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 500,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung 6010 Löhne an 3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt, 3730 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer sowie 3740 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.
Beispiel 2: Auszahlung des Nettolohns
Der Nettobetrag wird überwiesen.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt | 1200 Bank | 1.700,00 EUR |
Im SKR04 wird 3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt an 1800 Bank gebucht.
Beispiel 3: Abführung von Lohnsteuer und Sozialversicherung
Die einbehaltenen Beträge und der Arbeitgeberanteil werden an Finanzamt und Krankenkasse überwiesen.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer | 1200 Bank | 300,00 EUR |
| 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1200 Bank | 1.000,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung 3730 und 3740 an 1800 Bank.
Steuerliche Aspekte
Löhne sind beim Arbeitgeber in voller Höhe Betriebsausgabe und beim Arbeitnehmer steuerpflichtiges Einkommen. Umsatzsteuer entsteht nicht. Der Arbeitgeber behält die Lohnsteuer ein, meldet sie in der Lohnsteueranmeldung und führt sie an das Finanzamt ab. Bis zur Zahlung stehen die einbehaltenen Beträge als Verbindlichkeit in der Bilanz.
Zum Jahresende ist die Periodenzugehörigkeit entscheidend. Der Dezemberlohn gehört wirtschaftlich in das alte Jahr, auch wenn er erst im Januar fließt. Für offene Urlaubsansprüche und noch nicht abgerechnete Überstunden sind Rückstellungen zu bilden. Lohnkonten, Stundenzettel und Abrechnungen sind nach § 147 AO aufzubewahren und müssen den GoBD entsprechen.
Häufige Fehler
- Nettolohn gebucht. Auf 4110 gehört der Bruttolohn, die Abzüge erscheinen auf den Verbindlichkeitskonten.
- Arbeitgeberanteil auf 4110. Er gehört auf 4130, sonst ist der Entgeltaufwand überhöht ausgewiesen.
- Löhne und Gehälter vermischt. Wer trennt, muss die Trennung auch durchhalten, sonst sind die Auswertungen wertlos.
- Aushilfen auf 4110. Für sie ist 4190 vorgesehen, weil dort besondere Regeln bei Steuer und Sozialversicherung greifen.
- Abgrenzung zum Jahreswechsel unterlassen. Der Aufwand gehört in das Jahr, in dem die Arbeit geleistet wurde.
FAQ
Wie lautet das Konto 4110 aus dem SKR03 im SKR04?
Es ist das Konto 6010 “Löhne”. Der Inhalt ist derselbe, nur die Nummer folgt der Gliederung des SKR04. Auch die Gegenkonten wechseln von 1740, 1741 und 1742 auf 3720, 3730 und 3740.
Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?
Lohn wird nach geleisteter Arbeit bemessen und schwankt mit Stunden, Leistung und Zuschlägen. Gehalt ist ein fester monatlicher Betrag, unabhängig von der Stundenzahl. Buchhalterisch trennen 4110 und 4120 die beiden Gruppen, damit Personalkosten auftragsbezogen kalkuliert werden können.
Muss ich zwischen 4110 und 4100 wählen?
Ja, und die Entscheidung sollte einheitlich bleiben. 4100 ist die Sammelposition ohne Trennung, 4110 und 4120 sind die getrennte Variante. Ein Wechsel mitten im Geschäftsjahr macht Vorjahresvergleiche schwer lesbar.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.