Konto 3500
Sonstige Verbindlichkeiten
Kontonummer
3500
Kontoart
Passiva
Kategorie
Verbindlichkeiten
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Konto 3500 “Sonstige Verbindlichkeiten” ist im SKR04 ein Passivkonto und nimmt alle Schulden auf, für die das HGB keine eigene Bilanzzeile vorsieht. In der Bilanz ist das die Position C. 8. auf der Passivseite. Im SKR03 trägt dasselbe Konto die Nummer 1700.
Verwendungszweck
Die Gliederung des § 266 Abs. 3 HGB kennt acht Verbindlichkeitsposten. Sieben sind konkret benannt, vom Bankdarlehen über die Lieferantenschuld bis zur Konzernverbindlichkeit. Der achte ist der Auffangposten, und 3500 ist sein Konto.
Was landet dort? Darlehen von Nichtbanken, erhaltene Kautionen, Kreditkartenabrechnungen, Verpflichtungen aus einbehaltenen Beträgen und Zahlungen, die noch keinem Vorgang zugeordnet werden konnten. Der SKR04 gliedert nach Restlaufzeit, weil § 268 Abs. 5 HGB die Angabe der kurz- und langfristigen Anteile verlangt: 3501 für bis zu einem Jahr, 3504 für ein bis fünf Jahre, 3507 für mehr als fünf Jahre.
Für häufige Fälle gibt es eigene Konten in der Nachbarschaft, die dem Sammelkonto vorgehen: 3510 für Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, 3550 für erhaltene Kautionen, 3560 für Darlehen. Wer sie nutzt, hält 3500 klein und auswertbar.
Genau das ist die Disziplin, die dieses Konto braucht. Ein Sammelkonto wird schnell zur Ablage für alles Unklare. Ein Bestand, dessen Herkunft niemand mehr erklären kann, ist bei einer Betriebsprüfung ein sicherer Aufgriffspunkt.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 3250 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (Verbindlichkeiten): für Kundenvorauszahlungen, mit eigener Bilanzzeile.
- 3700 Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben: für feststehende Steuerschulden.
- 3560 Darlehen: für Darlehen von Nichtbanken, mit Restlaufzeitgliederung.
- 3900 Passive Rechnungsabgrenzung: für Einnahmen, die Ertrag einer bestimmten künftigen Zeit sind, kein Verbindlichkeitsposten.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Kaution vereinnahmen
Ein Untermieter zahlt 3.000,00 EUR Kaution, die später zurückzuzahlen ist.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1800 Bank | 3550 Erhaltene Kautionen | 3.000,00 EUR |
Im SKR03 lautet die Buchung: 1200 Bank an 1732 Erhaltene Kautionen 3.000,00 EUR.
Beispiel 2: Darlehen von einer Privatperson
Ein privater Geldgeber stellt 20.000,00 EUR mit dreijähriger Laufzeit bereit.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1800 Bank | 3560 Darlehen | 20.000,00 EUR |
Im SKR03 lautet die Buchung: 1200 Bank an 1705 Darlehen 20.000,00 EUR.
Beispiel 3: Ungeklärter Zahlungseingang
Auf dem Geschäftskonto gehen 850,00 EUR ohne Verwendungszweck ein und werden vorläufig als sonstige Verbindlichkeit geführt.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1800 Bank | 3500 Sonstige Verbindlichkeiten | 850,00 EUR |
Im SKR03 lautet die Buchung: 1200 Bank an 1700 Sonstige Verbindlichkeiten 850,00 EUR.
Steuerliche Aspekte
Eine Verbindlichkeit ist anzusetzen, sobald sie rechtlich entstanden oder wirtschaftlich verursacht ist. Ihre Höhe steht fest, deshalb gibt es weder Bewertungsspielraum noch eine Abzinsung wegen Ungewissheit, anders als bei einer Rückstellung.
Entfällt eine Verbindlichkeit, weil der Gläubiger verzichtet oder der Anspruch verjährt, ist sie ertragswirksam auszubuchen. Der Ertrag erhöht den steuerpflichtigen Gewinn. Bei einem ungepflegten Sammelkonto trifft das oft mehrere Jahre auf einmal, wenn eine Betriebsprüfung die Altbestände auflöst.
Beim Forderungsverzicht eines Gesellschafters ist zu differenzieren. Erfolgt er aus gesellschaftsrechtlichen Gründen, liegt eine Einlage vor, die erfolgsneutral ins Eigenkapital geht. Verzichtet ein fremder Dritter, entsteht steuerpflichtiger Ertrag. Die Zuordnung braucht eine dokumentierte Begründung.
Verträge, Kontoauszüge und Abstimmungslisten unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach GoBD muss zu jeder Position auf 3500 erkennbar sein, worauf sie beruht.
Häufige Fehler
- Konto als Zwischenablage genutzt: Unerklärte Altbestände werden in der Prüfung aufgelöst und erhöhen den Gewinn nachträglich.
- Rechnungsabgrenzung hier gebucht: Vorab vereinnahmte Erträge mit bestimmtem Zeitraum gehören auf 3900.
- Kundenanzahlung falsch eingeordnet: Anzahlungen haben eine eigene Bilanzzeile und gehören auf 3250.
- Restlaufzeiten nicht gepflegt: § 268 Abs. 5 HGB verlangt die Aufteilung. Mit 3501, 3504 und 3507 fällt sie laufend an.
- Wegfall nicht ausgebucht: Verjährte oder erlassene Schulden gehören ausgebucht, sonst ist das Fremdkapital zu hoch ausgewiesen.
FAQ
Was ist Konto 3500 SKR04 in SKR03?
Im SKR03 entspricht dem Konto 3500 die Nummer 1700 “Sonstige Verbindlichkeiten”. Auch die Restlaufzeitgliederung ist gespiegelt: 1701, 1702 und 1703 im SKR03 gegenüber 3501, 3504 und 3507 im SKR04.
Was ist der Unterschied zwischen 3500 und 3900?
Beide stehen auf der Passivseite und werden regelmäßig verwechselt. Auf 3500 steht, was das Unternehmen jemandem schuldet. Auf 3900 steht Geld, das bereits eingegangen ist, dessen Ertrag aber in ein späteres Jahr gehört, etwa eine im Dezember gezahlte Jahresmiete für das Folgejahr. Ohne bestimmten künftigen Zeitraum ist es keine Rechnungsabgrenzung.
Wann sollte ich ein spezielleres Konto nehmen?
Immer dann, wenn es eines gibt. Bankschulden gehören auf 3150, Lieferantenschulden auf 3300, Kundenanzahlungen auf 3250, Steuerschulden auf 3700, Gesellschafterdarlehen auf 3510. Konto 3500 ist der Auffangposten für alles, was in keine dieser Zeilen passt, nicht die bequeme Standardwahl.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.