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SKR04 Passiva Verbindlichkeiten

Konto 3400

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Kontonummer

3400

Kontoart

Passiva

Kategorie

Verbindlichkeiten

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Konto 3400 “Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen” ist im SKR04 ein Passivkonto. Es zeigt gesondert, was das Unternehmen einer Mutter-, Tochter- oder Schwestergesellschaft schuldet. In der Bilanz ist das die Position C. 6. auf der Passivseite. Im SKR03 trägt dasselbe Konto die Nummer 0700.

Verwendungszweck

Der getrennte Ausweis von Konzernschulden ist keine Formalie, sondern eine Aussage über die Finanzierungsstruktur. Wer sein Geld von der Muttergesellschaft bekommt, hat ein anderes Risikoprofil als jemand, der bei einer fremden Bank steht. § 266 Abs. 3 HGB sieht dafür eine eigene Bilanzzeile vor, und 3400 ist das Konto dazu.

Wer als verbundenes Unternehmen gilt, definiert § 271 Abs. 2 HGB: Unternehmen, die “im Verhältnis zueinander Mutterunternehmen und Tochterunternehmen gemäß § 290” sind, unabhängig von Rechtsform und Sitz. Tochtergesellschaften derselben Mutter sind auch untereinander verbunden. Der beherrschende Einfluss entscheidet, nicht allein die Beteiligungshöhe.

Auf 3400 gehören Konzerndarlehen, Verrechnungssalden aus dem Cash-Pooling und Verpflichtungen aus Ergebnisabführungsverträgen. Der SKR04 gliedert nach Restlaufzeit, weil § 268 Abs. 5 HGB die Angabe der kurz- und langfristigen Anteile bei jedem Posten verlangt: 3401 für bis zu einem Jahr, 3405 für ein bis fünf Jahre, 3410 für mehr als fünf Jahre.

Warenschulden gegenüber einem verbundenen Unternehmen laufen nicht über 3400, sondern über 3420. Die Trennung hält Liefergeschäft und Finanzierung auseinander.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 3420 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen: für den konzerninternen Warenverkehr.
  • 3450 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: eigene Bilanzzeile für Beteiligungen unterhalb der Verbundenheit.
  • 3510 Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: für Schulden gegenüber natürlichen Personen als Gesellschafter.
  • 3150 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten: für Bankdarlehen außerhalb des Konzerns.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Konzerndarlehen aufnehmen

Die Muttergesellschaft stellt ein Darlehen über 200.000,00 EUR mit fünfjähriger Laufzeit bereit.

SollHabenBetrag
1800 Bank3400 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen200.000,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 1200 Bank an 0700 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 200.000,00 EUR.

Beispiel 2: Zinsen zuführen

Für das Jahr fallen 6.000,00 EUR Zinsen an, die dem Darlehenskonto zugeschrieben werden.

SollHabenBetrag
7320 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten3400 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen6.000,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten an 0700 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.000,00 EUR.

Beispiel 3: Tilgungsrate zahlen

Eine Rate von 40.000,00 EUR wird an die Muttergesellschaft überwiesen.

SollHabenBetrag
3400 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen1800 Bank40.000,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung: 0700 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen an 1200 Bank 40.000,00 EUR.

Steuerliche Aspekte

Bei konzerninternen Darlehen prüft die Finanzverwaltung zuerst den Zinssatz. Maßstab ist der Fremdvergleich: Was hätte ein unabhängiger Dritter unter denselben Bedingungen verlangt? Ein überhöhter Zins an die Muttergesellschaft kann bei einer Kapitalgesellschaft als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt werden, ein zu niedriger Zins zugunsten einer Tochter als verdeckte Einlage.

Damit die Vereinbarung anerkannt wird, braucht sie einen schriftlichen Vertrag mit den üblichen Regelungen zu Betrag, Laufzeit, Zins, Tilgung und Sicherheiten, und sie muss tatsächlich so gelebt werden. Ein Vertrag, dessen Tilgungsplan nie eingehalten wurde, hilft in der Prüfung wenig.

Grenzüberschreitende Konzernfinanzierungen lösen zusätzliche Dokumentationspflichten zur Verrechnungspreisbestimmung aus. Diese Anforderungen gehören zum Steuerberater und lassen sich nicht nebenbei in der laufenden Buchhaltung erledigen.

Die Darlehensgewährung selbst löst keine Umsatzsteuer aus. Verträge, Zinsberechnungen und Zahlungsnachweise unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO und müssen nach GoBD nachvollziehbar dokumentiert sein.

Häufige Fehler

  • Nummer aus dem SKR03 übernommen: Im SKR03 ist 3400 das Konto “Wareneingang 19 % Vorsteuer”. Wer die Nummer beim Kontenrahmenwechsel mitnimmt, bucht Wareneinsatz statt Konzernschuld.
  • Auf 3500 Sonstige Verbindlichkeiten gebucht: Damit fehlt die eigene Bilanzzeile, die § 266 Abs. 3 HGB verlangt.
  • Beteiligung als Verbundenheit behandelt: § 271 Abs. 2 HGB setzt ein Mutter-Tochter-Verhältnis nach § 290 HGB voraus. Für bloße Beteiligungen ist 3450 vorgesehen.
  • Restlaufzeiten nicht getrennt: § 268 Abs. 5 HGB verlangt die Angabe der Anteile mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr und darüber. Ohne Unterkonten ist das am Abschlussstichtag Handarbeit.
  • Konzernlieferungen auf 3400 gebucht: Warenschulden gehören auf 3420, sonst vermischen sich Liefergeschäft und Finanzierung.

FAQ

Was ist Konto 3400 SKR04 in SKR03?

Im SKR03 entspricht dem Konto 3400 die Nummer 0700 “Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen”. Achtung bei der Zahl selbst: Im SKR03 ist 3400 das Wareneingangskonto mit 19 % Vorsteuer, also ein Aufwandskonto und keine Verbindlichkeit.

Zählt eine Beteiligung von 30 Prozent als verbundenes Unternehmen?

Nicht automatisch. § 271 Abs. 2 HGB stellt auf das Mutter-Tochter-Verhältnis nach § 290 HGB ab, also auf beherrschenden Einfluss. Eine Beteiligung von 30 Prozent ohne Beherrschung führt zum Ausweis auf 3450 “Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht”.

Wie werden Cash-Pool-Salden ausgewiesen?

Ein Sollsaldo gegenüber dem Poolführer ist eine Verbindlichkeit gegenüber einem verbundenen Unternehmen und gehört auf 3400. Ein Habensaldo ist umgekehrt eine Forderung und steht auf der Aktivseite. Saldiert wird nur, wenn eine wirksame Aufrechnungsvereinbarung besteht und die Voraussetzungen dafür belegt sind.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.