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SKR04PassivaPrivatkonten

Konto 2100

Privatentnahmen allgemein

Kontonummer

2100

Kontoart

Passiva

Kategorie

Privatkonten

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Das Konto 2100 “Privatentnahmen allgemein” im SKR04 erfasst alles, was der Einzelunternehmer seinem Betrieb für private Zwecke entnimmt. DATEV führt es in der Kontenklasse 2 unter “Privat (Eigenkapital), Vollhafter/Einzelunternehmer”. Entnahmen mindern das Eigenkapital, nicht den Gewinn. Im SKR03 entspricht ihm das Konto 1800 Privatentnahmen allgemein.

Verwendungszweck

Nach § 4 Abs. 1 Satz 2 EStG sind Entnahmen alle Wirtschaftsgüter, die der Steuerpflichtige dem Betrieb für sich, für seinen Haushalt oder für andere betriebsfremde Zwecke entnommen hat: Barentnahmen, Waren, Erzeugnisse, Nutzungen und Leistungen.

Auf 2100 buchst du:

  • Barentnahmen aus der Kasse
  • Überweisungen vom Geschäfts- auf das Privatkonto
  • private Rechnungen, die über das Geschäftskonto bezahlt wurden
  • Warenentnahmen für den privaten Bedarf, soweit sie über die Wertabgabekonten laufen
  • private Nutzungsanteile, die als Entnahme zu erfassen sind

Der SKR04 stellt zusätzlich 2110 und 2120 als weitere Konten “Privatentnahmen allgemein” bereit, etwa um mehrere Gesellschafter oder Entnahmearten zu trennen. Zum Jahresende werden die Privatkonten über das Kapitalkonto abgeschlossen; in der Bilanz erscheinen sie nicht als eigener Posten.

Nicht auf 2100 gehören Beträge mit eigenem Konto: Privatsteuern auf 2150, Sonderausgaben auf 2200 und 2230, unentgeltliche Wertabgaben auf 2130.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 2180 Privateinlagen: die Gegenrichtung, privates Vermögen fließt in den Betrieb.
  • 2150 Privatsteuern: Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer des Inhabers.
  • 2200 Sonderausgaben beschränkt abzugsfähig: etwa Vorsorgeaufwendungen über das Geschäftskonto.
  • 2130 Unentgeltliche Wertabgaben: Sach- und Nutzungsentnahmen mit umsatzsteuerlicher Wirkung. Einzelunternehmen buchen sie bei DATEV auf 2131 bzw. 2141 (Posten “Entnahmen”), Vollhafter auf 2130 bzw. 2140.

Buchungsbeispiele

Barentnahme aus der Kasse

Soll Haben Betrag
2100 Privatentnahmen allgemein 500,00 EUR
1600 Kasse 500,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung 1800 Privatentnahmen allgemein 500,00 EUR an 1000 Kasse 500,00 EUR.

Private Rechnung vom Geschäftskonto bezahlt

Soll Haben Betrag
2100 Privatentnahmen allgemein 238,00 EUR
1800 Bank 238,00 EUR

Im SKR03 buchst du 1800 Privatentnahmen allgemein an 1200 Bank. Ein Vorsteuerabzug ist ausgeschlossen, weil die Leistung nicht für das Unternehmen bezogen wurde. Die Vorlage Privatentnahme zeigt den Ablauf.

Warenentnahme für den privaten Bedarf

Soll Haben Betrag
2130 Unentgeltliche Wertabgaben 119,00 EUR
4620 Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 19 % USt 100,00 EUR
3806 Umsatzsteuer 19 % 19,00 EUR

Im SKR03 lautet die Buchung 1880 Unentgeltliche Wertabgaben an 8910 Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 19 % USt und 1776 Umsatzsteuer 19 %.

Vollhafter oder Einzelunternehmen? DATEV führt die unentgeltlichen Wertabgaben in zwei Varianten. 1880 (SKR03) sowie 2130 und 2140 (SKR04) “Unentgeltliche Wertabgaben” stehen unter dem Bilanzposten “Kapitalanteil der persönlich haftenden Gesellschafter”. Für Einzelunternehmen führt der Kontenrahmen 2026 eigene Konten unter dem Posten “Entnahmen”: 1881 (SKR03) sowie 2131 und 2141 (SKR04) “Unentgeltliche Wertabgaben (nur Einzelunternehmen)”. Welche Variante gilt, entscheidet der Kontenplan des Betriebs. Bei einer Kapitalgesellschaft trägt keine dieser Nummern den Sachverhalt: Dort gibt es keine Privatkonten, und eine private Nutzung durch Gesellschafter oder Arbeitnehmer ist eigenständig zu beurteilen (verdeckte Gewinnausschüttung oder Sachbezug).

Steuerliche Aspekte

Entnahmen sind keine Betriebsausgaben. Sie berühren den Gewinn nicht, sondern das Eigenkapital. Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG wird der Unterschiedsbetrag der Betriebsvermögen um den Wert der Entnahmen erhöht und um den Wert der Einlagen vermindert.

Sachentnahmen sind mit dem Teilwert anzusetzen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Umsatzsteuerlich wird die Entnahme eines Gegenstands aus dem Unternehmen für außerunternehmerische Zwecke einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt, wenn der Gegenstand zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt hat (§ 3 Abs. 1b UStG). Bei Waren, die du mit Vorsteuerabzug eingekauft hast, entsteht daher Umsatzsteuer.

Die Höhe der Entnahmen wirkt auf den Schuldzinsenabzug. § 4 Abs. 4a EStG versagt den Abzug von Schuldzinsen, soweit Überentnahmen getätigt wurden, also die Entnahmen die Summe aus Gewinn und Einlagen des Wirtschaftsjahres übersteigen. Die nicht abziehbaren Zinsen werden typisiert mit 6 Prozent der Überentnahme angesetzt, höchstens mit den Schuldzinsen des Jahres abzüglich 2.050 EUR. Entnahmen und Einlagen sind gesondert aufzuzeichnen.

Weiterführend zur Behandlung bei Gesellschaften: Gesellschafter, Privatentnahmen und Darlehen.

Häufige Fehler

  • Entnahme als Aufwand gebucht. Der Gewinn wird dadurch unzutreffend gemindert.
  • Vorsteuer aus privaten Belegen gezogen. Ohne unternehmerische Verwendung besteht kein Abzugsrecht.
  • Warenentnahme ohne Umsatzsteuer erfasst. Sie ist einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt.
  • Einkommensteuerzahlung auf 2100 gebucht. Dafür ist 2150 Privatsteuern vorgesehen.
  • Entnahmen und Einlagen nicht getrennt aufgezeichnet. Ohne diese Aufzeichnung ist § 4 Abs. 4a EStG nicht prüfbar.

FAQ

Welches Konto entspricht 2100 im SKR03?

Im SKR03 buchst du Privatentnahmen auf 1800 Privatentnahmen allgemein. Achtung bei der Umrechnung: Im SKR03 steht die Nummer 2100 für Zinsen und ähnliche Aufwendungen, im SKR04 die Nummer 1800 für die Bank. Die beiden Zahlen bedeuten in den Kontenrahmen also völlig Verschiedenes.

Gilt das Konto auch für Kapitalgesellschaften?

Nein. Privatkonten gibt es bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften, weil dort das Eigenkapital dem Unternehmer beziehungsweise den Gesellschaftern zugeordnet ist. Bei einer GmbH gibt es keine Entnahme im Sinne des § 4 Abs. 1 EStG; Zahlungen an Gesellschafter sind Gehalt, Darlehen oder Gewinnausschüttung.

Was passiert mit dem Konto zum Jahresende?

Es wird über das Kapitalkonto abgeschlossen. Der Saldo verringert das Eigenkapital des Unternehmers. In der Bilanz erscheint kein Posten “Privatentnahmen”, sondern nur das fortgeschriebene Kapital.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.