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SKR03PassivaUmsatzsteuer

Konto 1771

Umsatzsteuer 7 %

Kontonummer

1771

Kontoart

Passiva

Kategorie

Umsatzsteuer

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Das Konto 1771 “Umsatzsteuer 7 %” ist im SKR03 ein Passivkonto. Es nimmt die Umsatzsteuer auf, die aus Umsätzen zum ermäßigten Steuersatz geschuldet wird. Der Betrag gehört dem Finanzamt und wird nur vorübergehend vereinnahmt. In der Bilanz gehört er zu den sonstigen Verbindlichkeiten. Im SKR04 führt DATEV dieselbe Position auf Konto 3801.

Verwendungszweck

Der ermäßigte Steuersatz von 7 % steht in § 12 Abs. 2 UStG. Er gilt nicht für Unternehmen, sondern für Umsätze: für die Gegenstände der Anlage 2 zum UStG, also insbesondere Lebensmittel, Bücher und Zeitschriften, dazu für einzelne im Gesetz genannte Leistungen wie Eintrittsberechtigungen für Theater, Konzerte und Museen oder die kurzfristige Beherbergung. Dieselbe Firma kann also gleichzeitig 19-%- und 7-%-Umsätze haben.

Buchhalterisch funktioniert 1771 genau wie das 19-%-Konto, nur mit anderem Satz und anderem Erlöskonto. Der Nettoerlös geht auf 8300 “Erlöse 7 % USt”, die Steuer auf 1771. Auch hier ist das Erlöskonto ein Automatikkonto, das die Steuer selbst gegenbucht.

Die saubere Trennung zwischen 1771 und 1776 ist nicht optional. Beide Sätze werden in der Umsatzsteuer-Voranmeldung in getrennten Kennzahlen gemeldet, und die Bemessungsgrundlagen kommen aus den jeweiligen Erlöskonten. Wer eine 7-%-Position auf dem 19-%-Konto bucht, meldet in beiden Kennzahlen falsch.

Häufig übersehen wird der gemischte Beleg. Der Bäcker mit Café verkauft Brot mit 7 % zum Mitnehmen und Kaffee zum Verzehr vor Ort mit 19 %. Solche Rechnungen müssen positionsweise auf die richtigen Konten aufgeteilt werden, nicht pauschal auf ein Konto gebucht.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 1776 Umsatzsteuer 19 %: für Umsätze zum Regelsteuersatz, mit dem Erlöskonto 8400.
  • 1761 Umsatzsteuer nicht fällig 7 %: für die Istversteuerung, bis der Kunde zahlt.
  • 1571 Abziehbare Vorsteuer 7 %: das Gegenstück auf der Aktivseite, für Eingangsrechnungen mit ermäßigtem Satz.
  • 1780 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen: Sammelkonto für die angemeldete und gezahlte Zahllast.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Buchverkauf auf Rechnung

Ein Verlag stellt 1.000,00 EUR netto zuzüglich 70,00 EUR Umsatzsteuer in Rechnung.

Soll Haben Betrag
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8300 Erlöse 7 % USt 1.000,00 EUR
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1771 Umsatzsteuer 7 % 70,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung: 1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an 4300 Erlöse 7 % USt 1.000,00 EUR sowie an 3801 Umsatzsteuer 7 % 70,00 EUR.

Beispiel 2: Gemischter Kassenbon

Ein Bäckereikunde zahlt 10,70 EUR für Backwaren zum Mitnehmen (7 %) und 5,95 EUR für Kaffee vor Ort (19 %).

Soll Haben Betrag
1000 Kasse 8300 Erlöse 7 % USt 10,00 EUR
1000 Kasse 1771 Umsatzsteuer 7 % 0,70 EUR
1000 Kasse 8400 Erlöse 19 % USt 5,00 EUR
1000 Kasse 1776 Umsatzsteuer 19 % 0,95 EUR

Im SKR04 laufen die Buchungen über 1600 Kasse, 4300 Erlöse 7 % USt, 3801 Umsatzsteuer 7 %, 4400 Erlöse 19 % USt und 3806 Umsatzsteuer 19 %.

Beispiel 3: Zahllast zum Monatsende

Die 7-%-Umsatzsteuer beträgt 700,00 EUR und wird auf das Vorauszahlungskonto umgebucht.

Soll Haben Betrag
1771 Umsatzsteuer 7 % 1780 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 700,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung: 3801 Umsatzsteuer 7 % an 3820 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 700,00 EUR.

Steuerliche Aspekte

§ 12 Abs. 1 UStG nennt den Regelsteuersatz von “19 Prozent der Bemessungsgrundlage”, Absatz 2 bestimmt, dass sich die Steuer für die dort aufgeführten Umsätze “auf sieben Prozent” ermäßigt. Maßgeblich ist immer der einzelne Umsatz, nie die Branche insgesamt.

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung erscheint die Bemessungsgrundlage der 7-%-Umsätze in Kennzahl 86, die der 19-%-Umsätze in Kennzahl 81. Beide Werte werden aus den Erlöskonten abgeleitet, nicht aus den Steuerkonten. Ein falsch gewähltes Erlöskonto verschiebt also beide Kennzahlen.

Die Fristen sind für beide Sätze gleich. Nach § 18 Abs. 1 UStG ist die Voranmeldung “bis zum zehnten Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungszeitraums” zu übermitteln, und zum selben Termin ist zu zahlen. Eine Dauerfristverlängerung verschiebt beides um einen Monat.

Ob ein Umsatz ermäßigt zu besteuern ist, ist keine Ermessensfrage. Die Zuordnung ergibt sich aus dem Gesetz und der Anlage 2, und Grenzfälle sind vor der Rechnungsstellung zu klären. Belege, Kassenaufzeichnungen und Voranmeldungen unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO und müssen nach GoBD lückenlos nachvollziehbar sein.

Häufige Fehler

  • Alles auf einem Erlöskonto gebucht: Ein gemischter Beleg muss positionsweise aufgeteilt werden. Sonst stimmen weder Kennzahl 81 noch Kennzahl 86.
  • Steuersatz nach Branche statt nach Umsatz gewählt: Ein Verlag hat auch 19-%-Umsätze, etwa aus Anzeigen. Entscheidend ist der einzelne Umsatz.
  • Bruttobetrag als Erlös gebucht: Ohne Trennung fehlt die Steuerschuld und der Umsatz ist zu hoch ausgewiesen.
  • Mitnahme und Verzehr vor Ort nicht getrennt: In der Gastronomie ist das der Standardfehler und in jeder Kassennachschau der erste Prüfpunkt.
  • Rechnungskorrektur ohne Steuerberichtigung: Bei Minderung oder Rückabwicklung ist nach § 17 UStG zu berichtigen.

FAQ

Welches Konto entspricht 1771 im SKR04?

Im SKR04 ist es das Konto 3801 “Umsatzsteuer 7 %”. Auch das zugehörige Erlöskonto ist gespiegelt: 8300 im SKR03, 4300 im SKR04. Für den Regelsteuersatz stehen 1776 und 8400 im SKR03 den Konten 3806 und 4400 im SKR04 gegenüber.

Welche Umsätze fallen unter 7 %?

Die Liste steht in § 12 Abs. 2 UStG und der zugehörigen Anlage 2. Dazu gehören insbesondere Lebensmittel, Bücher und Zeitschriften, außerdem einzelne im Gesetz genannte Leistungen wie Eintrittsberechtigungen für Theater, Konzerte und Museen sowie die kurzfristige Beherbergung. Bei Zweifelsfällen lohnt die Prüfung vor der Rechnungsstellung.

Wie buche ich eine Rechnung mit beiden Steuersätzen?

Positionsweise. Der 7-%-Anteil geht netto auf 8300 mit der Steuer auf 1771, der 19-%-Anteil netto auf 8400 mit der Steuer auf 1776. Ein Sammelbetrag auf einem Konto führt zu falschen Bemessungsgrundlagen in der Voranmeldung, auch wenn die Gesamtsumme stimmt.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.