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SKR03 Passiva Verbindlichkeiten

Konto 1700

Sonstige Verbindlichkeiten

Kontonummer

1700

Kontoart

Passiva

Kategorie

Verbindlichkeiten

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Das Konto 1700 “Sonstige Verbindlichkeiten” ist im SKR03 ein Passivkonto und die Sammelstelle für Schulden, die keine eigene Bilanzzeile haben. In der Bilanz steht der Bestand unter C. 8. auf der Passivseite. Im SKR04 führt DATEV dieselbe Position auf Konto 3500.

Verwendungszweck

§ 266 Abs. 3 HGB gliedert die Verbindlichkeiten in acht Posten. Sieben davon sind eng gefasst: Anleihen, Bankschulden, erhaltene Anzahlungen, Lieferantenschulden, Wechsel, Konzernschulden und Beteiligungsverhältnisse. Was in keine dieser Zeilen passt, landet im achten Posten, den “sonstigen Verbindlichkeiten”, und dafür ist 1700 da.

Typische Fälle sind Darlehen von Nichtbanken, erhaltene Kautionen, Verbindlichkeiten aus abzuführenden Steuern und Abgaben, Kreditkartenabrechnungen und Zahlungen, die noch keinem Vorgang zugeordnet sind. Auch der Saldo aus einer Lohnabrechnung gehört wirtschaftlich in diesen Bereich, hat mit 1740 bis 1742 aber eigene Konten.

Der SKR03 unterteilt nach Restlaufzeit, weil § 268 Abs. 5 HGB die Angabe des kurz- und langfristigen Anteils bei jedem Posten verlangt: 1701 für bis zu einem Jahr, 1702 für ein bis fünf Jahre, 1703 für mehr als fünf Jahre. Für Darlehen steht zusätzlich 1705 bereit, für erhaltene Kautionen 1732.

Die Gefahr bei einem Sammelkonto ist, dass es zur Ablage wird. Ein 1700 mit einem Saldo aus fünf Jahren, den niemand mehr erklären kann, ist ein Prüfungsanlass. Das Konto sollte deshalb regelmäßig durchgesehen und aufgelöst werden.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 1710 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (Verbindlichkeiten): für Kundenvorauszahlungen, mit eigener Bilanzzeile.
  • 1736 Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben: für Steuerschulden, deren Höhe feststeht.
  • 1705 Darlehen: für Darlehen von Nichtbanken, mit Gliederung nach Restlaufzeit.
  • 0990 Passive Rechnungsabgrenzung: für Einnahmen, die Ertrag einer bestimmten künftigen Zeit sind, also kein Verbindlichkeitsposten.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Erhaltene Kaution

Ein Untermieter zahlt eine Kaution von 3.000,00 EUR, die zurückzuzahlen ist.

SollHabenBetrag
1200 Bank1732 Erhaltene Kautionen3.000,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung: 1800 Bank an 3550 Erhaltene Kautionen 3.000,00 EUR.

Beispiel 2: Darlehen von einer Privatperson

Ein privater Geldgeber stellt 20.000,00 EUR mit dreijähriger Laufzeit zur Verfügung.

SollHabenBetrag
1200 Bank1705 Darlehen20.000,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung: 1800 Bank an 3560 Darlehen 20.000,00 EUR.

Beispiel 3: Noch nicht zugeordnete Zahlung

Auf dem Geschäftskonto geht ein Betrag von 850,00 EUR ohne Verwendungszweck ein. Er wird vorläufig als sonstige Verbindlichkeit erfasst, bis der Vorgang geklärt ist.

SollHabenBetrag
1200 Bank1700 Sonstige Verbindlichkeiten850,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung: 1800 Bank an 3500 Sonstige Verbindlichkeiten 850,00 EUR.

Steuerliche Aspekte

Eine Verbindlichkeit ist zu passivieren, sobald sie rechtlich entstanden oder wirtschaftlich verursacht ist. Anders als bei Rückstellungen steht die Höhe fest; deshalb gibt es hier keinen Bewertungsspielraum und keine Abzinsung wegen Ungewissheit.

Fällt eine Verbindlichkeit weg, weil der Gläubiger verzichtet oder der Anspruch verjährt, ist sie ertragswirksam auszubuchen. Der Ertrag erhöht den steuerpflichtigen Gewinn. Genau darin liegt das Risiko eines ungepflegten Sammelkontos: Alte Restbestände, die nie aufgelöst wurden, führen bei einer Betriebsprüfung zu einer Gewinnerhöhung, oft für mehrere Jahre auf einmal.

Beim Verzicht eines Gesellschafters ist zu unterscheiden. Verzichtet er aus gesellschaftsrechtlichen Gründen, liegt eine Einlage vor, die erfolgsneutral ins Eigenkapital geht. Verzichtet ein fremder Dritter, entsteht ein steuerpflichtiger Ertrag. Die Abgrenzung braucht eine dokumentierte Begründung.

Verträge, Kontoauszüge und Abstimmungslisten unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach GoBD muss zu jedem Posten auf 1700 der zugrunde liegende Sachverhalt nachvollziehbar sein.

Häufige Fehler

  • Sammelkonto als Dauerablage: Alte, unerklärte Salden werden in der Prüfung ertragswirksam aufgelöst. Regelmäßiges Durchsehen verhindert das.
  • Passive Rechnungsabgrenzung hier gebucht: Vorab vereinnahmte Erträge mit bestimmtem Zeitbezug gehören auf 0990, nicht auf 1700.
  • Erhaltene Anzahlung falsch eingeordnet: Kundenvorauszahlungen haben eine eigene Bilanzzeile und gehören auf 1710.
  • Restlaufzeiten nicht gegliedert: § 268 Abs. 5 HGB verlangt die Angabe. Ohne die Unterkonten 1701 bis 1703 wird das am Jahresende zur Handarbeit.
  • Wegfall nicht gebucht: Verjährte oder erlassene Schulden sind auszubuchen. Wer sie stehen lässt, weist ein zu hohes Fremdkapital aus.

FAQ

Welches Konto entspricht 1700 im SKR04?

Im SKR04 ist es das Konto 3500 “Sonstige Verbindlichkeiten”. Auch die Gliederung nach Restlaufzeit ist gespiegelt: 3501 für bis zu einem Jahr, 3504 für ein bis fünf Jahre, 3507 für mehr als fünf Jahre.

Was gehört auf 1700 und was auf ein spezielles Konto?

Die Reihenfolge ist immer dieselbe: erst prüfen, ob eine eigene Bilanzzeile passt, und nur wenn keine passt, auf 1700 buchen. Bankschulden gehören auf 0630, Lieferantenschulden auf 1600, Kundenvorauszahlungen auf 1710, Steuerschulden auf 1736. Das Sammelkonto ist die letzte Wahl, nicht die erste.

Wie hängen 1700 und die Rechnungsabgrenzung zusammen?

Sie stehen nebeneinander auf der Passivseite und werden leicht verwechselt. Auf 1700 steht, was man jemandem schuldet. Auf 0990, im SKR04 auf 3900, steht Geld, das man schon bekommen hat, dessen Ertrag aber in ein späteres Jahr gehört. Ohne bestimmten künftigen Zeitraum ist es keine Abgrenzung.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.