Zum Hauptinhalt springen
SKR03AktivaVorsteuer

Konto 1571

Abziehbare Vorsteuer 7 %

Kontonummer

1571

Kontoart

Aktiva

Kategorie

Vorsteuer

Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen

Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:

Zusammenfassung

Konto 1571 im SKR03 nimmt die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen auf, in denen der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent ausgewiesen ist. Es ist ein aktives Bestandskonto und bildet einen Erstattungsanspruch gegen das Finanzamt ab, der in der Umsatzsteuer-Voranmeldung mit der geschuldeten Umsatzsteuer verrechnet wird. Welcher Satz gilt, entscheidet nicht der Käufer, sondern das Gesetz. Im SKR04 heißt das Konto 1401.

Verwendungszweck

Auf 1571 gehört der Steuerbetrag aus Rechnungen mit ermäßigtem Satz. § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG ermäßigt die Steuer auf 7 Prozent für die Lieferung der in Anlage 2 zum UStG bezeichneten Gegenstände. Typische Fälle im betrieblichen Alltag:

  • Lebensmittel für die betriebliche Bewirtung oder den Weiterverkauf
  • Bücher, Fachzeitschriften und Presseerzeugnisse
  • Blumen und Pflanzen
  • kurzfristige Beherbergung nach § 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG, etwa die Hotelübernachtung auf einer Dienstreise

Gebucht wird der Steuerbetrag im Soll, der Nettobetrag geht auf das Aufwands- oder Warenkonto, und die Gegenbuchung erfolgt in Höhe des Bruttobetrags.

Nicht auf 1571 gehören Steuerbeträge mit anderem Satz oder aus anderen Sachverhalten. Der Regelsteuersatz läuft über 1576, der innergemeinschaftliche Erwerb über eigene Konten.

Abgrenzung zu anderen Konten

  • 1570 Abziehbare Vorsteuer: das Sammelkonto ohne Satzangabe.
  • 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %: für Eingangsrechnungen mit dem Regelsteuersatz.
  • 1572 Abziehbare Vorsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb: für Wareneinkäufe aus anderen EU-Mitgliedstaaten.
  • 1578 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG: wenn die Steuerschuld auf dich als Leistungsempfänger übergeht.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Wareneinkauf mit ermäßigtem Steuersatz, 1.000,00 EUR netto

Soll Haben Betrag
3300 Wareneingang 7 % 1.000,00 EUR
1571 Abziehbare Vorsteuer 7 % 70,00 EUR
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.070,00 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung 5300 und 1401 an 3300.

Beispiel 2: Kauf von Fachliteratur, 80,00 EUR netto, per Bank bezahlt

Soll Haben Betrag
4940 Zeitschriften, Bücher (Fachliteratur) 80,00 EUR
1571 Abziehbare Vorsteuer 7 % 5,60 EUR
1200 Bank 85,60 EUR

Im SKR04 lautet die Buchung 6820 und 1401 an 1800.

Beispiel 3: Rechnung mit gemischten Steuersätzen, 100,00 EUR zu 7 % und 200,00 EUR zu 19 %

Soll Haben Betrag
3300 Wareneingang 7 % 100,00 EUR
3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer 200,00 EUR
1571 Abziehbare Vorsteuer 7 % 7,00 EUR
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 38,00 EUR
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 345,00 EUR

Im SKR04 laufen dieselben Positionen über 5300, 5400, 1401, 1406 und 3300.

Steuerliche Aspekte

Der Abzug folgt § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG und setzt eine nach §§ 14, 14a UStG ausgestellte Rechnung voraus. Der Steuersatz ergibt sich aus dem Gesetz, nicht aus der Rechnung: Weist ein Lieferant irrtümlich 19 Prozent aus, obwohl 7 Prozent gelten, ist nur die gesetzlich geschuldete Steuer abziehbar. Den überhöhten Betrag schuldet der Rechnungsaussteller nach § 14c UStG, du bekommst ihn nicht als Vorsteuer erstattet. Umgekehrt hilft ein zu niedriger Ausweis ebenfalls nicht weiter, weil der Abzug auf den ausgewiesenen Betrag begrenzt bleibt.

Für Rechnungen bis 250,00 EUR Gesamtbetrag genügen die Angaben nach § 33 UStDV, darunter Entgelt und Steuerbetrag in einer Summe sowie der Steuersatz. Gerade bei Lebensmitteln und Büchern ist das der Regelfall, weshalb die Kassenbons genau darauf zu prüfen sind.

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung wird der Betrag zusammen mit der Vorsteuer aus Rechnungen mit Regelsteuersatz in der Kennzahl 66 erklärt. Eine getrennte Kennzahl für den ermäßigten Satz gibt es nicht; die Trennung auf zwei Konten dient der internen Abstimmung. Rechnungen sind nach § 147 AO aufzubewahren.

Häufige Fehler

  • Steuersatz vom Lieferanten übernommen, ohne ihn zu prüfen. Bei einem falschen Ausweis geht der überhöhte Teil des Abzugs verloren.
  • Gemischte Rechnung in einer Summe gebucht. Die Aufteilung nach Steuersätzen ist Voraussetzung für eine nachvollziehbare Voranmeldung.
  • Bruttobetrag auf dem Aufwandskonto. Der Steuerbetrag gehört getrennt auf 1571.
  • 7 Prozent auf dem 19-Prozent-Konto gebucht. Automatikkonten rechnen dann mit dem falschen Satz und erzeugen Differenzen zur Rechnung.
  • Kleinunternehmer zieht Vorsteuer. Wer § 19 UStG anwendet, hat keinen Vorsteuerabzug, auch nicht beim ermäßigten Satz.

FAQ

Wie lautet Konto 1571 SKR03 im SKR04?

Im SKR04 ist die abziehbare Vorsteuer mit 7 Prozent das Konto 1401. Beide Konten erfüllen dieselbe Aufgabe. Beim Wechsel des Kontenrahmens ist die Zuordnung besonders sorgfältig zu prüfen, weil Vorsteuerkonten meist automatisch bebucht werden.

Woran erkenne ich, ob 7 Prozent gelten?

An der Art der Leistung, nicht an der Rechnung. § 12 Abs. 2 UStG zählt die begünstigten Umsätze auf, für Lieferungen verweist Nummer 1 auf die Anlage 2 zum UStG. Wer regelmäßig mit ermäßigten Umsätzen zu tun hat, sollte die Anlage 2 einmal für das eigene Sortiment durchgehen und das Ergebnis dokumentieren.

Was mache ich, wenn die Rechnung den falschen Satz ausweist?

Bitte den Lieferanten um eine berichtigte Rechnung. Solange sie nicht vorliegt, ist nur die gesetzlich geschuldete Steuer abziehbar; ein zu hoch ausgewiesener Betrag bleibt beim Rechnungsaussteller nach § 14c UStG hängen. Erst die Korrektur stellt den vollen Abzug sicher.

Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.