Konto 0630
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Kontonummer
0630
Kontoart
Passiva
Kategorie
Verbindlichkeiten
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Das Konto 0630 “Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten” ist im SKR03 ein Passivkonto. Es führt alles zusammen, was das Unternehmen Banken und Sparkassen schuldet: Investitionsdarlehen, Betriebsmittelkredite, überzogene Kontokorrentlinien. In der Bilanz ist das die Position C. 2. auf der Passivseite. Im SKR04 führt DATEV dieselbe Position auf Konto 3150.
Verwendungszweck
Auf 0630 gehört das Fremdkapital aus Bankbeziehungen. Der klassische Fall ist das Investitionsdarlehen: Die Bank zahlt den Betrag aus, das Unternehmen tilgt über Jahre. Jede Rate wird aufgeteilt, denn nur der Tilgungsanteil mindert die Schuld auf 0630, der Zinsanteil ist Aufwand des laufenden Jahres.
Auch ein dauerhaft überzogenes Geschäftskonto gehört hierher. Steht das Bankkonto 1200 dauerhaft im Haben, ist es wirtschaftlich kein Guthaben, sondern ein Kredit. Zum Bilanzstichtag wird der Sollsaldo deshalb auf die Passivseite umgegliedert. Mehrere Bankkonten dürfen dabei nicht saldiert werden: Ein Guthaben auf dem einen und eine Überziehung auf dem anderen stehen getrennt in der Bilanz.
§ 268 Abs. 5 HGB verlangt, bei jedem Verbindlichkeitsposten den Anteil mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr und den mit mehr als einem Jahr zu vermerken. Der SKR03 bietet dafür Unterkonten an, beginnend mit 0631 für die Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Wer die Gliederung laufend pflegt, spart sich die Aufteilung am Jahresende.
Teilzahlungskredite laufen über 0660 “Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen”. Sie sind ebenfalls Bankschulden, werden aber wegen ihrer Struktur getrennt geführt.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 0660 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen: für Ratenfinanzierungen mit eigenem Vertragstyp.
- 0600 Anleihen nicht konvertibel: für begebene Schuldverschreibungen, die keine Bankschuld sind.
- 1705 Darlehen: für Darlehen von Nichtbanken, etwa privaten Geldgebern.
- 0890 Gesellschafter-Darlehen: für Mittel, die ein Gesellschafter zur Verfügung stellt.
Buchungsbeispiele
Beispiel 1: Darlehensauszahlung
Die Bank zahlt ein Investitionsdarlehen über 150.000,00 EUR auf das Geschäftskonto aus.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1200 Bank | 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 150.000,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung: 1800 Bank an 3150 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 150.000,00 EUR.
Beispiel 2: Annuitätenrate mit Zins- und Tilgungsanteil
Eine Rate von 3.000,00 EUR wird abgebucht, davon 2.400,00 EUR Tilgung und 600,00 EUR Zinsen.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1200 Bank | 2.400,00 EUR |
| 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten | 1200 Bank | 600,00 EUR |
Im SKR04 lauten die Buchungen: 3150 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten an 1800 Bank 2.400,00 EUR sowie 7320 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten an 1800 Bank 600,00 EUR.
Beispiel 3: Umgliederung eines überzogenen Kontokorrents
Das Geschäftskonto weist zum Stichtag einen Sollsaldo von 18.000,00 EUR aus und wird auf die Passivseite umgegliedert.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1200 Bank | 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 18.000,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung: 1800 Bank an 3150 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 18.000,00 EUR.
Steuerliche Aspekte
Zinsen für betriebliche Darlehen sind Betriebsausgaben und mindern den Gewinn. Tilgungen dagegen nicht: Sie sind reiner Vermögenstausch, weniger Bank gegen weniger Schuld. Wer die volle Annuität als Aufwand bucht, senkt seinen Gewinn zu Unrecht. Das ist einer der häufigsten Fehler in selbst geführten Buchhaltungen.
Bei der Gewerbesteuer kommt eine Besonderheit hinzu. Entgelte für Schulden werden dem Gewerbeertrag nach § 8 Nr. 1 GewStG teilweise wieder hinzugerechnet, allerdings erst, soweit die Summe der dort genannten Beträge 200.000 Euro übersteigt. Die konkrete Berechnung gehört in die Gewerbesteuererklärung und damit zum Steuerberater; für die laufende Buchhaltung ist wichtig, dass der Zinsaufwand sauber getrennt erfasst wird.
Ein Damnum oder Disagio, also der Abschlag zwischen Auszahlungs- und Rückzahlungsbetrag, ist wirtschaftlich vorausbezahlter Zins. Es gehört auf 0986 “Damnum/Disagio” und wird über die Laufzeit verteilt, nicht sofort als Aufwand gebucht.
Darlehensverträge, Tilgungspläne und Zinsabrechnungen unterliegen der Aufbewahrungsfrist nach § 147 AO. Nach GoBD muss die Aufteilung jeder Rate in Zins und Tilgung aus den Unterlagen nachvollziehbar sein.
Häufige Fehler
- Ganze Rate als Aufwand gebucht: Nur der Zinsanteil ist Aufwand. Die Tilgung mindert die Schuld und darf den Gewinn nicht berühren.
- Bankkonten saldiert: Guthaben und Überziehung bei verschiedenen Instituten stehen getrennt auf Aktiv- und Passivseite.
- Kontokorrent nicht umgegliedert: Ein Sollsaldo auf dem Bankkonto bleibt sonst auf der Aktivseite stehen und verfälscht Bilanzsumme und Kennzahlen.
- Restlaufzeiten nicht getrennt: § 268 Abs. 5 HGB verlangt die Angabe. Ohne laufende Gliederung wird das am Jahresende zur Rechenarbeit.
- Disagio sofort abgesetzt: Der Abschlag ist über die Darlehenslaufzeit zu verteilen und gehört auf 0986.
FAQ
Welches Konto entspricht 0630 im SKR04?
Im SKR04 ist es das Konto 3150 “Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten”. Die Restlaufzeitgliederung ist dort ebenfalls angelegt: 3151 für bis zu einem Jahr, 3160 für ein bis fünf Jahre, 3170 für mehr als fünf Jahre.
Wie teile ich eine Annuität richtig auf?
Aus dem Tilgungsplan der Bank. Er weist für jede Rate den Zins- und den Tilgungsanteil getrennt aus. Der Zinsanteil sinkt im Zeitablauf, der Tilgungsanteil steigt. Wer ohne Tilgungsplan bucht, schätzt, und die Schätzung stimmt nach wenigen Jahren nicht mehr.
Gehört ein Leasingvertrag auf 0630?
In der Regel nicht. Beim Operate-Leasing wird die Rate als Aufwand gebucht, ohne dass eine Verbindlichkeit entsteht. Beim Finance-Leasing mit wirtschaftlichem Eigentum des Leasingnehmers wird der Gegenstand aktiviert und eine Verbindlichkeit passiviert, allerdings gegenüber der Leasinggesellschaft und nicht gegenüber einem Kreditinstitut.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.