Leasing
Definition
Leasing ist eine Finanzierungsform, bei der ein Leasingnehmer von einem Leasinggeber ein Wirtschaftsgut zeitlich begrenzt nutzt und dafür regelmäßige Raten zahlt. Hierbei bleibt der Leasinggeber während der gesamten Vertragslaufzeit Eigentümer des Leasingobjekts.
Bedeutung in der Praxis
Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) bietet Leasing eine attraktive Möglichkeit, Investitionen zu tätigen, ohne dabei die Liquidität stark zu belasten. Beispielsweise kann ein Unternehmen Maschinen oder Fahrzeuge leasen, um seine Betriebsmittel zu modernisieren, ohne sofort hohe Anschaffungskosten tragen zu müssen. Diese Art der Finanzierung erlaubt es, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren, da die Vertragslaufzeiten individuell angepasst werden können.
Leasing ist besonders vorteilhaft für KMUs, die ihre Bilanzkennzahlen optimieren möchten. Da Leasingobjekte bilanzneutral behandelt werden können, verbessert sich das Eigenkapitalquote und damit die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen durch Leasing ihre Liquidität schonen und finanziellen Spielraum für andere Investitionen oder Unvorhergesehenes bewahren können.
Ein weiteres praktisches Beispiel ist der Bereich der Informationstechnologie: Unternehmen können teure IT-Ausrüstung leasen, um stets auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben, ohne die volle Summe für neue Geräte aufbringen zu müssen.
Rechtliche Grundlagen
Rechtlich ist Leasing in Deutschland durch § 535 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt, der die Miete von beweglichen Sachen behandelt. Für die steuerliche Behandlung sind jedoch weitere Regelungen relevant, insbesondere das Handelsgesetzbuch (HGB) und die [GoBD](/lexikon/glossar/gobd “GoBD - Definition und Bedeutung”) (Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form).
Die Unterscheidung zwischen Operate-Leasing und Finance-Leasing hat rechtliche Auswirkungen auf die Bilanzierung. Operate-Leasingverträge werden meist als Mietverträge behandelt und nicht in der [Bilanz](/lexikon/glossar/bilanz “Bilanz - Definition und Bedeutung”) des Leasingnehmers erfasst. Finance-Leasingverträge hingegen beinhalten oft eine Kaufoption und müssen bilanztechnisch als Vermögenswerte und [Verbindlichkeiten](/lexikon/glossar/verbindlichkeiten “Verbindlichkeiten - Definition und Bedeutung”) ausgewiesen werden.
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Leasing einer Maschine
Ein Unternehmen least eine Maschine für 1.000,00 € monatlich.
| [Buchungssatz](/lexikon/glossar/buchungssatz “Buchungssatz - Definition und Bedeutung”) | [SKR03](/lexikon/glossar/skr03 “SKR03 - Definition und Bedeutung”) | [SKR04](/lexikon/glossar/skr04 “SKR04 - Definition und Bedeutung”) |
|---|---|---|
| Leasingaufwand an Bank | 4805 an 1200 | 6805 an 1800 |
| Buchung der monatlichen Leasingrate |
Beispiel 2: Leasing eines PKW
Ein Unternehmen least einen PKW. Die monatliche Leasingrate beträgt 500,00 € zzgl. 19% USt.
- Buchungssatz (SKR03): Soll Leasingaufwand 4805 an Haben Bank 1200, Soll [Vorsteuer](/lexikon/glossar/vorsteuer “Vorsteuer - Definition und Bedeutung”) 1576 an Haben Bank 1200
- Buchungssatz (SKR04): Soll Leasingaufwand 6805 an Haben Bank 1800, Soll Vorsteuer 1406 an Haben Bank 1800
Beispiel 3: Anzahlung auf ein Leasingobjekt
Ein Unternehmen leistet eine Anzahlung von 2.000,00 € auf ein zukünftiges Leasingobjekt.
- Buchungssatz (SKR03): Soll Geleistete Anzahlungen 1518 an Haben Bank 1200
- Buchungssatz (SKR04): Soll Geleistete Anzahlungen 1190 an Haben Bank 1800
Häufige Fehler
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Verwechslung von Leasingarten: Oft wird nicht klar zwischen Operate- und Finance-Leasing unterschieden, was zu falschen Bilanzierungsansätzen führen kann.
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Unterschätzung der Gesamtkosten: Die langfristigen Kosten eines Leasingvertrags werden manchmal nicht ausreichend kalkuliert, was zu finanziellen Engpässen führen kann.
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Fehlende Vertragsprüfung: Unternehmen übersehen häufig wichtige Klauseln in Leasingverträgen, die zu unerwarteten Verpflichtungen führen.
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Nichtbeachtung steuerlicher Aspekte: Ohne korrekte steuerliche Behandlung kann es zu Nachzahlungen kommen.
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Unzureichende Planung der Vertragslaufzeit: Eine zu lange Vertragsbindung kann bei technologischen Veränderungen oder Marktveränderungen nachteilig sein.
Tipps für KMUs
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Vertragsprüfung: Vor Abschluss eines Leasingvertrags sollte dieser gründlich geprüft werden, idealerweise durch einen Rechtsanwalt oder Steuerberater.
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Kostenanalyse: Eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse hilft, die Gesamtbelastung über die Vertragslaufzeit besser abzuschätzen.
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Flexibilität sichern: Verhandlungen über flexible Vertragskonditionen und Optionen für vorzeitige Kündigung oder Vertragsverlängerung können von Vorteil sein.
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Steuerliche Beratung: Ziehen Sie einen Steuerberater hinzu, um die steuerlichen Vorteile optimal zu nutzen und Fehler zu vermeiden.
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Technologietrends im Auge behalten: Bei technologischen Gütern ist es wichtig, auf zukünftige Entwicklungen zu achten, um nicht in veraltete Technologien zu investieren.
Siehe auch
Leasing steht in engem Zusammenhang mit den Begriffen Operate-Leasing und Finance-Leasing. Während beim Operate-Leasing der Leasinggeber das volle Risiko trägt und die Objekte nach Vertragsende zurücknimmt, übernimmt beim Finance-Leasing der Leasingnehmer oft das wirtschaftliche Risiko und hat die Option, das Objekt zu erwerben.