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Buchführung

Erlöse

Definition

Erlöse sind die Einnahmen eines Unternehmens, die aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen entstehen. Sie stellen eine der wichtigsten Kennzahlen in der Buchführung dar und sind Grundlage für die Ermittlung des Unternehmenserfolgs.

Bedeutung in der Praxis

Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) sind Erlöse von zentraler Bedeutung, da sie direkt den wirtschaftlichen Erfolg widerspiegeln. Ein KMU, das beispielsweise handgefertigte Möbel verkauft, erzielt Erlöse durch den Verkauf dieser Möbelstücke an Kunden. Diese Erlöse fließen als Einnahmen in die [Gewinn- und Verlustrechnung](/lexikon/glossar/gewinn-und-verlustrechnung “Gewinn- und Verlustrechnung - Definition und Bedeutung”) und beeinflussen damit das Betriebsergebnis.

In der Praxis müssen KMUs darauf achten, ihre Erlöse korrekt zu erfassen, da sie auch die Basis für die Steuerberechnung bilden. Es ist wichtig, dass alle Erlöse zeitnah und vollständig erfasst werden, um eine präzise Finanzübersicht zu gewährleisten. Ein Restaurant könnte seine Erlöse zum Beispiel aus dem Verkauf von Speisen und Getränken sowie aus Catering-Dienstleistungen generieren.

Erlöse sind nicht nur wichtig für die Ermittlung des Gewinns, sondern auch für die Liquiditätsplanung. Ein KMU, das seine Erlöse genau im Blick hat, kann besser prognostizieren, wann und wie viel Geld zur Verfügung steht, um Ausgaben zu planen und Investitionen zu tätigen.

Rechtliche Grundlagen

Die Erfassung von Erlösen unterliegt in Deutschland den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Abgabenordnung (AO). Nach § 242 HGB besteht für Kaufleute die Pflicht zur Erstellung eines [Jahresabschlusses](/lexikon/glossar/jahresabschluss “Jahresabschluss - Definition und Bedeutung”), in dem die Erlöse detailliert aufgelistet werden müssen.

Für die Besteuerung sind die Erlöse maßgeblich, da sie die Bemessungsgrundlage für die [Umsatzsteuer](/lexikon/glossar/umsatzsteuer “Umsatzsteuer - Definition und Bedeutung”) bilden. Laut § 14 UStG müssen Unternehmen Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellen, um die Erlöse korrekt zu erfassen.

Im Jahr 2025 bleiben die gesetzlichen Regelungen stabil, jedoch sollten Unternehmen die Aktualisierungen der [GoBD](/lexikon/glossar/gobd “GoBD - Definition und Bedeutung”) (Grundsätze zur [ordnungsmäßigen](/lexikon/glossar/ordnungsmaessigkeit “Ordnungsmäßigkeit - Definition und Bedeutung”) Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) beachten, die Anforderungen an die elektronische Buchführung stellen.

Praxisbeispiele

  1. Einzelhandel: Ein kleines Bekleidungsgeschäft erfasst seine Erlöse durch die Verkäufe im Geschäft und online. Diese Erlöse werden täglich in das Kassensystem eingegeben und monatlich in die Hauptbuchhaltung übertragen. Beispielbuchung (vereinfacht): Soll Kasse 1000 ([SKR03](/lexikon/glossar/skr03 “SKR03 - Definition und Bedeutung”)) / 1600 ([SKR04](/lexikon/glossar/skr04 “SKR04 - Definition und Bedeutung”)) an Haben Erlöse 19% USt 8400 (SKR03) / 4400 (SKR04)

  2. Dienstleistungsunternehmen: Eine Beratungsfirma erzielt Erlöse aus der Abrechnung von Stundenhonoraren oder Projektpauschalen. Diese Erlöse werden in der Buchhaltung als Ausgangsrechnungen erfasst. Beispielbuchung (vereinfacht): Soll [Forderungen](/lexikon/glossar/forderungen “Forderungen - Definition und Bedeutung”) aus Lieferungen und Leistungen 1400 (SKR03) / 1200 (SKR04) an Haben Erlöse 19% USt 8400 (SKR03) / 4400 (SKR04)

  3. Produzierendes Gewerbe: Ein Unternehmen, das Maschinen herstellt, generiert Erlöse aus dem Verkauf dieser Maschinen an verschiedene Industriekunden. Die Erlöse werden bei Lieferung und Rechnungsstellung gebucht. Beispielbuchung (vereinfacht): Soll Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1400 (SKR03) / 1200 (SKR04) an Haben Erlöse 19% USt 8400 (SKR03) / 4400 (SKR04)

Häufige Fehler

  1. Fehlerhafte Erfassung: Nicht alle Erlöse werden erfasst, weil Barverkäufe nicht ordnungsgemäß dokumentiert werden.
  2. Falsche Periodenzuordnung: Erlöse werden nicht der richtigen Abrechnungsperiode zugewiesen, was zu fehlerhaften Jahresabschlüssen führen kann.
  3. Unvollständige Rechnungen: Rechnungen ohne korrekte Umsatzsteuerangabe oder fehlende Angaben nach § 14 UStG.
  4. Vermischung mit Privatentnahmen: Erlöse werden nicht sauber von privaten Einlagen oder Entnahmen getrennt.
  5. Nichtbeachtung der GoBD: Elektronische Aufzeichnungen entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen.

Tipps für KMUs

  1. Kontinuierliche Schulung: Halten Sie sich und Ihr Team über aktuelle steuerliche Anforderungen und Änderungen auf dem Laufenden.
  2. Zuverlässige Buchhaltungssoftware: Nutzen Sie eine Software, die GoBD-konform ist und eine automatische Erfassung der Erlöse ermöglicht.
  3. Regelmäßige Kontrollen: Setzen Sie regelmäßige Überprüfungen der Erlösbuchungen an, um Fehler frühzeitig zu erkennen.
  4. Klare Dokumentation: Sorgen Sie für vollständige und korrekte Rechnungen, die alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  5. Beratung hinzuziehen: Ziehen Sie bei Unsicherheiten einen Steuerberater hinzu, um rechtliche und buchhalterische Fehler zu vermeiden.

Siehe auch

Erlöse stehen in einem engen Zusammenhang mit Umsatzerlösen, die ausschließlich aus dem Kerngeschäft stammen, während Erträge alle Einkommensarten umfassen, einschließlich Mieteinnahmen oder Zinserträgen.

Verwandte Begriffe

Umsatzerlöse Erträge