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SKR05 Aufwand Sonstige betriebliche Aufwendungen

Konto 7800

Rechts- und Beratungskosten

Kontonummer

7800

Kontoart

Aufwand

Kategorie

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Zusammenfassung

Das Buchungskonto 7800 “Rechts- und Beratungskosten” im SKR05 dient der Erfassung von Ausgaben für rechtliche und beratende Dienstleistungen. Es zählt zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und ist ein Aufwandkonto, das besonders für die Kostenstellenrechnung optimiert ist.

Verwendungszweck

Das Konto 7800 wird verwendet, um alle Ausgaben, die für Rechtsdienstleistungen wie Anwaltskosten, Gerichtskosten oder notarielle Dienstleistungen anfallen, zu erfassen. Ebenso gehören dazu Beratungsleistungen, die von externen Beratern, wie Unternehmensberatern oder Steuerberatern, erbracht werden.

In einem praxisnahen Szenario könnte ein Unternehmen beispielsweise die Kosten für die rechtliche Beratung bei einer Vertragsgestaltung oder die Ausgaben für eine steuerliche Beratung bei einer Betriebsprüfung auf dieses Konto buchen. Auch die Inanspruchnahme eines externen Beraters zur Optimierung der Unternehmensprozesse würde hier erfasst.

Bei Unternehmen mit einer ausgeprägten Kostenstellenstruktur ist es wichtig, die angefallenen Kosten den jeweiligen Kostenstellen zuzuordnen. So könnten beispielsweise die Rechtsberatungskosten für eine Produktionsabteilung auf die entsprechende Kostenstelle der Produktion gebucht werden, um eine präzise Kostenkontrolle zu gewährleisten.

Kostenrechnerische Aspekte

Im Rahmen der Kostenrechnung spielt das Konto 7800 eine wichtige Rolle, da es hilft, die Kosten für rechtliche und beratende Dienstleistungen transparent zu erfassen und den entsprechenden Kostenstellen oder Kostenträgern zuzuordnen. Dies ist besonders in Unternehmen mit komplexen Strukturen von Bedeutung, um die Wirtschaftlichkeit von Abteilungen oder Projekten genau beurteilen zu können.

Die Kosten, die auf diesem Konto erfasst werden, sollten regelmäßig im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) überprüft und analysiert werden, um sicherzustellen, dass die Dienstleistungen wirtschaftlich und im Rahmen der budgetierten Ausgaben bleiben. Dies trägt zur Kosteneffizienz und Optimierung der Unternehmensressourcen bei.

Steuerliche Aspekte

Aus steuerlicher Sicht sind die auf dem Konto 7800 erfassten Aufwendungen als Betriebsausgaben abzugsfähig, sofern sie ordnungsgemäß nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoBD) dokumentiert sind. Dies umfasst die Vorlage von Rechnungen, Verträgen und Zahlungsnachweisen.

Für die Umsatzsteuer ist zu beachten, dass auf den meisten Beratungsleistungen der Standardsteuersatz von 19% anfällt. Bei der Buchung sollte daher darauf geachtet werden, dass die Vorsteuer korrekt abgezogen wird, sofern das Unternehmen vorsteuerabzugsberechtigt ist. Besondere Beachtung sollten Unternehmen dabei den Rechnungen schenken, die alle erforderlichen Angaben nach § 14 UStG enthalten müssen, um den Vorsteuerabzug geltend machen zu können.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Anwaltskosten für Vertragsprüfung

Soll: 7800 Rechts- und Beratungskosten – 1.190,00 €
Haben: 4400 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 1.190,00 €

Das Unternehmen hat eine Rechnung über 1.000,00 € netto (1.190,00 € brutto) für die Prüfung eines Vertrags durch einen Anwalt erhalten. Die Kosten werden der Verwaltungskostenstelle zugeordnet.

Beispiel 2: Steuerberaterkosten für Jahresabschluss

Soll: 7800 Rechts- und Beratungskosten – 2.380,00 €
Haben: 4400 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 2.380,00 €

Für die Erstellung des Jahresabschlusses hat das Unternehmen eine Rechnung von einem Steuerberater erhalten. Der Betrag beläuft sich auf 2.000,00 € netto (2.380,00 € brutto).

Beispiel 3: Unternehmensberatung zur Prozessoptimierung

Soll: 7800 Rechts- und Beratungskosten – 5.950,00 €
Haben: 4400 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 5.950,00 €

Ein externer Unternehmensberater wurde engagiert, um die Produktionsprozesse zu optimieren. Die Rechnung beträgt 5.000,00 € netto (5.950,00 € brutto) und wird der Produktionskostenstelle zugeordnet.

Häufige Fehler und Fallstricke

  • Unzureichende Dokumentation: Fehlende oder unvollständige Belege können den Vorsteuerabzug gefährden.
  • Falsche Zuordnung: Kosten werden nicht der richtigen Kostenstelle zugeordnet, was die Kostenkontrolle erschwert.
  • Nichtbeachtung der Umsatzsteuer: Fehler bei der Erfassung der Umsatzsteuer können zu Nachzahlungen führen.
  • Fehlende Aktualisierung des BAB: Nicht regelmäßig aktualisierte Betriebsabrechnungsbögen verfälschen die Kostenanalyse.
  • Vermischung von privaten und betrieblichen Ausgaben: Dies kann zu Problemen bei der steuerlichen Anerkennung führen.

Rechtstipps und Best Practices

  • Sorgfältige Dokumentation: Achten Sie darauf, dass alle Belege vollständig und korrekt sind, um den Vorsteuerabzug zu sichern.
  • Regelmäßige Kostenanalyse: Führen Sie regelmäßige Überprüfungen der Rechts- und Beratungskosten durch, um Einsparpotenziale zu identifizieren.
  • Vertragsprüfung: Lassen Sie wichtige Verträge regelmäßig rechtlich prüfen, um Risiken zu minimieren.
  • Klare Kostenstellenzuordnung: Sorgen Sie für eine präzise Zuordnung der Kosten zu den jeweiligen Kostenstellen, um die Kostenkontrolle zu verbessern.
  • Beratungskosten budgetieren: Planen Sie Beratungskosten in Ihrem Budget ein, um überraschende Ausgaben zu vermeiden.