Konto 1890
Privateinlagen
Kontonummer
1890
Kontoart
Passiva
Kategorie
Privatkonten
Vergleichskonten in anderen SKR-Kontenrahmen
Dieses Konto entspricht folgenden Konten in anderen DATEV-Kontenrahmen:
Zusammenfassung
Das Konto 1890 “Privateinlagen” im SKR03 erfasst alles, was der Unternehmer aus seinem Privatvermögen in den Betrieb einbringt: Geld, Waren, Erzeugnisse oder andere Wirtschaftsgüter. Einlagen erhöhen das Eigenkapital und werden im Haben erfasst. Sie sind kein Ertrag und erhöhen den Gewinn nicht. Im SKR04 entspricht ihm das Konto 2180 Privateinlagen.
Verwendungszweck
§ 4 Abs. 1 Satz 8 EStG definiert Einlagen als alle Wirtschaftsgüter, also Bareinzahlungen und sonstige Wirtschaftsgüter, die der Steuerpflichtige dem Betrieb im Laufe des Wirtschaftsjahres zugeführt hat.
Auf 1890 buchst du:
- Bareinzahlungen in die Geschäftskasse aus privaten Mitteln
- Überweisungen vom Privat- auf das Geschäftskonto
- betriebliche Ausgaben, die der Unternehmer privat verauslagt hat
- Sacheinlagen wie ein bisher privat genutztes Fahrzeug oder Werkzeug
- die Einbringung privater Forderungen oder Wertpapiere in das Betriebsvermögen
Zum Jahresende wird 1890 über das Kapitalkonto abgeschlossen. Ein eigener Bilanzposten “Privateinlagen” existiert nicht, der Saldo geht in die Kapitalentwicklung ein.
Nicht auf 1890 gehören Zahlungen Dritter, etwa ein Bankdarlehen oder eine Kundenzahlung. Sie sind Fremdkapital beziehungsweise Umsatz und haben nichts mit dem Privatvermögen des Unternehmers zu tun.
Abgrenzung zu anderen Konten
- 1800 Privatentnahmen allgemein: die Gegenrichtung, Mittel fließen aus dem Betrieb ins Privatvermögen.
- 1810 Privatsteuern: persönliche Steuern des Inhabers, die über den Betrieb gezahlt werden.
- 1705 Darlehen: ein Gesellschafter- oder Bankdarlehen ist Fremdkapital, keine Einlage.
- 1880 Unentgeltliche Wertabgaben: die umsatzsteuerliche Erfassung von Sach- und Nutzungsentnahmen.
Buchungsbeispiele
Bareinzahlung in die Geschäftskasse
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1000 Kasse | 1.000,00 EUR | |
| 1890 Privateinlagen | 1.000,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung 1600 Kasse 1.000,00 EUR an 2180 Privateinlagen 1.000,00 EUR.
Überweisung vom Privatkonto auf das Geschäftskonto
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 1200 Bank | 5.000,00 EUR | |
| 1890 Privateinlagen | 5.000,00 EUR |
Im SKR04 buchst du 1800 Bank an 2180 Privateinlagen.
Privat verauslagte Betriebsausgabe
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 4930 Bürobedarf | 84,03 EUR | |
| 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % | 15,97 EUR | |
| 1890 Privateinlagen | 100,00 EUR |
Im SKR04 lautet die Buchung 6815 Bürobedarf und 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % an 2180 Privateinlagen. Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist eine ordnungsgemäße Rechnung, die auf das Unternehmen lautet oder als Kleinbetragsrechnung nach § 33 UStDV ohne Empfängerangabe auskommt.
Steuerliche Aspekte
Einlagen sind kein Ertrag. Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG wird der Unterschiedsbetrag der Betriebsvermögen um den Wert der Entnahmen erhöht und um den Wert der Einlagen vermindert. Wer eine Einlage als Erlös bucht, weist einen zu hohen Gewinn aus.
Für die Bewertung gilt § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG: Einlagen sind mit dem Teilwert im Zeitpunkt der Zuführung anzusetzen. Höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind sie anzusetzen, wenn das Wirtschaftsgut innerhalb der letzten drei Jahre vor der Zuführung aus dem Privatvermögen angeschafft oder hergestellt wurde. Bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um die Absetzungen für Abnutzung zu kürzen, die auf den Zeitraum zwischen Anschaffung und Einlage entfallen.
Umsatzsteuerlich löst die Einlage aus dem Privatvermögen in der Regel keinen Vorsteuerabzug aus, weil der Gegenstand seinerzeit nicht für das Unternehmen bezogen wurde. Anders liegt der Fall bei einer betrieblichen Rechnung, die der Unternehmer lediglich privat bezahlt hat: Dort ist die Leistung für das Unternehmen bezogen und die Vorsteuer nach § 15 UStG abziehbar.
Einlagen wirken außerdem auf den Schuldzinsenabzug. Nach § 4 Abs. 4a EStG mindern sie die Überentnahme, weil eine Überentnahme nur vorliegt, soweit die Entnahmen die Summe aus Gewinn und Einlagen übersteigen.
Häufige Fehler
- Einlage als Umsatz gebucht. Der Gewinn wird dadurch zu hoch ausgewiesen.
- Bankdarlehen als Privateinlage erfasst. Es ist Fremdkapital und gehört auf ein Verbindlichkeitskonto.
- Sacheinlage ohne Bewertung übernommen. Der Ansatz richtet sich nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG.
- Vorsteuer aus privat gekauften Gegenständen gezogen. Für den Abzug fehlt der Bezug für das Unternehmen.
- Einlagen nicht gesondert aufgezeichnet. Ohne Aufzeichnung ist die Überentnahmerechnung nicht durchführbar.
FAQ
Welches Konto entspricht 1890 im SKR04?
Im SKR04 buchst du Privateinlagen auf 2180 Privateinlagen. Die DATEV-Bezeichnung ist in beiden Kontenrahmen “Privateinlagen”.
Erhöht eine Privateinlage den Gewinn?
Nein. Sie erhöht das Eigenkapital, wird bei der Gewinnermittlung aber wieder abgezogen. Steuerlich wirkt sie sich nur mittelbar aus, insbesondere weil sie die Überentnahme im Sinne des § 4 Abs. 4a EStG verringert und damit den Schuldzinsenabzug schützt.
Mit welchem Wert setze ich ein privat gekauftes Notebook an, das ich einlege?
Grundsätzlich mit dem Teilwert im Zeitpunkt der Einlage. Wurde das Gerät innerhalb der letzten drei Jahre privat angeschafft, ist der Ansatz auf die Anschaffungskosten begrenzt, gekürzt um die Absetzungen für Abnutzung für die Zeit zwischen Anschaffung und Einlage. Die Herleitung gehört als Nachweis zu den Unterlagen.
Quelle: DATEV-Kontenrahmen SKR 03, Art.-Nr. 11174 (bzw. SKR 04, Art.-Nr. 11175), Stand 2026; Kontozweck geprueft gegen buchungssatz.de am 2026-09-08.