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Buchführung

PWB

Definition

Die Pauschalwertberichtigung (PWB) ist eine buchhalterische Methode zur pauschalen Bewertung von [Forderungen](/lexikon/glossar/forderungen “Forderungen - Definition und Bedeutung”), um mögliche künftige Forderungsausfälle zu berücksichtigen. Sie dient der Risikovorsorge und stellt sicher, dass Unternehmen ihre Forderungen realistisch einschätzen und bilanzieren.

Bedeutung in der Praxis

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) ist die PWB ein wichtiges Instrument, um das Ausfallrisiko von Forderungen in der Buchhaltung zu berücksichtigen. Eine korrekte Anwendung der PWB hilft, die finanzielle Stabilität eines Unternehmens besser darzustellen und sorgt für eine realistische Einschätzung der Vermögenslage. Beispielsweise kann ein Einzelhändler, der viele offene Forderungen von Kunden hat, mithilfe der PWB einen Prozentsatz dieser Forderungen als unsicher einstufen. Dies schützt das Unternehmen davor, den Umsatz zu optimistisch anzusetzen und später von Forderungsausfällen überrascht zu werden.

Ein weiteres praktisches Beispiel ist ein Dienstleistungsunternehmen, das regelmäßig mit Zahlungsausfällen konfrontiert ist. Dank der PWB kann es eine pauschale Rückstellung bilden, um diese Risiken in der [Bilanz](/lexikon/glossar/bilanz “Bilanz - Definition und Bedeutung”) darzustellen, ohne jede einzelne Forderung separat bewerten zu müssen. Dies spart Zeit und sorgt für eine gleichmäßige Risikoverteilung über das Geschäftsjahr.

Rechtliche Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen für die PWB sind im Handelsgesetzbuch (HGB) verankert, insbesondere in den Paragraphen zur Bewertung von Forderungen (§ 253 HGB). Diese Regelungen schreiben vor, dass Forderungen mit ihrem wahrscheinlichen Wert anzusetzen sind. Die [GoBD](/lexikon/glossar/gobd “GoBD - Definition und Bedeutung”) (Grundsätze zur [ordnungsmäßigen](/lexikon/glossar/ordnungsmaessigkeit “Ordnungsmäßigkeit - Definition und Bedeutung”) Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) geben ebenfalls vor, dass die Buchführung nachvollziehbar und prüfbar sein muss.

Ab 2024/2025 gelten weiterhin diese Grundsätze, wobei KMUs auf eine ordnungsgemäße Dokumentation achten müssen, um im Falle einer Betriebsprüfung die Nachvollziehbarkeit der PWB zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass die angewandten Methoden und Prozentsätze zur Berechnung der PWB klar dokumentiert und begründet sein müssen.

Praxisbeispiele

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmen im Maschinenbau hat regelmäßig offene Forderungen bei seinen Kunden. Um das Risiko von Forderungsausfällen zu minimieren, wendet es eine PWB von 2% auf alle Forderungen an. Dies bedeutet, dass bei einem Forderungsbestand von 100.000€, 2.000€ als unsicher gelten und entsprechend abgeschrieben werden.

Die Buchung für die Bildung der PWB (vereinfacht) könnte wie folgt aussehen:

Konto[SKR03](/lexikon/glossar/skr03 “SKR03 - Definition und Bedeutung”)[SKR04](/lexikon/glossar/skr04 “SKR04 - Definition und Bedeutung”)
Forderungsverluste24006930
Pauschalwertberichtigung auf Forderungen29201290

[Buchungssatz](/lexikon/glossar/buchungssatz “Buchungssatz - Definition und Bedeutung”): Soll Forderungsverluste Konto 2400 (SKR03) / 6930 (SKR04) an Haben Pauschalwertberichtigung auf Forderungen Konto 2920 (SKR03) / 1290 (SKR04) mit 2.000,00€.

Ein weiteres Beispiel ist ein Start-up im Software-Bereich, das viele Kundenverträge hat. Es setzt eine PWB an, um unvorhergesehene Zahlungsausfälle zu berücksichtigen, die aufgrund der dynamischen Marktveränderungen auftreten können.

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler besteht darin, die PWB zu hoch oder zu niedrig anzusetzen, was zu einer falschen Darstellung der finanziellen Lage führt. Ein weiterer Fehler ist die unzureichende Dokumentation der angewandten Berechnungsmethoden. Viele Unternehmen vergessen auch, die PWB regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, was zu Verzerrungen in der Buchhaltung führen kann.

Tipps für KMUs

  1. Dokumentieren Sie die angewandte Methode zur Berechnung der PWB detailliert.
  2. Überprüfen und aktualisieren Sie regelmäßig die PWB, um aktuelle Risiken abzubilden.
  3. Ziehen Sie bei Unsicherheiten einen Steuerberater hinzu, um die korrekte Anwendung sicherzustellen.
  4. Nutzen Sie Softwarelösungen, die die Berechnung und Dokumentation der PWB erleichtern.
  5. Schulen Sie Ihr Buchhaltungspersonal regelmäßig zu den aktuellen gesetzlichen Anforderungen.

Siehe auch

Die Pauschalwertberichtigung steht in engem Zusammenhang mit Forderungen. Während die PWB eine Methode zur Bewertung von Forderungen darstellt, bezieht sich der Begriff Forderungen selbst auf die Ansprüche eines Unternehmens gegenüber seinen Kunden.

Verwandte Begriffe

Pauschalwertberichtigung Forderungen