Jahresabschluss erstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Vom Jahresabschluss bis zur Bilanz: Alle Schritte, Fristen und Checklisten für KMUs
Einleitung
Der [Jahresabschluss](/lexikon/glossar/jahresabschluss “Jahresabschluss - Zusammenfassung der Buchführung zum Geschäftsjahresende”) ist für viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ein zentrales Ereignis im Geschäftsjahr. Er dient nicht nur der steuerlichen Pflichterfüllung, sondern ist auch ein wesentliches Instrument zur Unternehmenssteuerung und -planung. Ein gut erstellter Jahresabschluss gibt Dir Aufschluss über die finanzielle Lage Deines Unternehmens und bildet die Basis für strategische Entscheidungen.
Ohne eine fundierte steuerliche Ausbildung kann die Erstellung des Jahresabschlusses jedoch schnell zur Herausforderung werden. Dieser Ratgeber richtet sich an KMU-Inhaber und Selbstständige, die ihre Buchführung selbst in die Hand nehmen möchten. Wir führen Dich Schritt für Schritt durch den Prozess und geben Dir praxisnahe Tipps, um die häufigsten Stolperfallen zu vermeiden.
Das Wichtigste in Kürze
- Klare Struktur: Ein strukturierter Ansatz erleichtert die Erstellung des Jahresabschlusses erheblich.
- Gesetzliche Grundlagen: Beachte die relevanten Paragraphen wie § 242 HGB und § 4 EStG.
- Praxisbeispiele: Fälle aus der Praxis helfen, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen.
- Fehler vermeiden: Häufige Fehlerquellen sind u.a. falsche Buchungen und nicht erfasste Rückstellungen.
- Checkliste nutzen: Ein systematisches Vorgehen in fünf Schritten sorgt für Übersichtlichkeit.
Grundlagen der Jahresabschlusserstellung
Der Jahresabschluss besteht in der Regel aus der [Bilanz](/lexikon/glossar/bilanz “Bilanz - Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital”) und der [Gewinn- und Verlustrechnung](/lexikon/glossar/gewinn-und-verlustrechnung “Gewinn- und Verlustrechnung - Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen”) ([GuV](/lexikon/glossar/guv “GuV - Gewinn- und Verlustrechnung”)). Für Kapitalgesellschaften kommen oft noch Anhang und Lagebericht hinzu. § 242 HGB und § 4 EStG sind die zentralen gesetzlichen Grundlagen, die Du beachten solltest.
Bilanz
Die Bilanz gibt einen Überblick über die Vermögenslage Deines Unternehmens. Sie besteht aus Aktiva (Vermögen) und Passiva (Kapital). Ein wichtiger Punkt ist die korrekte Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden. Hierbei können Wertansätze wie der Anschaffungswert oder der beizulegende Zeitwert relevant sein.
Beispiel: Ein Unternehmen hat eine Maschine im Wert von 50.000 € (Anschaffungskosten) gekauft. Am Jahresende wird der Restbuchwert nach Abschreibungen in der Bilanz ausgewiesen.
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Die GuV zeigt die Ertragslage Deines Unternehmens. Hier werden alle Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres gegenübergestellt. Wichtig ist, dass alle Geschäftsvorfälle vollständig erfasst werden.
Beispiel: Dein Unternehmen hat im Geschäftsjahr 100.000 € Umsatz erzielt und 70.000 € an Aufwendungen. Der Gewinn beträgt demnach 30.000 €.
Spezifische Buchführungsposten
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen umfasst alle langfristigen Vermögenswerte, die dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen. Hierzu gehören Maschinen, Gebäude und Fahrzeuge. Die [Abschreibung](/lexikon/glossar/abschreibung “Abschreibung - Planmäßige Wertminderung”) dieser Güter ist gesetzlich geregelt und erfolgt über deren Nutzungsdauer.
Beispiel: Eine Maschine im Wert von 100.000 € wird über zehn Jahre abgeschrieben. Jährlich sind 10.000 € Abschreibungen zu verbuchen. Der Buchungssatz lautet: Soll Abschreibungen auf Sachanlagen 4830 (SKR03) / 6220 (SKR04) an Haben Maschinen 0320 (SKR03) / 0520 (SKR04).
Umlaufvermögen
Umlaufvermögen umfasst alle Vermögenswerte, die innerhalb eines Jahres umgesetzt werden sollen, wie Vorräte, Forderungen und liquide Mittel. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert.
Beispiel: Deine Vorräte im Wert von 20.000 € sind in der Bilanz unter den kurzfristigen Vermögenswerten zu erfassen.
Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Verbindlichkeiten sind Schulden, die Dein Unternehmen gegenüber Dritten hat. Rückstellungen hingegen sind für Verpflichtungen zu bilden, deren Höhe oder Zeitpunkt noch ungewiss sind.
Beispiel: Eine ausstehende Rechnung über 15.000 € muss als Verbindlichkeit gebucht werden. Der Buchungssatz lautet: Soll Wareneingang 3400 (SKR03) / 5400 (SKR04) an Haben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1600 (SKR03) / 3300 (SKR04). Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten, wie z.B. Prozesskosten, sind ebenfalls zu berücksichtigen. Der Buchungssatz lautet: Soll Sonstige Aufwendungen an Haben Sonstige Rückstellungen 3070 (SKR03) / 0970 (SKR04).
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Kleinunternehmen
Ein Kleinunternehmen hat im Geschäftsjahr Einnahmen von 80.000 € und Ausgaben von 60.000 €. Zu den Ausgaben zählen Materialkosten (30.000 €), Personalaufwendungen (20.000 €) und sonstige Betriebsausgaben (10.000 €). Der Gewinn beläuft sich auf 20.000 €.
Beispiel 2: Mittelständisches Unternehmen
Ein mittelständisches Unternehmen hat einen Jahresumsatz von 500.000 €. Die Hauptkostenpositionen sind Materialeinkäufe (200.000 €), Personalkosten (150.000 €) und Abschreibungen (50.000 €). Der Gewinn beträgt 100.000 €.
Häufige Fehler und wie Du diese vermeidest
- Falsche Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen: Stelle sicher, dass alle Geschäftsvorfälle korrekt zugeordnet sind.
- Nicht erfasste Rückstellungen: Ungewisse Verbindlichkeiten sollten durch Rückstellungen abgedeckt werden.
- Fehlerhafte Abschreibungen: Achte darauf, die korrekten Abschreibungsmethoden anzuwenden. Seit dem BMF-Schreiben vom 22.02.2021 können Computerhardware und Software über eine Nutzungsdauer von einem Jahr abgeschrieben werden (Digital-AfA).
- Unvollständige Buchführung: Alle Geschäftsvorfälle müssen erfasst werden, um ein vollständiges Bild der Unternehmenslage zu erhalten.
- Nicht eingehaltene Fristen: Achte auf die Einhaltung gesetzlicher Fristen, um Sanktionen zu vermeiden.
Checkliste: Jahresabschluss in 5 Schritten
- Vorbereitung der Unterlagen: Sammle alle relevanten Belege und Unterlagen.
- Erstellung der Bilanz: Erfasse alle Vermögenswerte und Schulden.
- Erstellung der GuV: Stelle alle Erträge und Aufwendungen gegenüber.
- Prüfung und Abschluss der Buchführung: Überprüfe alle Buchungen auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
- Abgabe beim Finanzamt: Reiche die fertigen Dokumente fristgerecht ein.
Wichtige Hinweise zu aktuellen Regelungen (Stand 2025)
- Digital-AfA (BMF 22.02.2021): Für Computerhardware und Software gilt eine Nutzungsdauer von 1 Jahr.
- GWG-Grenze: Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bis 800 € netto können sofort abgeschrieben werden.
- Sammelposten: Für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 € und 1.000 € netto kann ein Sammelposten gebildet werden, der über 5 Jahre abgeschrieben wird.
- Kleinunternehmergrenze: Die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer beträgt 22.000 € im Vorjahr.
Buchungsbeispiele mit SKR03 und SKR04
Um die Buchungssätze zu verdeutlichen, hier einige Beispiele mit Kontenrahmen SKR03 und SKR04:
| Geschäftsvorfall | Buchungssatz (SKR03) | | Bareinzahlung auf das Bankkonto | Soll Bank 1200 (SKR03) / 1800 (SKR04) an Haben Kasse 1000 (SKR03) / 1600 (SKR04) of the year-end financial statements. With the right preparation and a structured approach, you can take the creation into your own hands. Pay attention to the legal requirements and use our checklist to make the process efficient. If you are ever unsure, a tax advisor can provide valuable support. Actively use the insights gained from the annual financial statements to manage your company.
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publishedAt: 2025-11-17T13:40:35.799Z
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## Einleitung
Der [Jahresabschluss](/lexikon/glossar/jahresabschluss "[Jahresabschluss](/lexikon/glossar/jahresabschluss "Jahresabschluss - Bilanz und GuV zum Geschäftsjahresende") - Zusammenfassung der [Buchführung](/lexikon/glossar/buchfuehrung "Buchführung - Systematische Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle") zum Geschäftsjahresende") ist für viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ein zentrales Ereignis im Geschäftsjahr. Er dient nicht nur der steuerlichen Pflichterfüllung, sondern ist auch ein wesentliches Instrument zur Unternehmenssteuerung und -planung. Ein gut erstellter Jahresabschluss gibt Dir Aufschluss über die finanzielle Lage Deines Unternehmens und bildet die Basis für strategische Entscheidungen.
## Rechtsquellen
Die folgenden BMF-Schreiben und Verwaltungsanweisungen bilden die rechtliche Grundlage für diesen Artikel:
- [BMF-Schreiben zu Rückstellungen](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2010-03-12-rueckstellungen-steuerbilanz.html) (12.03.2010, BStBl I 2010, 239)
- [AfA-Tabellen des BMF](https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Steuern/Steuerverwaltung_und_Steuerrecht/Betriebspruefung/AfA_Tabellen/afa_tabellen.html) (aktuell, BMF AfA-Tabellen)
- [BMF-Schreiben zur Nutzungsdauer von Computerhardware und Software](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2021-02-26-nutzungsdauer-von-computerhardware-und-software-zur-dateneingabe-und-verarbeitung.html) (22.02.2021, BStBl I 2021, 298)
- [BMF-Schreiben zu geringwertigen Wirtschaftsgütern](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2010-09-30-geringwertige-wirtschaftsgueter.html) (30.09.2010, BStBl I 2010, 755)
- [Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/umsatzsteuer-anwendungserlass.html) (UStAE Abschnitt 19.1-19.5, UStAE 19.1-19.5)
- [BMF-Schreiben zur E-Bilanz](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerarten/Einkommensteuer/e-bilanz.html) (28.09.2011 (laufend aktualisiert), BStBl I 2011, 855)
- [BMF-Schreiben zur Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Abgabenordnung/2018-06-19-ordnungsmaessigkeit-elektronischer-kassenfuehrung.html) (19.06.2018, BStBl I 2018, 699)