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SKR03 Ertrag Zinsen und ähnliche Erträge

Konto 8700

Zinserträge

Kontonummer

8700

Kontoart

Ertrag

Kategorie

Zinsen und ähnliche Erträge

Zusammenfassung

Das Konto 8700 erfasst alle Zinserträge aus betrieblichen Finanzanlagen: Bankzinsen, Darlehenszinsen, Anleihezinsen, Verzugszinsen von Kunden.

Verwendungszweck

Habenzinsen Geschäftskonto, Tagesgeld/Festgeld, Darlehenszinsen (an Gesellschafter/Dritte), Anleihenzinsen, Verzugszinsen Kunden, Diskontierung.

Steuerliche Aspekte

Steuerpflicht: Betriebliche Zinserträge voll steuerpflichtig (nicht Abgeltungsteuer). Kapitalertragsteuer: Bank führt 25% KESt ab, Anrechnung auf Einkommensteuer/Körperschaftsteuer. Freistellungsauftrag: Bei betrieblichen Konten NICHT erteilen. Zinsabschlagsteuer: Wird angerechnet, Erstattung über Steuererklärung.

Buchungsbeispiele

1. Habenzinsen Geschäftskonto (1.000 € vor KESt):

Soll: Bank (1200)                              750,00 €
Soll: Kapitalertragsteuer (1776)               250,00 €
Haben: Zinserträge (8700)                    1.000,00 €

2. Tagesgeldzinsen:

Soll: Bank (1200)                              375,00 €
Soll: Kapitalertragsteuer (1776)               125,00 €
Haben: Zinserträge (8700)                      500,00 €

3. Darlehenszins von Gesellschafter:

Soll: Bank (1200)                            1.000,00 €
Haben: Zinserträge (8700)                    1.000,00 €

4. Verzugszinsen Kunde:

Soll: Forderungen LuL (1360)                    50,00 €
Haben: Zinserträge (8700)                       50,00 €

5. Anleihenzinsen (Kupon):

Soll: Bank (1200)                              750,00 €
Soll: Kapitalertragsteuer (1776)               250,00 €
Haben: Zinserträge (8700)                    1.000,00 €

Häufige Fehler und Fallstricke

  1. Abgeltungsteuer: Betriebliche Zinsen NICHT mit 25% versteuert, sondern regulär.

  2. KESt nicht gebucht: Einbehaltene Kapitalertragsteuer als Forderung erfassen.

  3. Freistellungsauftrag falsch: Bei Geschäftskonten keinen Freistellungsauftrag.

  4. Private Zinsen: Privates Sparkonto nicht betrieblich.

  5. Gesellschafterdarlehen: Marktübliche Verzinsung, sonst vGA.

  6. Verzugszinsen vergessen: Bei Mahnungen Verzugszinsen berechnen.

  7. Negativzinsen: Strafzinsen sind Aufwand (6700), nicht negative Erträge.

Rechtstipps und Best Practices

Zinsoptimierung: Tagesgeld für kurzfristige Liquidität, Festgeld für mittelfristig, Anlagen vergleichen, Zinseszins nutzen. Liquiditätsmanagement: Überschussliquidität anlegen, Geschäftskonto-Limit, Kein unverzinstes Geld, Zinsänderungsrisiko beachten. Gesellschafterdarlehen: Schriftlicher Vertrag, Marktübliche Verzinsung (3-5% p.a.), Tilgungsplan, Fremdvergleich. Steueroptimierung: KESt-Anrechnung in Steuererklärung, Betriebliche Zinsen voll versteuern, Zeitpunkt der Vereinnahmung.