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SKR05 Aktiva Vorräte

Konto 1660

Fertige Erzeugnisse und Waren

Kontonummer

1660

Kontoart

Aktiva

Kategorie

Vorräte

Zusammenfassung

Das Buchungskonto 1660 “Fertige Erzeugnisse und Waren” im SKR05 wird zur Erfassung und Verwaltung von fertigen Produkten und Handelswaren eingesetzt. Es dient dazu, den Bestand dieser Güter in der Bilanz abzubilden und die Veränderungen im Lagerbestand buchhalterisch zu erfassen.

Verwendungszweck

Das Konto 1660 wird genutzt, um den Wert von fertigen Erzeugnissen und Waren in einem Unternehmen zu erfassen. Dies ist besonders relevant für produzierende Unternehmen, die selbst hergestellte Produkte lagern, sowie für Handelsunternehmen, die Waren für den Weiterverkauf vorhalten. Bei der Buchung wird zwischen Zugängen (Produktion oder Zukauf von Waren) und Abgängen (Verkäufe oder interne Entnahmen) unterschieden.

In der Praxis wird dieses Konto häufig bei der Herstellung von Gütern verwendet. Wenn ein Unternehmen beispielsweise ein Produkt fertigstellt, wird der Wert dieses Produkts auf das Konto 1660 gebucht. Gleichermaßen wird beim Verkauf der Waren der entsprechende Wert vom Konto abgezogen.

Für Unternehmen mit einer ausgeprägten Kostenstellenstruktur ist es wichtig, die Bestände korrekt den entsprechenden Kostenstellen zuzuordnen. So kann ein produzierendes Unternehmen die Herstellungskosten einer bestimmten Produktlinie einer spezifischen Kostenstelle zuweisen, um eine detaillierte Kostenkontrolle zu ermöglichen.

Kostenrechnerische Aspekte

In der Kostenrechnung spielt das Konto 1660 eine zentrale Rolle, da es die Basis für die Bewertung der Bestände und die Ermittlung der Herstellungskosten darstellt. Die genaue Zuordnung von Beständen zu Kostenstellen oder Kostenträgern ist entscheidend, um genaue Kalkulationen und Nachkalkulationen durchführen zu können.

Das Konto ist auch relevant im Betriebsabrechnungsbogen (BAB), da es hilft, die Bestandsveränderungen zu analysieren und zu bewerten. Die korrekte Erfassung der Bestände beeinflusst die Berechnung des Betriebsergebnisses und die Erfolgsmessung der einzelnen Kostenstellen.

Steuerliche Aspekte

Für die steuerliche Buchführung ist es wichtig, dass die Bestände auf dem Konto 1660 nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoBD) erfasst werden. Die Bewertung der Bestände erfolgt in der Regel zu Herstellungskosten oder niedrigeren Marktpreisen, um den Gesetzesvorgaben zu entsprechen.

Bei der Umsatzsteuer ist zu beachten, dass beim Verkauf der Waren der reguläre Steuersatz (in der Regel 19%) oder der ermäßigte Steuersatz (7% für bestimmte Waren) zur Anwendung kommt. Diese Besteuerung muss korrekt in den Rechnungen ausgewiesen und in der Buchhaltung erfasst werden.

Buchungsbeispiele

Beispiel 1: Zugang fertiger Erzeugnisse aus Produktion

Soll: 1660 Fertige Erzeugnisse und Waren – 10.000 € Haben: 2000 Unfertige Erzeugnisse – 10.000 €

Ein produzierendes Unternehmen schließt die Herstellung einer Charge von Produkten ab und bucht diese in den Bestand der fertigen Erzeugnisse.

Beispiel 2: Verkauf von Handelswaren

Soll: 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 5.950 € Haben: 5000 Umsatzerlöse – 5.000 € Haben: 4800 Umsatzsteuer – 950 €

Ein Handelsunternehmen verkauft Waren im Wert von 5.000 € zuzüglich 19% Umsatzsteuer.

Beispiel 3: Entnahme fertiger Erzeugnisse für Eigenbedarf

Soll: 6000 Aufwendungen für Waren – 1.000 € Haben: 1660 Fertige Erzeugnisse und Waren – 1.000 €

Ein Unternehmen entnimmt fertige Erzeugnisse im Wert von 1.000 € für den Eigenverbrauch.

Häufige Fehler und Fallstricke

  • Fehlende Kostenstellenzuordnung: Oft werden Bestände nicht korrekt den Kostenstellen zugeordnet, was die Kostenkontrolle erschwert.
  • Fehlerhafte Bewertung der Bestände: Unsachgemäße Bewertung kann zu falschen Bilanzwerten und Steuerproblemen führen.
  • Unzureichende Dokumentation: Fehlende Belege oder ungenaue Dokumentation können zu Problemen bei der Betriebsprüfung führen.
  • Nichtberücksichtigung von Steueränderungen: Falsche Umsatzsteuersätze können Buchhaltungsfehler nach sich ziehen.
  • Übersehene Bestandskorrekturen: Nicht erfasste Schwund- oder Inventurdifferenzen können zu ungenauen Bestandszahlen führen.

Rechtstipps und Best Practices

  • Regelmäßige Inventur: Führen Sie mindestens einmal jährlich eine Inventur durch, um Bestände korrekt zu erfassen.
  • Klare Dokumentation: Bewahren Sie alle Belege und Dokumentationen gemäß den GoBD auf, um für Prüfungen gerüstet zu sein.
  • Schulung der Mitarbeiter: Stellen Sie sicher, dass Ihre Buchhaltungsmitarbeiter im Umgang mit SKR05 und den spezifischen Anforderungen geschult sind.
  • IT-Unterstützung nutzen: Verwenden Sie passende Buchhaltungssoftware, die die Anforderungen von SKR05 und Kostenstellenrechnung unterstützt.
  • Steuerberater konsultieren: Ziehen Sie bei komplexen Sachverhalten einen Steuerberater hinzu, um rechtliche und steuerliche Risiken zu minimieren.